, und drehte die Stelle des Rades , von welcher ein Stück Schiene abgebrochen war , achtsam nach oben , worauf er durch untergeschobene Steine das Rad in seiner Stellung festigte . Nachdem er wieder ein paar Augenblicke in das Feuer gesehen hatte , ohne daß seine hellen und scharfen Augen davon zu blinzeln begannen , fuhr er rasch mit der Zange hinein , hob das rotglühende Stück Eisen heraus , legte es auf den Amboß , schwang den Hammer darüber , daß die Funken sprühten , schlug das noch immer glutrötliche um das Rad , da wo die Schiene fehlte , schlug und schweißte es mit zwei gewaltigen Schlägen fest , und trieb dann die Nägel , welche es in seiner weichen Dehnbarkeit noch immer leicht hindurchließ , an ihre Plätze . Einige der stärksten und heftigsten Schläge gaben dem eingefügten Stücke das letzte Geschick . Der Schulze stieß mit dem Fuße die vor das Rad gelegten Steine hinweg , faßte den Wagen bei der Stange , um das geflickte Rad zu prüfen , und zog ihn ungeachtet seiner Schwere ohne Anstrengung quer über den Hof , so daß die Hühner , Gänse und Enten , welche sich ruhig gesonnt hatten , mit großem Geschrei vor dem rasselnden Wagen entflohen , und ein paar Schweine aus ihrem eingewühlten Lager grunzend auffuhren . Zwei Männer , von denen der eine ein Pferdehändler , der andre ein Rendant oder Rezeptor war , hatten , unter der großen Linde am Tische vor dem Wohnhause sitzend und ihren Trunk verzehrend , der Arbeit des alten , rüstigen Mannes zugesehen . » Das muß wahr sein « , rief jetzt der eine , der Pferdehändler , » Ihr hättet einen tüchtigen Schmidt abgegeben , Hofschulze ! « Der Hofschulze wusch in einem Stalleimer voll Wasser , welcher neben dem kleinen Ambosse stand , sich Hände und Gesicht , goß dann das Feuer aus , und sagte : » Ein Narr , der dem Schmidt gibt , was er selbst verdienen kann . « Er nahm den Amboß , als sei er eine Feder , auf , und trug ihn nebst Hammer und Zange unter einen kleinen Schoppen zwischen Wohnhaus und Scheure , in welchem Hobelbank , Säge , Stemmeisen , und was sonst zu Zimmer- und Schreinergewerk gehört , bei Holz und Brettern mancher Art stand , lag oder hing . Indem der Alte sich unter dem Schoppen noch zu schaffen machte , sagte der Pferdehändler zu dem Rezeptor : » Wollen Sie glauben , daß der auch alle Pfosten , Türen und Schwellen , die Kisten und Kasten im Hause mit eigner Hand flickt , oder , wenn das Glück gut ist , auch neu zuschneidet ? Ich meine , wenn er wollte , könnte er auch einen Kunstschreiner vorstellen und würde einen richtigen Schrank zuwege bringen . « » Da seid Ihr im Irrtum « , sprach der Hofschulze , der das letzte gehört hatte und , das Schurzfell jetzt abgetan , im weißleinenen Kittel aus dem Schoppen trat . Er setzte sich zu den beiden Männern an den Tisch , eine Magd brachte ihm auch ein Glas , er tat seinen Gästen Bescheid und fuhr dann fort : » Zu einem Pfosten , zu einer Türe und Schwelle gehören nur ein Paar gesunde Augen und eine firme Faust , aber ein Schreiner braucht mehr . Ich habe mich einmal vom Hochmut verleiten lassen , und wollte , wie Ihr es nennt , einen richtigen Schrank zuwege bringen , weil mir Hobel und Meißel und Reißschiene auch bei dem Zimmerwerk durch die Hände gegangen waren . Ich maß und zeichnete und schnitt die Hölzer zu , auf Fuß und Zoll hatte ich alles abgepaßt ; ja , als es nun an das Zusammenfügen und Leimen gehen sollte , war alles verkehrt . Die Wände standen windschief und klafften , die Klappe vorne war zu groß , und die Kasten für die Öffnungen zu klein . Ihr könnt das Gemächt noch sehen , ich habe es auf dem Sill stehen lassen , mich vor Versuchung künftig zu wahren , denn es tut dem Menschen immer gut , wenn er eine Erinnerung an seine Schwachheit vor Augen hat . « In diesem Augenblicke ließ sich ein lustiges Wiehern aus dem Pferdestalle gegenüber vernehmen . Der Pferdehändler räusperte sich , spuckte aus , schlug sich Feuer an , blies dem Rezeptor eine starke Dampfwolke in das Gesicht , sah sehnsüchtig nach dem Stalle und dann gedankenvoll vor sich nieder . Hierauf spuckte er nochmals aus , nahm den lackierten Hut vom Kopfe , strich mit dem Arme über die Stirn und sagte : » Noch immer eine schwüle Witterung . « - Dann schnallte er seine lederne Geldkatze vom Leibe , warf sie mit Getöse auf den Tisch , daß der Inhalt klang und klirrte , lösete die Riemen und zählte zwanzig blanke Goldstücke hin , bei deren Anblicke die Augen des Rezeptors zu funkeln anfingen , und nach denen der alte Hofschulze gar nicht hinsah . » Hier ist das Geld ! « rief der Pferdehändler , die Faust geballt auf den Tisch stemmend , » krieg ' ich die braune Stute dafür ? Sie ist , weiß Gott , nicht einen Heller mehr wert . « » Dann behaltet Euer Geld , damit Ihr nicht zu Schaden kommt « , versetzte der Hofschulze kaltblütig . » Sechsundzwanzig , wie ich gesagt habe , und keinen Stüber darunter . Ihr kennt mich nun die Jahre her , Herr Marx , und solltet daher wissen , daß das Dringen und Feilschen bei mir nicht verschlägt , weil ich nie von meiner Sprache abgehe . Ich begehre , was mir eine Sache wert ist und tue niemalen vorschlagen , und so könnte ein Posaunenengel vom Himmel dahergefahren kommen , er kriegte die Braune nicht unter sechsundzwanzig . « » Aber Gott ' s Sackerlot « , schrie der Pferdehändler erbost , » aus Fordern und Bieten