still zusammen zieht . Ihr kennt mich nicht und saht mich werden - Wart ihr nicht Zeugen , wie ich noch Nachtwandler mich zum ersten Male traf An jenem frohen Abend ? Flog euch nicht Ein süßer Schauer der Entzündung an ? - Versunken lag ich ganz in Honigkelchen . Ich duftete , die Blume schwankte still In goldner Morgenluft . Ein innres Quellen War ich , ein sanftes Ringen , alles floß Durch mich und über mich und hob mich leise . Da sank das erste Stäubchen in die Narbe , Denkt an den Kuß nach aufgehobnen Tisch . Ich quoll in meine eigne Fluth zurück - Es war ein Blitz - nun konnt ich schon mich regen , Die zarten Fäden und den Kelch bewegen , Schnell schossen , wie ich selber mich begann , Zu irrdischen Sinnen die Gedanken an . Noch war ich blind , doch schwankten lichte Sterne Durch meines Wesens wunderbare Ferne , Nichts war noch nah , ich fand mich nur von weiten , Ein Anklang alter , so wie künftger Zeiten . Aus Wehmuth , Lieb ' und Ahndungen entsprungen War der Besinnung Wachsthum nur ein Flug , Und wie die Wollust Flammen in mir schlug , Ward ich zugleich vom höchsten Weh durchdrungen . Die Welt lag blühend um den hellen Hügel , Die Worte des Profeten wurden Flügel , Nicht einzeln mehr nur Heinrich und Mathilde Vereinten Beide sich zu Einem Bilde . - Ich hob mich nun gen Himmel neugebohren , Vollendet war das irrdische Geschick Im seligen Verklärungsaugenblick , Es hatte nun die Zeit ihr Recht verlohren Und forderte , was sie geliehn , zurück . Es bricht die neue Welt herein Und verdunkelt den hellsten Sonnenschein [ , ] Man sieht nun aus bemooßten Trümmern Eine wunderseltsame Zukunft schimmern Und was vordem alltäglich war Scheint jetzo fremd und wunderbar . Eins in allem und alles im Einen Gottes Bild auf Kräutern und Steinen Gottes Geist in Menschen und Thieren , Dies muß man sich zu Gemüthe führen . Keine Ordnung mehr nach Raum und Zeit Hier Zukunft in der Vergangenheit [ . ] Der Liebe Reich ist aufgethan Die Fabel fängt zu spinnen an . Das Urspiel jeder Natur beginnt Auf kräftige Worte jedes sinnt Und so das große Weltgemüth Überall sich regt und unendlich blüht . Alles muß in einander greifen Eins durch das Andre gedeihn und reifen ; Jedes in Allen dar sich stellt Indem es sich mit ihnen vermischet Und gierig in ihre Tiefen fällt Sein eigenthümliches Wesen erfrischet Und tausend neue Gedanken erhält . Die Welt wird Traum , der Traum wird Welt Und was man geglaubt , es sey geschehn Kann man von weiten erst kommen sehn . Frey soll die Fantasie erst schalten , Nach ihrem Gefallen die Fäden verweben Hier manches verschleyern , dort manches entfalten , Und endlich in magischen Dunst verschweben . Wehmuth und Wollust , Tod und Leben Sind hier in innigster Sympathie - Wer sich der höchsten Lieb ' ergeben , Genest von ihren Wunden nie . Schmerzhaft muß jenes Band zerreißen Was sich ums innre Auge zieht , Einmal das treuste Herz verwaisen , Eh es der trüben Welt entflieht . Der Leib wird aufgelöst in Thränen , Zum weiten Grabe wird die Welt , In das , verzehrt von bangen Sehnen , Das Herz , als Asche , niederfällt . Auf dem schmalen Fußsteige , der ins Gebürg hinauflief , gieng ein Pilgrimm in tiefen Gedanken . Mittag war vorbey . Ein starker Wind sauste durch die blaue Luft . Seine dumpfen mannichfaltigen Stimmen verlohren sich , wie sie kamen . War er vielleicht durch die Gegenden der Kindheit geflogen ? Oder durch andre redende Länder ? Es waren Stimmen , deren Echo nach im Innersten klang und dennoch schien sie der Pilgrimm nicht zu kennen . Er hatte nun das Gebürg erreicht , wo er das Ziel seiner Reise zu finden hoffte - hoffte ? - Er hoffte gar nichts mehr . Die entsetzliche Angst und dann die trockne Kälte der gleichgültigsten Verzweiflung trieben ihn die wilden Schrecknisse des Gebürgs aufzusuchen . Der mühselige Gang beruhigte das zerstörende Spiel der innern Gewalten . Er war matt aber still . Noch sah er nichts was um ihn her sich allmälich gehäuft hatte , als er sich auf einen Stein setzte , und den Blick rückwärts wandte . Es dünkte ihm , als träume er jezt oder habe er geträumt . Eine unübersehliche Herrlichkeit schien sich vor ihm aufzuthun . Bald flossen seine Thränen , indem sein Innres plötzlich brach . Er wollte sich in die Ferne verweinen , daß auch keine Spur seines Daseyns übrig bliebe . Unter dem heftigen Schluchzen schien er zu sich selbst zu kommen ; die weiche , heitre Luft durchdrang ihn , seinen Sinnen ward die Welt wieder gegenwärtig und alte Gedanken fiengen tröstlich zu reden an . Dort lag Augsburg mit seinen Thürmen . Fern am Gesichtskreis blinkte der Spiegel des furchtbaren , geheimnißvollen Stroms . Der ungeheure Wald bog sich mit tröstlichen Ernst zu dem Wanderer - das gezackte Gebürg ruhte so bedeutend über der Ebene und beyde schienen zu sagen : Eile nur Strom , du entfliehst uns nicht - Ich will dir folgen mit geflügelten Schiffen . Ich will dich brechen und halten und dich verschlucken in meinen Schoos . Vertraue du uns Pilgrimm , es ist auch unser Feind , den wir selbst erzeugten - Laß ihn eilen mit seinem Raub , er entflieht uns nicht . Der arme Pilgrimm gedachte der alten Zeiten , und ihrer unsäglichen Entzückungen - Aber wie matt gingen diese köstlichen Errinnerungen vorüber . Der breite Hut verdeckte ein jugendliches Gesicht . Es war bleich , wie eine Nachtblume . In Thränen hatte sich der Balsamsaft des jungen Lebens , in tiefe Seufzer sein schwellender Hauch verwandelt . In ein fahles Aschgrau waren alle seine Farben verschossen . Seitwärts am Gehänge schien ihm ein Mönch unter einem alten Eichbaum