die alte Poststraße laufen , von der Festung kommend , an ihr zusammen , die erste in der Nähe des Buchtufers hinführend , die andere zieht sich eine Strecke durch den Kilengrund und windet sich dann in engem Defilee durch die Höhen , wobei auf der Seite nach der Tschernaja das Thal so morastig ist , daß die Straße mehr als tausend Schritt über enge Faschinendämme läuft . Während die Franzosen auf dem südöstlich liegenden Sapunberg mit zwei Divisionen unter Bosquet sich stark verschanzt hatten , war den Engländern die Deckung des Terrains zwischen dem Sapunberg und dem Kilengrund , durch welches eben die beiden Straßen von der Tschernaja her führen , überlassen . Sie hatten jedoch ihre ganze Aufmerksamkeit auf die Belagerungsarbeiten gerichtet , ohne an die Deckung der Wege zu denken , und erst Ende October wurden drei Redouten zum Schutz des rechten englischen Flügels und des Lagers hier flüchtig aufgeworfen , von denen die erste , auf der Höhe über der alten Poststraße gelegen , diese vollständig beherrschte , während die beiden andern weiter rückwärts lagen . Diese Umstände waren dem Fürsten Mentschikoff wohl bekannt und er beschloß daher , die Engländer durch die gefährlichen Defileen anzugreifen . Durch die Besitznahme der Höhen , welche sich auf beiden Seiten des Kilengrundes befinden , wäre das russische Offensiv-Corps in unmittelbare Verbindung mit der Garnison Sebastopols gekommen ; es konnte seine überlegene Kavallerie gegen den Feind verwenden und dieser wäre gezwungen gewesen , die Belagerung des östlichen Stadttheils aufzuheben , welche später eben den Sieg entschied . Wir haben bereits erwähnt , daß die Disposition des Fürsten eine ausgezeichnete war . Der Angriff sollte , um die Feinde zu täuschen , von verschiedenen Seiten her geschehen . Zunächst sollte eine starke Colonne von 29 Bataillonen und 38 Geschützen unter General-Lieutenant Ssoimonoff aus der Stadt , und zwar von der Bastion II. hervorbrechen und die Höhen des Kilengrundes in Besitz nehmen ; eine zweite Colonne mit 20 Bataillonen und 96 Geschützen unter General-Lieutenant Pawloff , dem wir gleich Ssoimonoff bereits bei dem Kampfe um Oltenitza und Giurgewo begegnet sind , sollte über die Inkermann-Brücke durch die Schluchten und auf der alten Poststraße vordringen und das englische Lager angreifen . Zugleich aber sollten das Corps des Generals der Infanterie , Fürsten Gortschakoff ( I. ) , von Tschorgun südwestlich her einen Scheinangriff mit 20,000 Mann gegen die französische Stellung auf dem Sapunberg unternehmen , und aus der Ostseite der Festung selbst zwei Regimenter der Garnison unter General-Major Timofjef einen Ausfall aus der Bastion VI. gegen die französischen Belagerungslinien machen . Die Russen führten somit an 60,000 Mann mit 234 Geschützen in ' s Gefecht , wovon jedoch nur etwas mehr als die Hälfte für den wirklichen Kampfplatz bestimmt war , genügend , die Engländer zu erdrücken , wenn die Zufälle der Schlacht es nicht anders gewendet hätten . Der Abend des 4. November , Sonnabend , war von höchst widrigen Wetter begleitet . Es regnete ununterbrochen in Strömen , die Wege und Schluchten waren grundlos von Wasser und Schmuz und ein dichter Nebel lagerte über Thälern und Bergen , kaum im Umkreis von zehn Schritten die Gegenstände erkennen lassend ; die ganze Natur hatte ein trübseliges Aussehen und die Schildwachen suchten unter den Vorsprüngen des Gesteins , an den Stämmen der Berge und den Erdhängen jeden kleinen Schutz gegen die Unbilden des Wetters . In der englischen Redoute Nr. 1 , welche eine Compagnie des 95. Regiments von Lach-Evan ' s Division besetzt hielt , war eine Baracke für die Offiziere aufgeschlagen , die , auf einer Seite offen , kaum den strömenden Regen abhielt ; indeß die armen Soldaten dem Unwetter ohne allen Schutz als ihre Mäntel und die drei Feuer , die sie auf der Leeseite der Baracke angezündet hatten und mühsam unterhielten , preisgegeben waren . Es fehlte am Nöthigsten für die Ueberwinterung der englischen Armee und man war notorisch in Besitz von höchstens einem für 10 und 15 Mann berechneten Zelte auf 100 Köpfe . In der Baracke lagen drei Offiziere in ihre Mäntel oder englische Reisedecken gehüllt , der Eine sogar in einen prächtigen persischen Teppich , der die Zierde eines fashionablen Salons gewesen wäre , und jetzt hier in Schmuz und Regen umher gewälzt wurde . Die Offiziere sahen sehr mißmüthig aus und das Einzige , woran sie sich trösten konnten , waren die türkischen Papiercigarren , denn durch die Vorsorge der englischen Proviant-Commissaire fehlte es an nichts weniger , als an Allem ! » He , Mickey ! « rief der Capitain Armstrong , indem er sich halb auf den Armen emporrichtete und nach dem Feuer hin schnüffelte , » es riecht verteufelt gut , ich glaube , Du brennst Kaffee , Schurke , und läßt Deinen Herrn hier ohne Gewissensbisse verschmachten ! « Der Angeredete , ein rothhaariger Irländer , dem selbst die Beschwerden des Wetters und Mangels die angeborene Laune nicht zu verderben vermocht hatten , warf beide Arme in die Luft . » O , Du grundgütige Mutter aller Schmerzen , was sind Seine Gnaden ungerecht gegen den armen Mick ! Hab ' ich darum diese gesegnete sechspfündige russische Kanonenkugel ganze zwei Meilen weit unter diesem meinem Arme mitgeschleppt , um nun beschuldigt zu werden , ich tränke den schlechten Kaffee , den der Commissair geliefert , und ließe meinen Herrn verdurften ? Nein , mein süßes Augenlicht , Mick macht Kaffee für seinen Herrn und dessen Freunde und begnügt sich mit einem Tropfen Whiskey . « Die Offiziere sprangen wie von einer Feder geschnellt in die Höhe und Capitain Armstrong vor die Baracke , wo er eben noch zeitig genug ankam , um seinen würdigen Diener eine ziemlich umfangreiche Lederflasche nach einem tüchtigen Zug absetzen zu sehen . Der Capitain war mit einem Schritt seiner langen Beine bei ihm und hatte die Flasche dem Verduzten aus der Hand gerissen , dem die Unvorsichtigkeit , die er begangen , klar wurde . - » Höllenhund ! Du hast ein Getränk ,