ja gar net . « » Wenn dich d ' Neugier gar so plagt , ich bin die Bruckner-Mali . « » Waaas ? Die Mali ? Ah , da legst dich nieder ! Seit wann bist denn du wieder daheim ? « Die Frage überhörend , ließ Mali die Augen mit einem nicht sehr freundlichen Blick über die Gestalt des Jägers gleiten . Sie verzog den Mund . » Du mußt der Schipper sein ? « » Freut mich , daß d ' mich wiederkennst . Und gut hat dir der Aufenthalt bei der Schwester angschlagen . Bist allweil a saubers Kind gwesen . Als Madl bist noch säuberer worden . « Mali lachte . » Ui jegerl ! Komplimenten macht er ! Die muß ich dir schon zruckgeben . Du bist schon selbigsmal a schiecher Kerl gwesen . Jetzt schaust noch grauslicher aus ! « Ohne Gruß ging sie davon . Schipper wußte nicht recht , sollte er lachen oder sich ärgern . Er entschloß sich für das erstere , und je länger er der Davonschreitenden nachblickte , desto freundlicher wurden seine Augen wieder . » Die is grob . Aber verteufelt sauber . Hat Holz am Ofen . Für dös Madl könnt ich Dummheiten machen ! « Mali verschwand in der Tiefe des Steiges . Und Schipper kalkulierte unter dünnem Lächeln : » Dem Bruckner sei ' Schwester ? Dös trifft sich net schlecht . Mit ' m Bruckner könnt man a Wörtl reden . « Während er weiterschritt , drehte er noch einmal das Gesicht und blickte schmunzelnd über den Pfad . Durch den Wald herauf hörte er Malis Bergstock klirren . Sie hatte Eile . Häufig kürzte sie die Wendungen des Pfades und nahm ihren Weg in gerader Richtung talwärts durch den Wald . Als sie das tiefere Gehölz erreichte , hörte sie über den Berghang her den Hall wuchtiger Axtschläge . Da drüben arbeitete ihr Bruder . Unschlüssig blieb Mali stehen . Am Morgen hatte sie den Bruder aufgesucht und ihm versprochen , auf dem Rückweg wiederzukommen . Aber sie hatte viel Zeit verloren - und das kleine Netterl , meinte sie , würde schon mit Schmerzen auf sie warten . Die eigentliche Ursache , weshalb sie jetzt , nach der Begegnung mit Franzl , dem Bruder nicht gern gegenübertrat , wollte sie sich selbst nicht eingestehen . Damit er wüßte , daß sie bereits auf dem Heimweg wäre , höhlte sie die Hände um den Mund und schickte einen langgezogenen Ruf in den Wald . Die Axtschläge verstummten , und Bruckner gab Antwort ; er hatte die Bedeutung des Rufes verstanden . Während Mali davoneilte , klangen wieder die Beilhiebe , und es hallte das Krachen eines stürzenden Baumes durch den weiten Bergwald . Bruckner arbeitete , bis der Abend zu dämmern begann ; dann machte auch er sich auf den Heimweg . Die Joppe um die Schultern tragend , die Axt mit dem Eisen in die Armbeuge eingehenkt , wanderte er zwischen den Bäumen . Der weiche Moosgrund dämpfte den Hall seiner Schritte . Plötzlich stand er wie angewurzelt . Er hatte einen Hirsch gewahrt , der aus der Tiefe des Waldes emporgestiegen kam und die Almen suchte . Bruckners Hände begannen zu zittern , während er , an einen Baum gedrückt , mit funkelnden Augen jede Bewegung des Wildes verfolgte . Der Hirsch merkte die Nähe des Menschen nicht und zog in sorgloser Ruhe zwischen den Bäumen aufwärts , bald hier ein Kraut , bald dort ein paar Gräser von der Erde zupfend . Weißblinkend hoben sich die Spitzen des stattlichen Kronengeweihs vom finsteren Grün des abendlichen Waldes ab . Immer näher kam der Hirsch dem Baum , hinter welchem Bruckner stand ; der Bauer faßte mit langsam gleitender Hand den Stiel der Axt . Nun stand das Wild vor ihm , kaum zehn Schritt weit . In jähem Schwung holte Bruckner mit der Axt zum Wurf aus . Ehe das Beil noch flog , machte der Hirsch erschrocken einen Satz und äugte gegen den höheren Waldhang ; das währte nur einen Augenblick , und in sausender Flucht verschwand er zwischen dem Gewirr der Stämme , während die Beilschneide hallend in eine Fichte schlug . Bruckner keuchte . » Allweil packt ' s mich wieder ! « Er hob die Joppe auf , die ihm von den Schultern geglitten war , und ging zu der Fichte , um das Beil aus dem Holz zu reißen . Da hörte er hinter sich ein leises Lachen . Er wandte das Gesicht , und kalkige Blässe rann über seine Stirn , als er den Jäger erkannte . Langsam , immer lachend , kam Schipper näher . » Du ? Was machst denn da ? « Bruckner zog schweigend die Joppe an . » Ja , Lenzi ! A harts Stückl : so an Prügelhirsch anschauen müssen und kein Büchsl net haben ? Mit der Axt macht sich so was schlecht . Seit wann hat dich denn der Wildteufel wieder beim Krawattl ? « Bruckner nahm die Axt in den Arm ; seine Stimme klang heiser . » ' s ganze Blut in mir drin wird rebellisch , so oft mir a Stückl Wild über ' n Weg lauft . Aber mein Schwur hab ich ghalten bis zum heutigen Tag . « » Ja , ja , ich glaub dir schon ! « Schipper schmunzelte . » Und wenn ' s drauf ankäm - so weit die Gschicht mich angeht , ich tät vielleicht reden lassen mit mir . « Der Bauer maß den Jäger mit hartem Blick . » Dir könnt man so was zutrauen ! Dir ! « » Wir zwei sind alte Spezi . Unser Freundschaft hat festen Halt . Wenn ' s wieder schnackeln tät bei dir , mich brauchst net fürchten . Der Franzl halt ! Der versteht kein Spaß . « Immer leiser wurden Schippers Worte . » Der hat was an ihm , wie sein Vater gwesen is