und Larven über dem Antlitz ; es war die Bruderschaft della Morte ... So noch fiebernd , so in Jesuitenart schwankend , so im zagenden Begriff zur Gesellschaft einzutreten , erschütterten ihn zwei Thatsachen , die dann noch zu gleicher Zeit auf ihn eindrangen ... Um ihn her war es plötzlich seltsam lebendig geworden ... Er sah , daß es die Anzeichen einer neuen Vision der Gräfin waren ... Er hörte , daß Stimmen des Erstaunens durcheinander gingen ... Er sah Bonaventura kommen ... sah diesen von Tante Benigna , von Onkel Levinus in hastigster Aufregung begrüßt , sah das Erbleichen des Domherrn , als ihm die Mittheilung wurde , daß Paula im Hochschlaf läge und von den schmerzlichsten Anschauungen gefoltert würde ... Zu gleicher Zeit bemerkte er aber auch auf dem Corridor , der zu seinen Zimmern führte , im weitesten Hintergrunde und grell von einem Sonnenstrahl beleuchtet - einen Mönch ... Ein Lebender war das , der da herkam , aber seine funkelnden Augen schienen zwei Flammen aus den Höhlen eines Todtenkopfs zu sein ... Die Kiefern des Mundes bewegten sich ... Sie lächelten ihm von weitem so freundlich , daß die Grübchen auf den Wangen sich ausfüllten wie mit Blumen unter Leichensteinen ... Ein langes , weites , braunes Gewand hing wie über einem Skelet , das lässig , doch absichtsvoll daherschritt ... Herr von Terschka ? riefen Diener im Hintergrund ... Ist dort ! sagten andere und schossen an ihm vorüber ... Ahnend stand Terschka an der Schwelle des Eintrittsaales am Weihebecken ... Der Mönch näherte sich ... Zugleich sprach voll Schrecken Bonaventura , der neben Terschka stand : Um Gott , was sieht sie ? ... Eine Feuersbrunst ! riefen mehrere Stimmen vom grünen Zimmer her ... Unter Terschka wankte der Boden ... Der Mönch kam näher und näher ... Voll Schmerz und Verzweiflung liegt sie ! erzählte man durcheinander ... Sie sieht ein Hans in Flammen ! Sie fürchtet zu verbrennen ! Kommen Sie ! Helfen Sie , Herr Domherr ! Aber auch der , der einst Terschka aus den Flammen gerettet , kam näher und doch schien der Corridor sich weit , endlos zu erstrecken bis zu den Corridoren und Kerkern - des Al Gesu in Rom ... Jetzt hielt der gespenstische Bruder einen Brief empor , der nur an Terschka gerichtet sein konnte , denn auf ihn , ihn blickte unverwandt das freundliche Nicken des Todtenhauptes ... Es ist das Schloß , das brennt ! berichteten neue Stimmen und riefen Bonaventura , dessen Hand Onkel Levinus ergriffen hatte , als sollte er Hülfe bringen und Paula beruhigen ... Das ist Hubertus ! sagte sich Terschka und an seinem Arm brannte das Mal in lichterlohem Feuer ... Bonaventura war aus dem Vorsaal in das grüne Zimmer getreten wie ein Hülfebringender , wie ein Rettender vor dem Tod in Feuersgluten , die er um sich her , seiner Ahnungen eingedenk , durch die Fenster hereinbrechen , rings das Gebälk ergreifen , eine Welt in Asche legen sah ... Und auch Terschka sollte folgen ... Onkel Levinus erwartete es und harrte ... Doch der Mönch , was will - der Mönch ? ... Bruder Hubertus ! sagte Onkel Levinus , ihn erkennend und nach obwaltenden Umständen erfreut begrüßend . Sie kämen schon zurecht , um auch hier aus Flammen zu retten ? Die Gräfin hat eine schwere Vision ... Bruder Hubertus trat lächelnden Mitleids naher , verbeugte sich , zuckte die Achseln , als wisse er gegen solche Offenbarungen der Gottheit keine Hülfe , und übergab an Terschka , diesen immer mit seinen Augen wie verschlingend , den Brief , den er ihm schon so lange entgegenhielt ... Terschka ergriff den Brief ... Das Siegel war geistlich - - noch kam es nicht aus Rom ... Pater Maurus , der Provinzial der Franciscaner , schrieb ihm nur unter dem großen Siegel seines Klosters ... Terschka erbrach und las ... Jetzt zog ihn der Onkel , um das ihm wichtiger Scheinende in den Zimmern drinnen nicht länger zu versäumen ... Ich werde kommen ! hauchte Terschka - gelblichbleich war er geworden wie der von der Wintersonne gefärbte Schnee auf den Feldern ... Noch einmal wandte er sich zu dem an der Thürschwelle harrenden und mit glühenden Augen ihn durchbohrenden Boten und sagte : Ein Brief - für mich - schreibt Ihr Guardian wäre im Kloster angekommen - wissen Sie nicht - woher ? Mit einer Miene , die das seligste Gefühl ausdrücken sollte : Bist du denn , Mann mit dem mir so theuren Namen , mit der ahnungsvollen seltsamen Gestalt , bist du denn wol gar verwandt mit dem Kinde - oder selbst - ? sprach dieser ein Wort , das dann für Terschka ' s Ohr erklang wie die Posaune des Weltgerichts : Aus dem Kloster der Piaristen zu Maria Treu in Wien ! Terschka - verschwand jetzt ... Nicht zusammenbrechend , nicht niedergeschmettert von einem Wort , das ihm lauten durfte : Deine Stunde ist abgelaufen ! sondern wie mit einem Muth auf Leben und Tod ... Er dachte an Armgart . Der Mönch stand noch immer und sagte nur zu den Dienern staunend : Wenzel von Terschka - ! Von den Vielbeschäftigten konnte dem Greise niemand Gehör geben . Die Schlußkapitel dieses fünften Buchs erfolgen im Anfang des sechsten Bandes . Sechster Band Fünftes Buch Fortsetzung und Schluß 13. Noch in derselben Nacht schlug das Wetter um . Zum Schnee gesellte sich Regen . So begann die Jagd schon ganz mit Bestätigung der trüben Ahnungen , die Tante Benigna um die Nachtruhe gebracht hatten ; Paula sah am Tag zuvor eine Feuersbrunst und zusammenstürzende Gebäude , die sie nicht zu nennen vermochte ... Terschka war heute schon in aller Frühe aufgebrochen und hatte zum Schloß Münnichhof , wo sich die Mehrzahl der Mitglieder des großen Jagdfestes versammeln wollte , einen Umweg über Kloster Himmelpfort gemacht ... Noch am Abend hatte er Armgart nach dem Stift Heiligenkreuz zurückbegleitet , war spät wiedergekommen ,