einwärts , und schon rollte er wie eine Welle förmlich in den Boden hinein . Zana sah hundsäugig , mit schnüffelnder Aufmerksamkeit seiner kämpferischen Gestalt , seiner prächtigen knochigen Wut , seiner grausamen Niederlage zu . Sie sog es ein , wie einen herrlichen Genuß . Die Indianer umher schwiegen fein und sieghaft . Dieses Schweigen war unverschämt , es war taktlos und ich ertrug es nicht . Der Met schmeckte süß und kühn , und Ehrgeiz brannte mir in der Herzgrube . Aber das allein war es nicht . Der föttische Blick Zanas stachelte mich . Sie haßte ich am meisten . Ich sah unser Prestige schwinden , und der Gedanke trat mir nähe , etwas dafür zu tun . Hatte ich heute morgen mit dem Mauser Glück gehabt , durfte ich auch jetzt eine Ehrenrettung wagen . Turnerische Erinnerungen kamen mir zu Hilfe . Ich stützte mich auf beide Hände und konnte ein paar Schritte auf ihnen tun . Aber das Blut schoß mir zu Kopf und die Ellenbogen knickten ein , meine Beine liefen mir oben weg und ich hatte Mühe , unten nachzukommen . So gut es ging rettete ich mich auf meine Sohlen zurück , in aller Anmut , so daß man ' s hätte für die Pointe halten können . Nun wurde mir warm . Ich fühlte mich zwar ein wenig verstört , war jedoch keineswegs verlegen . Mein Ehrgeiz war nicht umzubringen . Wille , Wille , Wille ! Mochten andere mit dem Erfolg einer Sache vorlieb nehmen , ich hielt es mit einem eisernen Willen . Zum Handstand gehört Philosophie ! Während ich unternehmend zwei Schritte zurücktrat , um den schönen turnerischen Schwung zu bekommen , schossen mir die klugen Räsonnements zu Hunderten durch den Kopf ! Vielleicht fehlte mir trotzdem ein wenig das Bewußtsein für meine Situation ? Dagegen erinnerte ich mich just in dem Augenblicke , in dem ich die Handflächen geduldig zum sechsten Male auf den Boden stemmte und mit den hinteren Extremitäten in der Luft Galopp anschlug , einer Tatsache , mit der ich es bisher noch nicht recht genau genommen hatte : Donnerwetter , von meinen vier Schüssen hatten ja eigentlich nur drei ! drei ! getroffen ! Die Scham schoß mir wie Frost in die Glieder , meine Ellbogen zitterten wieder , und ich landete totgeschossen so etwas wie an meiner eigenen Seite . Ich hatte das deutliche Gefühl , neben mir zu liegen , und es brauchte einige Zeit , bis ich meine Lage im Prinzip feststellen konnte . Hu , Met ist doch ein verrückter Stoff . Nun sind sie alle wichtig und keiner will sehen , was ich da eigentlich treibe . Ich danke für Met , wenn man keine höheren Interessen damit verbindet . Es ist ein schädlicher Stoff und macht blasiert . Indianischerseits schien man künstlerische Bestrebungen überhaupt zu ignorieren . Aber der eiserne Wille , meine Lieben , das ist es , das ist das Wichtige ! Hu , schnurrig ist doch diese Sache mit Luluac ; wie er sich prahlt und seine Methode erklärt , und wie er sein Siegerlächeln hinter Bestürzung und Verlegenheit verbirgt ! Auch dahinter steckt nur eiserner Wille . Willen muß man haben , hart wie Eisen . Dann sieht man den Menschen auf den Grund , bemerkt in großen Buchstaben , wie sich hinter ihrer Zuvorkommenheit Genugtuung versteckt . Hinaus mit diesem Luluac , er schwindelt ! Er hat zuviel Met gesoffen . Warum schneidet er Gesichter ? Ich durchschaue ihn ! Warum kichert dieser Holländer ? Er verträgt keinen Met . Man sollte ihm das Mettrinken polizeilich verbieten . Er hat keinen Met zu trinken ! Van den Dusen war der einzige , der meine Purzelbäume ernsthaft nahm . Ein Umstand , den ich ihm nicht einmal dankte , sondern läppisch fand . Denn , sagte ich mir , solch ein Kerl hat kein Recht , an meiner höheren Akrobatik sachverständig teilzunehmen . Aber vielleicht macht Met boshaft ? Van den Dusen war heute viel boshafter als sonst . Dann , mochte ich mich einmal fragen , hatte ich diesem van den Dusen schon einmal mein Hinterteil gezeigt ? Worauf mir im Grundbaß der Überzeugung nur ein Niemals ! einfiel . Nun aber stellte ich mich so , daß er stets von meinen schlenkernden Beinen bedroht war ; und , wich er aus , kam ich pünktlich auf seinen Standplatz wieder aus der Luft herab . Ich haßte ihn . Ich mochte Leute , die sich mit Met betranken , nicht leiden . Ihm gegenüber saß Zana , und diese haßte ich auch . Sie war der zweite Bestandteil meines Publikums . Nur van den Dusens verhaßte Gegenwart trug daran schuld , daß mir das Gehen auf den Händen nicht gelang . Und ich hätte Zana so Prächtiges vorzumachen gehabt ! Ich haßte sie , wenn ich mir denken mußte , daß ich mich vor ihr bloßstellte . Hatte der Met auch sie boshaft gemacht ? Alle Menschen waren heute boshaft , und ich hatte doch gerade heute ein gutes Herz und wollte mit meiner Hände Arbeit etwas für sie tun . Was , was konnte ich für Zana unternehmen ? Womit konnte ich ihr eine kleine Freude , einen hübschen herzlichen Spaß bereiten ? Hätte sie mir nur ein freundliches Gesicht gemacht , so wäre ich ihr um den Hals gefallen . Ich zeigte statt dessen keinerlei menschliche Rührung , sondern hielt an mich und rekognoszierte das Terrain . Nach dieser wissenschaftlichen Betrachtung stemmte ich mich endgültig , noch einmal ! auf die Handflächen - verdammt noch einmal , die Beine blieben richtig oben , aber mit der Tendenz kopfüber . Meine Hoffnungen waren mehr als erfüllt . Ich dachte nichts Schlechtes dabei , während ich meinen Beinen , die die Führung übernommen hatten , so hurtig als möglich mit den anderen Körperbestandteilen nachzueilen trachtete . Aber plötzlich spürte ich ein Hindernis , das sich schnell entfernte , hörte einen Schrei und