Harnischen angefüllt war , alles zur Wahl für diese Tage , wo Tanz und Stechen mit einander wechselten , in heller Beleuchtung zum Kauf und Leihen ausgestellt . Da sah er sich erst zweifelnd nach beiden um und beide Verkäufer nötigten ihn mit guten Worten einzutreten , indem er bei sich bedachte , welches von beiden , der Frauenschmuck oder die Männerwaffen , mehr Heil und Ehre , mehr Unheil und Schande bereiteten . Er fühlte sich stark genug , beides , Heil und Unheil zu ertragen , ging erst in den Laden mit kostbaren Tanzkleidern und wählte eins , das nach seinen Gedanken der schönen Anna besonders gut stehen müsse , ließ es in eine saubre Schachtel einpacken , zahlte und trat dann zu dem Waffenschmidt . Der Meister sah ihn seltsam an , daß er zum Stechen eine Rüstung begehre , denn Berthold war wohl von hohem Wuchse , aber in dem Stubensitzen und Kränkeln etwas dünnlich angewachsen , obgleich er jetzt in seiner Art wohl aussah . » Es gibt hier starke Renner , glaube kaum eine Rüstung Euch leihen zu können , die gut schließt « , sagte der Schmidt . Somit rasselte er unter allem alten Vorrat herum , der an der Seite auf einem Haufen lag , und schrie endlich : » Gefunden , ein rechtes Prachtstück , in alter Art mit silbernem Blumenwerk ausgelegt , etwas eingerostet zwar , aber dafür seht Ihr eine Merkwürdigkeit an ihr , die soll einem Hohenstaufen gehört haben , ich tauschte sie von einem Hohenemser Grafen ein , der dafür eine nach neuem Zuschnitt annahm , die fest gegen Büchsenkugeln . « Da griff Berthold mit Eifer zu , lieh sie nicht , sondern gab gleich den geforderten Preis , zog sie an , sie paßte und er gelobte heilig , seinen Ahnen keine Schande zu machen . Rasselnd in der Rüstung , die Schachtel in der Hand , während ein Knabe des Schmidts ihm die Pferderüstung , samt dem Speer nachtrug , trat er an die kleine Türe des lieben Häuschens , wo er nicht zu klopfen brauchte , da Anna aufmerksam am geöffneten Fenster seiner geharrt hatte . Er nahm dem Knaben alles ab und trat mit freundlichem Gruße zur Frau Zähringer , die bei hellem Lampenschein an ihrem Webstuhl arbeitete . - » Sollte ich mich doch fast vor Euch fürchten « , sagte Frau Zähringer , » erst kamet Ihr friedlich , nun in Waffen , aber ich habe die Furcht überstanden , habe oft während des Kriegs mein kleines Haus mit den Waffen schirmen müssen und der selige Mann gab mir manchmal seine Wehr , wenn er zu müde war , hinaus zu treten und nach den Fremden zu fragen . « - » Ich komme wie ein Kriegsmann , der den Frieden erkaufen möchte « , sagte Berthold , » seht , dieses seltsame Kleid habe ich gekauft , versucht doch Anna , ob es Euch paßt ; die , welcher ich es verehren werde , hat gleichen Wuchs mit Euch . « » Gewiß Eure Frau ? « fragte Frau Zähringer , nahm ihrer Tochter den gefalteten , hoch stehenden Kragen ab , zog ihr das Jäckchen aus , daß Berthold den schönen , vollen Hals und Nacken und die sanften Umrisse des Rückens mit selig staunendem Blicke , wie ein neu entdecktes Paradies in bekannter Gegend umspannte und die Antwort vergaß . » Eure Frau kann mit dem Kleide zufrieden sein « , sagte Frau Zähringer , » nie sah ich schöneren Silberbrokat , die Rosen sind recht natürlich darin gewirkt und gar köstliche Spitzen im Besatz . « - » Meine Frau « , antwortete Berthold aus dem Traum aufschreckend , » ich habe keine Frau , ich habe nur eine Mutter , der ich es verehren wollte . « - » Diese Rosen schicken sich nicht für eine alte Frau « , sagte Frau Zähringer , während sie sich über Anna innerlich freute , die einer Kaiserin gleich mit ernst frohem Angesicht in der ungewohnten Pracht auf und nieder stolzierte , als folge ihr ein ganzer Hofstaat zur Vermählung . - » Es paßt mir gut « , sagte Anna , » mag es Eurer Mutter eben so gut sitzen ! « Mit diesen Worten legte sie es wieder ab , wie es ihm schien ohne Neid , denn auch das schönste Kleid war nicht wert , so viele kräftige Schönheit zu verstecken , die sie so wenig erkannte , als versteckte , sondern unbekümmert wie bei ihrer täglichen Arbeit im knappen Leibchen sich neben dem Geharnischten an den Webstuhl setzte , wo dieser in spielender Freundlichkeit sich anstellte , als ob er auch die Weberei lernen wollte . Dabei erzählt er , wie viele Webstühle er beschäftige , ohne selbst etwas davon zu verstehen , und erkundigte sich nach der Gelegenheit , seinem verlornen Freunde Fingerling am andern Morgen nachzuspüren , dem er die Leitung dieses Geschäfts hauptsächlich danke . Frau Zähringer versprach , sich selbst in den Gasthäusern und Herbergen am andern Tage nach ihm umzusehen , denn Anna mochte sie in dem Drange nicht dahin schicken und Berthold möchte sich nicht überall zurecht finden . Während dieses Berichts nickte Anna mehrmals auf Bertholds Schulter ein , und fiel gleichsam in einen Kuß gegen seine Wange , ohne daß sie es wollte , deswegen trieb Frau Zähringer den Ritter in die Giebelstube , daß alle ihre Ruhe fänden . Welche selige Träume senkten ihren vielfarbig blühenden Mohn über den müden Ritter , auch Anna träumte und die Mutter auch , die lange nicht geträumt hatte . Früh war er auf , sein Roß tüchtig auszufüttern , das an den vielen Liebkosungen zu merken schien , es solle nach langer Abwesenheit wieder einmal die Rennbahn betreten , den Kopf stolz hob und mit den Vorderfüßen arbeitete , als gehe es schon in den Schranken . Dann ging er in die nahe Kirche zur Frühmesse , mehr