waschen vor der Welt , und sollte seine Schwester gar den Holzmeistersohn von den Lautergräben heiraten . Und mein Holzmeistersohn zieht die Riemen in die Schuhe seiner Braut . Die Alte , einmal zu den ersten Worten veranlaßt , kommt ins Schwätzen : » Und vergiß mir ' s ja nicht , Annamirl , « sagt sie , » mußt es auch probieren . Einmal wird ' s doch anschlagen . « » Daß ich den Patengroschen2 sollt ' anbauen , Mutterle ? « » Dasselb ' , ja . Und unter einer Zwieseltann ' mußt du in der Hochzeitsnacht den Groschen vergraben . Das ist der Geldsamen , und wirst sehen , in drei Tagen wird er blühen , und in drei Monaten kann er gleichwohl schon zeitig sein . Die Vorfahren haben es auch so gemacht , aber allen ist ' s nicht gelungen . Gewesen ist ' s so : mein Ahndl hat die Zeit versäumt , meine Mutter hat die Zwieseltann ' nicht mehr gefunden und ich hab ' einen unrechten Groschen in die Erden tan . Deswegen , meine Tochter , merk ' dir die Stund ' und die Zwieseltann ' , und der Groschen wird aufgehen und Geld genug wirst haben dein Lebtag lang . « Die Annamirl öffnet eine alte Truhe und beginnt in den Kleidungsstücken und anderen Geräten herumzukramen . Ich glaube , sie hat den Patengroschen gesucht . Der Köhler im Winkel wäscht und reibt sich . Mehrmals wechselt er das Wasser , und immer wird es schier schwarz wie Tinte . Endlich aber bleibt es nur grau , da läßt der Ruß-Bartelmei ab und trocknet sich ; dann kleidet er sich an , setzt sich auf die Türschwelle , und aufatmend sagt er : » Ja , Leut ' , die eine Haut hätt ' ich jetzt herunter und die andere ist noch ein wenig oben . « Dieselbe aber , die noch ein wenig oben , ist sehr rot geworden , ist stellenweise gar noch ein bißchen braun , und es soll doch immer noch der Ruß-Bartelmei sein , der morgen seiner Schwester zur Hochzeit geht . Ich werde eingeladen , daß ich über die Nacht in der Hütte bleibe und die Braut setzt mir gastlich eine Eierspeise vor , weil ich der » gelehrte Mann « , der , käme die Zeit und hätten die Kinder einen guten Kopf , leicht zu brauchen wäre . Der Rauch hat die Hühner aus ihrer Abendruh ' aufgetrieben ; da kommen sie nun zu mir auf das Tischchen und machen , zuckend , hohe Krägen über den Topfrand in meinen Kuchen hinein . Wollen sie zuletzt gar ihre Eier wieder zurückhaben ? Auch die Alte kommt mir immer näher , tut zweimal den Mund auf und unverrichteter Sache wieder zu , und murmelt dann in ihr blaues Halstuch hinein : » Ich red ' s doch nicht - ' s wird gescheiter sein . « Ich bin ihrer Furchtsamkeit zu Hilfe gekommen : » Allfort wohlauf , Mutterle ? « » Dank Euch Gott die Frag ' , « entgegnete sie sogleich und rückt mir noch näher , » diemal ja , - unberufen . Was noch kommen wird , weiß unsereins nicht . Und daß ich ' s nur daher red ' , wie ich ' s versteh ' : er ist ein gelehrsamer Mann , sagen die Leut ' , nachher wird er das Wahrsagen wohl auch kennen ? - Gar nicht ? - Aber das , hätt ' ich gemeint , sollt ' so ein Mensch wohl lernen . Und von wegen dem Lotterg ' spiel , weil wir schon so weit bekannt sind : weiß er keine Nummern ? « » Jestl und Josef , « schreit jetzt das junge Weib plötzlich auf , » eilet , eilet , Mutterle , mir deucht , das Kätzl ist ins Wasserschaff gekugelt ! « Da wackelt die Alte gegen den Winkel hin , in welchem früher der Bartelmei gewesen ; aber das Kätzlein ist schon fort , ist vielleicht gar nie im Wasser gewesen . Die Annamirl wird sich der kindischen Fragen ihrer Mutter schämen , und hat ihnen durch obige List ein Ende gemacht . Am andern Tag , als die Morgenröte durch den weißen Kohlenrauch hat geglüht , sind von allen Seiten des Waldes her Leute gekommen . Schmuck und geschmeidig sind alle gewesen , wie ich sie hier noch nie so gesehen . Sie bringen Hochzeitsgaben mit . Der Pecher kommt mit dem glänzenden schwarzen Pechöltopf : Und er meint es wohl so : Für die Brautleut ' zur Gesundheit . Was will das Pechöl sagen ? Habt ihr im Leben auch Pech zu tragen , müßt Ihr ihm gleich das Öl der Geduld zuteilen . Das will das Pechöl sagen . Wurzner kommen mit Gesäme und duftenden Kräuterbüscheln ; die Ameisgräber kommen mit » Waldrauch « ; Kinder bringen Wildobst in Fichtenrindenkörbchen ; Holzhauer tragen Hausgeräte herbei . Der Schwamelfuchs , ein altes , verhöckertes und verknorpeltes Männlein , schleppt eine großmächtige Tonschüssel heran , einen rechten Familientopf , wohl für ein ganzes Dutzend Esser . Andere bringen hölzerne Löffel dazu ; wieder andere kramen Mehl- und Schmalzkübel aus und ein Kohlenbrennerweib kommt ganz verlegen hereingetorkelt und steckt der Braut ein sorgsam umwickeltes Päckchen zu . Als diese , mit unbehilflichen Worten die Spenderin lobend , es öffnet , kommen zwei wackergestopfte Kapauner zum Vorschein . Das erspäht die alte Rußkathl , die , bereits auch festlich angezogen , erwartungsvoll an den Wänden herumschleicht , und sie flüstert zu ihrer Tochter : » Weißt wohl , Annamirl , wo die best ' Brautgab ' hinkommen muß ? Ja wohl in den kühlen Erdboden hinein . Nachher kommt eine schöne Frau in guldenem Wagen gefahren , und an den guldenen Wagen sind zwei Kätzlein gespannt , die graben mit ihren Pfoten die Brautgabe aus , und die Frau nimmt die Gab ' in ihre schneeweißen Händ