Silberblech , ein kleiner kupferner Kessel , Messer , Gabeln und Löffel , einige leere Korbflaschen , einige hörnerne Becher , ein Beil , eine Matratze und ein Tragekorb auf demselben . Da hast Du unsre ganze wandernde Haushaltung . John hält uns für fürstlich ausgestattet , Humphry hätte gern noch mehr hinzugetan . Er und John befinden sich , zu unsrer Bedeckung , zu Pferde , sind mit guten Flinten bewaffnet und reichlich mit Pulver und Blei versehen ; Ismael macht den Kutscher . So werden wir nun morgen , in aller Frühe , unsere Wallfahrt antreten . Ich habe mich mit einem kleinen Reiseschreibzeuge versehen und werde ein ordentliches , an Dich gerichtetes Tagebuch halten , welches Du vielleicht einst erhältst . Mir hüpft das Herz vor Freude bei dem Gedanken an diese Pilgerfahrt . Das neue , ungekannte Leben reizt mich , und ich werde diese Nacht kaum schlafen können , wie die Kinder , welchen das ganze Leben meist noch fremd ist , schon vor einer Spazierfahrt nicht schlafen . Oh , wie ist man so selig , wenn man noch Kind ist ! da zieht uns nur der Blumenhügel an , welchen wir erreichen können , jetzt schließen kaum die blauen Berge und das Meer mein Sehnen ein . Den 20. Junius Wir sind vor Tage aufgebrochen , um in der Morgenkühle zu reisen . Die Sonnenhitze in den Mittagsstunden ist jetzt unerträglich , wir werden dann an einem schattigen Orte rasten , wo Wasser in der Nähe ist und Weide für unsere Pferde . Heute trafen wir einige artige Meiereien an , wo wir uns mit herrlicher Milch und mit Eiern versahen , welche nebst dem frischen Fleisch , welches wir aus Baltimore mitgebracht hatten , eine leckere Mahlzeit gaben . Zur Nacht haben wir bei dem Hause eines Pflanzers haltgemacht . Mein Gefolge wird draußen , bei Vieh und Gerät , Corally und ich werden in dem Hause schlafen . Von hier aus möchten wir wohl nicht oft mehr ein Obdach finden ; je weiter wir gegen das Gebirge kommen , desto sparsamer werden die Wohnungen , und doch habe ich diesen Weg vorgezogen , statt auf Albany zu gehen , die Gegend wird hier viel romantischer . Die Kinder unsres Wirtes sehen mir neugierig zu , wie ich beim Schein ihres Küchenfeuers schreibe . » Was machst du da ? « fragt ein kleiner Knabe . » Ich spreche mit meiner Schwester « , erwidere ich , » welche da über dem großen Wasser wohnt . « - » Mit den Fingern ? « sagt er und sieht mich kopfschüttelnd an . » Ich zeichne die Worte auf dies Papier , wie du dort ein Pferd mit Kohle auf die Wand gemalt hast « , gebe ich zur Antwort . Er blickt hinein und sagt : » Du mußt an kein Pferd , an keinen Vogel , keinen Baum , kein Haus gedacht haben , ich kenne kein einziges von deinen Worten . « Den 26. Junius Die Landschaft wird wilder , aber unbeschreiblich schön . Wir machen nur kleine Tagereisen , um unser Vieh bei der Hitze zu schonen . Bis jetzt haben wir noch immer Wohnungen angetroffen , wo wir Geflügel , Milch , Eier und Früchte kaufen konnten . Diese Nacht brachten wir zum erstenmal im Freien , am Saum eines Waldes , zu , wo ein klarer Quell uns mit vortrefflichem Wasser versorgte , und auch jetzt , indem ich dies schreibe , lagern wir am Fuß eines Berges , welcher dicht mit Ahorn und weißen Zedern bewachsen ist ; hundert Schritte von uns braust ein Waldstrom durch eine Bergschlucht hinab . John und Humphry sind auf die Jagd gegangen , und Ismael dreht den Bratspieß , Corally hat Wasser geschöpft in unsern Kessel und bereitet die Lager , ich stehe der kleinen Küche vor , die Pferde weiden neben uns . Du glaubst nicht , welchen eigentümlichen Reiz dieses Nomadenleben hat , selbst für den kultivierten Menschen ; ich wundre mich gar nicht , daß die Eingeborenen es nicht verlassen mögen . Den 30. Junius Schon seit vier Tagen irren wir in den Gebirgen umher , uns bloß nach der Sonne und den Gestirnen richtend , worauf sich John sehr gut versteht . Oft denke ich mir , wie Du Dich ängstigen würdest , Du weintest ja ehmals fast jedesmal , wenn auf unsern Spaziergängen die Turmspitze von Chaumerive sich uns versteckte , aus Furcht , Dich zu verirren . Hier sind wir deshalb ganz unbesorgt , denn diese Wildnisse sind so überraschend schön , daß man sie nie wieder verlassen möchte . Die Waldvögel über unsern Häuptern lassen ihre hundertfältigen , oft so fremden und seltsamen Stimmen hören , Erdbeeren und die Beeren anderer Rankengewächse röten den Rasen an den Abhängen der Berge , von deren Wipfeln neugierige Gazellen auf uns herniederblicken . Wir leben zum Teil von dem Ertrage der Jagd , welche hier nicht mühsam ist , da das Wild sich nicht sehr scheu und furchtsam zeigt ; auch die Eier einiger Wasservögel haben wir schon häufig an sumpfigen Stellen gefunden . Ich schlafe unter dem Zelte ; die Nächte sind kalt , aber entzückend schön durch ihre Klarheit , und mit Vergnügen betrachte ich die neuen Sternbilder , welche ich sonst nur auf der Himmelskarte antraf . Mein Schlaf ist vortrefflich , ein wenig Rum , mit Wasser , Ei und Zucker vermischt , mein Frühstück , wenn wir , mit dem ersten Anbruch der Morgenröte , uns auf den Weg machen . Den 5. Julius Wir haben , auf mancherlei Umwegen , die südliche Spitze des Eriesees glücklich erreicht und müssen hier einen Rasttag halten , denn unsere Pferde sind ziemlich erschöpft . Das Land war schon in den letzten Tagereisen flach und offen . Der See gewährt einen schönen Anblick , die jenseitigen Ufer sind nur in einzelnen nebeligen Punkten bemerkbar . John hat mehrere Wasservögel geschossen , welche unsere Mahlzeiten