zum Kampf bereit ; doch Georg zog sein Schwert , und in demselben Augenblick sah er sich von fünf Männern angefallen , während sein Gefährte schon mit drei andern im Handgemenge war . Der enge Hohlweg hinderte ihn , sich seiner Vorteile zu bedienen , und auf die Seiten auszubiegen . Einer packte die Zügel seines Rosses , doch in demselben Augenblick traf ihn Georgs Klinge auf die Stirne , daß er ohne Laut niedersank , doch die andern , wütend gemacht durch den Fall ihres Genossen , drangen noch stärker auf ihn ein und riefen ihm zu , sich zu ergeben ; aber Georg , obgleich er schon am Arm und Fuß aus mehreren Wunden blutete , antwortete nur durch Schwerthiebe . » Lebendig oder tot « , rief einer der Kämpfenden , » wenn der Herr Herzog nicht anders will , so mag er ' s haben . « Er rief ' s , und in demselben Augenblick sank Georg von Sturmfeder , von einem schweren Hieb über den Kopf getroffen , nieder . In tödlicher Ermattung schloß er die Augen , er fühlte sich aufgehoben und weggetragen , und hörte nur das grimmige Lachen seiner Mörder , die über ihren Fang zu triumphieren schienen . Nach einer kleinen Weile ließ man ihn auf den Boden nieder , ein Reiter sprengte heran , saß ab und trat zu denen , die ihn getragen hatten . Georg raffte seine letzte Kraft zusammen , um die Augen noch einmal zu öffnen . Er sah ein unbekanntes Gesicht das sich über ihn herabbeugte ; » Was habt ihr gemacht ? « hörte er rufen , » dieser ist es nicht , ihr habt den Falschen getroffen . Macht , daß ihr fortkommt , die von Neuffen sind uns auf den Fersen . « Matt zum Tode schloß Georg sein Auge , nur sein Ohr vernahm wilde Stimmen und das Geräusch von Streitenden , doch auch dieses zog sich ferne ; feuchte Kälte drang aus dem Boden des Wiesentales , und machte seine Glieder erstarren , aber ein süßer Schlummer senkte sich auf den Verwundeten herab , und mit dem letzten Gedanken an die Geliebte entschwanden seine Sinne . Zweiter Teil I Von vieler Burgen Walle Des Bundes Fahnen wehn , Die Städte huld ' gen alle , Kein Schloß mag widerstehn , Nur Tübingen , die Feste Verspricht noch Wehr und Trutz . G. Schwab Der Schwäbische Bund war mit Macht in Württemberg eingedrungen , von Tag zu Tag gewann er an Boden , von Woche zu Woche wurden seine Heere furchtbarer . Zuerst war nach langer mutiger Gegenwehr der Höllenstein , das feste Schloß von Heidenheim gefallen . Ein tapferer Mann , Stephan von Lichow hatte dort befehligt , aber mit seinem Paar Feldschlangen , mit einer Handvoll Knechte konnte er den Tausenden des Bundes und der Kriegskunst eines Frondsberg nicht widerstehen . Bald nachher fiel Göppingen . Nicht minder tapfer als der von Lichow hatte sich Philipp von Rechberg gewehrt , hatte sogar für sich und seine Knechte freien Abzug erfochten ; aber das Schicksal des Landes vermochte er nicht abzuwenden . Teck , damals noch eine starke , feste Burg , fiel durch Unvorsichtigkeit der Besatzung ; am mutigsten hielt sich Meckmühl , es schloß einen Mann in seinen Mauern ein , der sich allein mit zwanzig der Belagerer geschlagen hätte ; sein eiserner Wille war oft nicht minder schwer als seine eiserne Hand auf ihnen gelegen . Auch diese Mauern wurden gebrochen , und Götz von Berlichingen fiel in des Bundes Hand . Auch Schorndorf konnte den Kanonen Georgs von Frondsberg nicht widerstehen ; es war die festeste Stadt gewesen , mit ihr fiel das Unterland.21 So war nun ganz Württemberg bis herauf gegen Kirchheim in der Bündischen Gewalt , und der Bayern Herzog brach sein Lager auf , um mit Ernst an Stuttgart zu gehen . Da kamen ihm Gesandte entgegen nach Denkendorf , die um Gnade flehten . Sie durften zwar nicht wagen vor dem erbitterten Feind ihren Herzog zu entschuldigen , aber sie gaben zu bedenken , daß ja er , die Ursache des Krieges , nicht mehr unter ihnen sei , daß man nur gegen seinen unschuldigen Knaben , den Prinzen Christoph und gegen das Land Krieg führe . Aber vor der ehernen Stirne Wilhelms von Bayern , vor den habgierigen Blicken der Bundesglieder fanden diese Bitten keine Gnade . Ulerich habe diese Strafe verdient , gab man zur Antwort , das Land habe ihn unterstützt , also mit gefangen , mit gehangen - auch Stuttgart mußte seine Tore öffnen.22 Aber noch war der Sieg nichts weniger als vollständig ; der größte Teil des Oberlandes hielt noch zu dem Herzog , und es schien nicht , als ob er sich auf den ersten Aufruf ergeben wollte . Dieses höher gelegene Gebirgsland wurde von zwei festen Plätzen , Urach und Tübingen , beherrscht , solange diese sich hielten , wollten auch die Lande umher nicht abfallen . In Urach hielt es die Bürgerschaft mit dem Bunde , die Besatzung mit dem Herzog . Es kam zum Handgemenge , worin der tapfere Kommandant erstochen wurde , die Stadt ergab sich den Bündischen . Und so war in der Mitte des April nur Tübingen noch übrig ; doch dieses hatte der Herzog stark befestigt ; dort waren seine Kinder und die Schätze seines Hauses ; dem Kern des Adels , vierzig wackeren , kampfgeübten Rittern und zweihundert der tapfersten Landeskindern war das Schloß anvertraut . Diese Feste war stark ; mit Kriegsvorräten wohl versehen , an ihr hingen jetzt die Blicke der Württemberger ; denn aus diesen Mauern war ihnen schon manches Schöne und Herrliche hervorgegangen , von diesen Mauern aus konnte das Land wieder dem angestammten Fürsten erobert werden , wenn es sich so lange hielt , bis er Entsatz herbeibrachte . Und dorthin wandten sich jetzt die Bündischen mit aller Macht . Ihrer Gewappneten Schritte tönten durch den Schönbuch , die Täler des Neckars