, was ich bin und habe , mein zu werden als mein Gatte und mein Herr , und daß ich sie gefühlt auf meinem Haupte , Deine heißen Thränen , daß ich sie noch fühle , Deine heißen Küsse , unter denen ich zu vergehen wünschte ? Hast Du es vergessen , wie Du mich mit heiligem Eide schwören lassen , daß ich nie einem Manne angehören würde , weil Du geschworen , keines Weibes Mann zu sein ? Hast Du das alles , alles ganz vergessen , Mann ? Der Abbé war aufgestanden und hatte sich von ihr entfernt . Er preßte seine Hände gegen seine brennende Stirn , auch sein Herz schlug ihm gegen die Brust , daß es ihm den Athem versetzte ; aber des Mitleids mit sich selbst von Jugend auf entwöhnt , hatte er es auch für Eleonore nicht . Wir müssen zu Ende kommen , sagte er , sich mit Gewalt beherrschend , wenn wir nicht Beide , Beide untergehen sollen ! - Er hielt inne , und mit jener grausamen Offenheit , die sich nicht scheut , Alles zu bekennen , weil sie nichts mehr zu verlieren hat und fürchtet , sprach er : Es ist wahr , wie Du es sagtest , Alles wahr ! - Ich habe mit dem bestimmten Zwecke , Dich der Mutterkirche wiederzugeben , mein Auge über Dir gehabt , seit ich Dich kannte ! Ich habe Dir früh gestanden , daß ich zu Großem Dich berufen glaubte , ich habe danach gestrebt , Dein Vertrauen zu gewinnen , Deine Seele zu beherrschen ! Aber wann hat je die Stunde geschlagen , in welcher ich es Dich vergessen machen gewollt , daß ich für mich von Dir nichts zu begehren hatte ? Du wußtest , wer und was ich war ! Du sahst das Kleid , das mich von der großen Menge trennte , Du wußtest , daß ich ein Diener unserer Kirche bin ! Habe ich sie je vor Dir verborgen , die Dornenkrone der Entsagung , die wir tragen als das Siegeszeichen unserer Selbstüberwindung ? War ich es , der von Liebe zu Dir gesprochen hat ? War ich es , der die heißen Wünsche Deines Herzens angefacht ? Ich hielt Dich für ein Höheres geschaffen ! Du solltest sie kennen lernen in ihrer Nichtigkeit , die Gunst der Mächtigen , die trügerischen Freundschaften der Welt , die urtheilslose Gesellschaft Deiner Standesgenossen , um zu ermessen , was es heißt , in fester Gliederung einer unwandelbaren Einheit anzugehören , die , ein geheimnißvolles Wesen , der Menschen Schicksale mit kluger Herrschaft lenkt ! Ja , ich liebte Dich - ich liebe Dich noch , das fühle ich an dem Verlangen , das ich hege , Dich einzureihen in den Kreis der Herrschenden ! Aber - Du bist kleiner , als ich Dich geglaubt ! Du hast sie nicht verstanden , jene Liebe , die ich für Dich hege ! Nicht mein Wille , Deine Sinne haben Dich bestrickt , daß ich kaum wußte , wie ich Dich und mich erretten sollte aus dem Sturme , den Du über uns heraufbeschworen ! Mit aller Gewalt mußte ich Dich und mich hinflüchten zu den Füßen des Gottes , der für uns gestorben ist , um es zu vergessen , daß ich ein Mann bin , ein Mensch , und Du ein schönes Weib ! Ich mußte Dich meiden , um Deiner selbst willen ! Denn rein solltest Du niederknieen , ein reines Weib , zu den Füßen der unbefleckten Jungfrau , der Du Dich angelobt in jener Stunde , da ich Dich aufgenommen in den Schooß der Kirche , die jetzt über Dich und mich ihre schützenden Fittige ausgebreitet hat und zu deren Werkzeug Gott Dich sicher auserkoren hat ! Ich habe für Dich gethan , was ich gemußt , was mein Glaube mir geboten ! Ich kann nichts weiter für Dich thun - ich gehöre nicht mir selber an ! Hoch und erbarmungslos stand er ihr gegenüber , aber er wagte seine Blicke nicht auf sie zu richten . Er wendete sich von ihr ab . Sie glaubte , daß er sich entfernen wolle , und aufspringend aus der tiefen Versunkenheit , mit welcher sie ihn angehört hatte , warf sie sich ihm zu Füßen , und mit ihren Armen seine Kniee umklammernd , rief sie : Ich sterbe , wenn Du von mir gehst ! Er zuckte zusammen vor dem Jammerlaute , aber er erhob sie mit fester Hand , und mit einer Ruhe , die ihn älter erscheinen machte , als er war , versetzte er : Jeder von uns muß in sich den Tod erleiden , um ein neues Leben zu beginnen , und das wirst auch Du . Glaubst Du , ich habe sie nie gefühlt , diese Schmerzen der Entsagung ? Glaubst Du , ich habe sie nie gekannt , die Angst vor der eigenen Ohnmacht und die Zweifel an des Höchsten Kraft verleihender Hülfe ? Glaubst Du , ich habe nicht gesorgt um Dich , nicht zu Gott gefleht für Dich ? Wähnst Du , daß meine Seele nicht bei Dir ist , wenn Dein Auge mich nicht sieht ? - Er hatte ihre Hände in die seinen genommen , jetzt hob er sie in die Höhe , und den Blick zum Himmel gewendet , bewegte er seine Lippen in lautlosem Gebet . Die Gräfin stand ihm wie gebrochen gegenüber . Als er geendet hatte , legte er seine Hände segnend auf ihr Haupt , und machtlos und schweigend sank sie vor ihm nieder , seine Kniee noch einmal in Thränen zu umfassen . Er ließ sie einen Augenblick gewähren , dann führte er sie nach dem Sessel und ging hinaus . Sie war betäubt vor Schmerz . Draußen fand der Abbé den Diener der Gräfin . Er befahl ihm , einen Wagen herbeizuschaffen ; der Alte hatte schon dafür gesorgt . In das Zimmer zurückgekehrt , trug der Abbé selbst