Tochter ihres bürgerlichen , gemeinen Nachbars that . - Nun , und wie gefiel Ihnen Elisabeth ? Ich muß gestehen , mein Geschmack sind diese schlanken , kalten Damen nicht . Wie gefiel sie Ihnen ? « » Ich urtheile selten nach erstem , flüchtigem Eindruck , « sagte Jaromir ausweichend , und fuhr dann wieder , zu dem ersten Thema schnell zurückkehrend , fort : » Ich lasse meine romantische Schilderung von Hohenheim die Runde durch mehrere Journale machen - gefällige literarische Freunde ersuche ich , kleine Notizen daraus noch auszumalen , meinen Bekannten in meinem letzten Wohnorte und Berlin schreibe ich privatim - und es müßte in der That seltsam zugehen , wenn es nicht innerhalb weniger Wochen für viel fashionabler gälte , in die Wasserheilanstalt nach Hohenheim zu wallfahrten , als nach Gräfenberg , und selbst nach Teplitz , Baden , Kissingen u.s.w. « » Nun , und Niemand wird darüber erfreuter sein , als ich , da eigenthümliche Verhältnisse es für mich vortheilhaft machen , einige Monate bei meinem Onkel noch auszuhalten , wo man , wie Sie sehen , nicht immer auf ' s Beste unterhalten wird . « Während so diese Beiden frohgelaunt den Abend heiter verplauderten , befand sich der Rittmeister unterdeß in einer ganz andern Stimmung ; seine Laune war viel eher grau in grau zu nennen , als rosenfarben . Er hatte vorher im geheimen Zwiegespräch dem Grafen von Hohenthal den höchst unangenehmen Fall vorgetragen , welcher ihn nöthigte , entweder sogleich zehn Tausend Thaler zu schaffen , oder einen der besten Theile seiner Besitzung zu verlieren . Er hatte zuerst von dem Grafen die bittersten Vorwürfe erhalten , daß er , wie dieser sich ausdrückte , eher zu einer gemeinen Krämerseele seine Zuflucht genommen , als zu einem Genossen seines Standes , und daß er ihn wenigstens nicht früher von dem ganzen unglückseligen Contrakt unterrichtet habe . Es müsse ihm doch viel leichter werden , den Wald an einen adligen Besitzer abzutreten , als an einen Industrieritter , der ihn gewiß umhauen , und als Brenn- und Nutzholz verwerthen lasse , und das schöne Wild daraus vertreibe , so daß , wo bisher in der feierlichen Waldstille nur die Flinte eines herrschaftlichen Jägers geknallt , bald der elende Lärm irgend einer Fabrik sich werde hören lassen . Endlich fragte der Graf , was der Rittmeister denn nun zu thun gedenke ? Dieser meinte , wie ihm keine Wahl bliebe , als entweder noch vor Nacht dieses Geld an Herrn Felchner zu schicken , oder gewärtig zu sein , daß dieser morgen von dem Walde Besitz nehme . Dies war dem Grafen ein so entsetzlicher Gedanke , daß er sogar seine Ausführung für eine Unmöglichkeit erklärte - endlich öffnete er seinen Sekretär , sah viele Fächer und Papiere durch , und überreichte nach langem Suchen und Zählen dem Rittmeister fünf Tausend Thaler in Staatspapieren und Actien . Mehr war ihm für jetzt nicht zur Hand , in acht Tagen , sagte er , würde es ihm möglich sein , auch die andere fehlende Hälfte der Schuldforderung zu liefern . Er ließ sich darüber von dem Rittmeister eine Bescheinigung geben , und gab ihm selbst schriftlich das Versprechen , in wenig Tagen ihm fünf Tausend Thaler auszuzahlen , damit sich dieser dessen als einer Beglaubigung Herrn Felchner gegenüber bedienen könnte , da dieser Nichts mehr auf seinen Credit gab . Der Rittmeister mußte sich nun wieder zu einem höflichen Brief an den Fabrikherrn entschließen . Er legte die fünf Tausend Thaler und die Bürgschaft des Grafen Hohenthal für das fehlende bei , und bat nun , sich noch einige Tage zu gedulden . - Der Brief war ein seltsames Gemisch von höflichen Redensarten , kriechenden Bitten und aristokratischen Anmaßungen . - Er sandte diesen Brief sogleich durch einen erpressen Boten an Herrn Felchner . Dieser saß eben mit Pauline , Georg und den Factoren beim Abendessen , welches so hastig und schweigsam eingenommen ward , wie immer , als man ihm des Rittmeisters Brief überbrachte . Er riß das Siegel verdrießlich auf - » sollte er doch noch das Geld aufgetrieben , und mich so um den guten Handel , den ich so leicht mit dem Walde gemacht hätte , betrügen ? « Als er gelesen , und die Papiere durchgesehen , stand er halb ärgerlich , halb lächelnd auf , und ging in sein Comtoir . Hier schrieb er an den Rittmeister : » Euer Hochwohlgeboren haben mir kein baares Geld geschickt , sondern elende Papiere , zum Theil von sehr relativem Werth . Wer wird eine Schuldzahlung in Actien annehmen ? Die Bürgschaft des Grafen Hohenthal ist für mich ohne Werth , denn sie ist nicht gerichtlich . Ein Mann , ein Wort - ich habe sechs Wochen Geduld gehabt , und Ihnen heute erklärt , daß dieselbe zu Ende ist . Bemühen Sie sich ja nicht weiter , mit höflichen Redensarten mich andern Sinnes zu machen . Ich schicke Ihnen Ihre Papiere wieder , und übergebe morgen unsere Sache dem Gericht . « Er versiegelte Alles , und gab das Paquet dem Boten des Rittmeisters . Dann rief er seine Tochter . » Mein Kind , « sagte er freundlich , » ich habe heute in Deinem Namen einen Korb ertheilt , ist Dir das recht , oder hättest Du schon Lust , Dich zu verheirathen ? « » Nein , gewiß nicht , lieber Vater , « sagte Pauline halb erröthend , halb lachend . » Es kann auch nur ein Scherz von Dir sein , denn ich wüßte nicht , wer könnte im Ernst um mich angehalten haben . « » Ei doch , es ist gar kein Scherz - der junge Baron von Waldow , dessen Vater dadurch aus seinen Schulden kommen wollte - ein neues Mittel für einen Vater - in der That ein neues Mittel , sonst suchen nur die adligen Taugenichtse eine reiche Partie , um ihre Schulden zu bezahlen , und ihr