den Vorstädten den Juden ihre Beute verkaufen . « - » Meine gute Frau « , sagte Berthold , » als jene Gesetze angenommen wurden , hatten sie gewiß ihren Grund , der Adel durfte sich nicht in fremdartigen Geschäften zerstreuen , der nahen Reichsfeinde gab ' s zu viele , auch mußte er sich für ein geschlossenes Ganze im gewissen Sinne halten , sollte er anders der Ehre sich als Opfer bringen . Demnach konnte der Kaiser wohl den Adel verleihen , aber erst die in mehreren Geschlechtern geprüften Abkömmlinge erhielten das volle Recht des Adels . Darauf haben die Zünfte der reichen Städte ähnliche Turniere bei sich eingerichtet und seit Jahren schon sind die großen Turniere der vier deutschen Lande ins Aufschieben gekommen . So wechselt alles gar seltsam , was nicht nach der Zeit sich richten , oder die Zeit überwältigen kann . Statt die andern deutschen Lande , wie sie aufblühten , in gleiche Rechte mit den früher Geordneten einzusetzen , statt eines freundlichen Verkehrs und Zusammenhaltens mit den Städten , trennte sich alles in herkömmlichem Stolze . Wir werden noch mehr erleben , bald meinen die Bauern Fürsten zu sein , geben keinem mehr eine freundliche Antwort , man braucht sie nur anzusehen , so gehen einem die groben Knollfinken zu Leibe . Der Bundschuh in der Fahne der Speyerschen Bauern im Aufruhr bezeichnete , daß sie ihn so hoch ehrten , wie eines Ritters Stiefel mit dem güldnen Sporn , dieser Aufruhr ist gewiß nicht der letzte gewesen , besonders in den geistlichen Landen , wo die Last doppelt drückt und weltlicher Prunk mit geistlichem zusammen bestritten werden soll . « - » Ja « , sagte Frau Zähringer , » wenn ich so einen Bettelmönch aus dem Bistum sehe , wie er mir mein sauer verdientes Brot abtrotzt , um es nachher für Wein in der Schenke zu verhandeln , da möchte ich ihm mit meinem Bundschuh gern auf die Platte schlagen und mit den Bauern rufen : Was ist das für ein Wesen ? Vor Mönchen mag keiner genesen . « - » Sonst war alles anders « , fuhr Berthold fort , » das strenge , arbeitsame Leben dieser Mönche befriedigte zu Hause alle ihre Bedürfnisse und nur , wenn sie mit geistlichem Troste zu den Leidenden umher gingen , bedurften sie eines geringen Unterhalts , der kaum bemerkt wurde gegen die Fülle höherer Unterhaltung , die ihr Wort verbreitete . « Während dieses Gesprächs war die Tochter , die in der vorigen Nacht arbeitsvoll und erwartungswach nicht zum Schlafe gekommen war , auf ihrer Hand eingeschlummert , dem guten Berthold gegenüber , der mit scheuem Vergnügen auf die von Schlaf und Traum lebhaft bewegte , heftig atmende Jungfrau hinblickte , denn alles war gut an ihr , wie in der Welt nach den Schöpfungstagen . » Daß dem lieben Kinde nur nicht die Hände einschlafen « , sagte er endlich in Verlegenheit , » sie liegt damit an der scharfen Kante des Tisches und klemmt ihr Herz ein , es scheint ihr sehr heiß . « Die Mutter nahm ein Näpfchen mit Weihwasser , sprengte damit über die Brust des Mädchens , daß diese aufschreckte und rief dann , daß ihr der Segen wohl bekommen möge nach dem Schlafe . - » Ich habe nicht geschlafen « , sagte Anna , » ich hörte noch von dem Stechen und wie der fremde Herr Bürgermeister den Preis und Dank gewonnen hat , wie er ihn mir darreichte und wie ich darüber so glücklich war . « - Die Mutter verlachte ihre Einbildung , aber dem Bürgermeister war das Blut glühend heiß in die Stirn getreten ; Anna hatte mit dem Traume die vieljährige Sehnsucht seines Herzens zu Worte kommen lassen , der er so lange nur heimlich nachgehängt , weil sie während seiner Schwäche als Wahnsinn erschienen wäre . Er konnte dem innern Drange , dem äußern Rufe zugleich nicht widerstehen , er mußte es wieder bestätigen , daß jeder Mensch , früher oder später , einmal ausrasen muß , er rief , daß er beim heil ' gen Georg für die edle Jungfrau eine Lanze brechen müsse , der Himmel werde es fügen , daß er den Traum wahr mache , ihr sei der Preis verehrt . Nun bedauerte er , keine seiner Rüstungen mitgebracht zu haben , aber Anna erzählte ihm von einem Waffenschmidt in der Nähe , der immer dergleichen in Vorrat zum Verleihen habe , nur die Mutter warnte ihn , sich in acht zu nehmen , es seien geschickte Stecher in Augsburg . Die Warnung befeuerte seinen Mut , jetzt erst freute er sich , Fingerling aus den Augen verloren zu haben , der hätte ihm Hindernisse in den Weg gelegt ; was die Mutter einst dazu sagen würde , brachte er aus dem Kopfe und freute sich nur , wie er für Alma sein Leben an das Ungewohnte setze . Schnell beurlaubte er sich von Mutter und Tochter und dachte zum Waffenschmidt gehend : Für einen Reiter , der mehr auf dem Pferde , als auf der Erde , mehr in der Rüstung , als im Schlafrock gelebt hat , ist es ein kleiner Dienst , seiner Jungfrau zu Ehren ein Rennen einzugehen , etwa nicht mehr , als wenn ich mich anheischig machte , ihr ein Liederbüchlein schön abzuschreiben ; wer aber wie ich , mehr auf der vierbeinigten Bank , oder im Krankenbett , als auf dem Roß und auf der Burg gelagert war , wer wie ich , kein junger Wagehals mehr ist , wer wie ich , vieles kennt , was ihm lieb und wichtig ist , und eine warnende Mutter stets vor sich sieht , der mag sich dieses Dienstes wegen ehren , er opfert ihm alles , was ihn so lange betätigte und beengte . So kam er an zwei Läden , deren einer mit weiblichen , reichen Tanzkleidern in Gold und Silber , der andre mit schwarzen eisernen