ja « , sagte er mit Selbstzufriedenheit , » das ist freilich etwas ! Es hat mir doch auch , muß ich sagen , viel Arbeit und Kopfzerbrechen und viel schweres Geld gekostet . Nun freilich ! so etwas wie mein Ermenonville , meinen otaheitischen Pavillon , meine chinesischen Brücken , dergleichen haben Sie noch nicht ausgeführt , das ist wahr ! Apropos , ich muß Ihnen doch erzählen : ich habe von meinem Neffen , der vorigen Sommer von seiner Reise um die Welt zurückgekommen , eine ganz vortreffliche und genaue Zeichnung von den ägyptischen Pyramiden erhalten , die ich , sobald ich mit meinem Vesuv zustande bin , ebenso nachzuahmen gedenke ; unter uns , ich hoffe , es soll gewiß ein Meisterwerk und ein seltnes Glück werden . Dabei habe ich den Gedanken , in diesen Pyramiden ein Monument für mein seliges Lottchen zu stiften . Ich habe auch schon den Platz mit Trauerweiden und wilden Rosen bepflanzen lassen , und der Neveu will die alten Inschriften , die er mitgebracht hat , hinein besorgen . Dahin will ich mich dann in melancholischen Stunden in die Einsamkeit begeben , mich meinen Gedanken überlassen , und das Andenken meines lieben seligen Lottchens feiern . Jetzt meinte ich aber nur die Ökonomie , Ihre Verbesserung des Ackerbaues , und das ehrbare folgsame Betragen Ihrer Bauern . Sehen Sie , das war ' s , dahin bringe ich ' s mit aller Arbeit nicht . Wie ich es mir sauer werden lasse , das werden Sie wohl nicht glauben ; wie ich mich Tag und Nacht damit beschäftige die Bestien auszubilden ; und wie sollt ' es einen nicht dreifach ärgern , wenn man dahinter kommt , daß sie ihrem Wohltäter Gutes mit Bösem vergelten , und lügen und betrügen , wo sie nur immer können . Blutsauer habe ich ' s mir werden lassen ! Ja sollten Sie sich vorstellen , ich bin so weit gegangen : als ich neulich etwas von ihnen verlangte , wobei ich , wenn es mir gelungen wäre , auf ein paar tausend Tälerchen jährlich mehr hätte rechnen können , mußten nicht allein meine Töchter , bei einem Fest , das ich veranstaltete , mit ihnen tanzen , ja ich ging so weit , daß ich sie selbst in ihren eignen Häusern überraschte , mich mit ihnen zu Tische setzte , und von ihrer miserablen ( Gott verzeih mir die Sünde ) Kocherei aus einer Schüssel mit ihnen verzehrte ! Ich tat nicht anders , als ob es mir ganz vortrefflich schmeckte , dankte ihnen und unterhielt mich mit ihnen , als ob sie meine Kameraden wären . Ich sage das eben nicht darum , als ob es so besonders tugendhaft von mir wäre , ich weiß recht wohl , daß es gegen die Aufklärung und gegen die reine Menschlichkeit liefe , wenn ich anders handelte , aber ich vermutete , die Halunken würden von meiner Herablassung gerührt sein , und in alles einwilligen , was ich von ihnen verlangte , es wäre denn doch ein Beweis ihrer verfeinerten Sitten und ihrer edlen Herzen gewesen . Aber mir nichts , dir nichts ! sie blieben bei ihrem starren Eigensinn , es fehlte nicht viel , so hätten sie sich gegen mich zusammengerottet , bloß aus Egoismus , weil mir , wie sie sagten , allein der Vorteil zufließe , und sie freilich wohl ein wenig mehr Arbeit und einen kleinen Zeitverlust dabei gehabt hätten . Anfangs wollte ich ' s nun doch mit Gewalt durchsetzen , aber sie waren so undankbar , mir mit einem Prozeß zu drohen ! Ich ließ es gut sein und war zufrieden ; aber geärgert hat es mich , daß ich aus der Haut hätte fahren mögen ! Nun , Herr Graf , sagen Sie mir nur , Sie richten ja aus , was Ihnen beliebt ! Tun Sie denn noch mehr ? « - » Bei weitem nicht so viel , als Sie , Herr Obristwachtmeister « , sagte der Graf beruhigend . » Aber Sie haben selbst sehr richtig bemerkt , ich bin so glücklich , einen Schlag sehr guter Leute auf meinen Gütern zu besitzen , die mir allenthalben kräftig die Hand bieten . Ich suche nur zu verhüten , daß sie nicht durch zufälliges Unglück bis zu dem schauderhaften Elend gebeugt werden , wo sie Hülfe in der Niederträchtigkeit und Vergessenheit ihres Elends in der Völlerei zu suchen haben . Sie werden erfahren haben , wie meine Schwester für die Kranken sorgt . Auf eine ähnliche Weise werden sie jedesmal unterstützt , wenn es nötig ist . Da sie nun für die ersten Bedürfnisse nicht so hart und unablässig zu sorgen brauchen , so kommen sie von selbst und ganz ohne Zwang darauf , ihren Zustand immer mehr und mehr zu verbessern . Sie tun mir also zuviel Ehre an , Herr Obristwachtmeister , wenn Sie mir allein alle Verbesserungen und manches ungewöhnlich Gute zuschreiben , das Sie auf meinen Gütern bemerken wollen . Sehr viele , ja die meisten Ideen dazu , kommen von meinen Landleuten selbst ; sie kennen den Boden , den sie bearbeiten müssen , durch ihre Erfahrung am besten , daher sind sie am ersten imstande und berechtigt , sich die vorteilhafteste Behandlungsart zu ersinnen ; ich reiche ihnen nur hülfreich die Hand , wenn etwa die Ausführung ihre Mittel übersteigt . Der Vorteil des Gelingens gehört ihnen unbezweifelt , sowie auch billig der Schaden des Irrtums oder des Verfehlens , der jedoch ihre ganze Bestrafung ausmacht . « - » Das Wichtigste « , fing Eleonore an , » hat mein Gemahl Ihnen noch nicht erwähnt , Herr Obristwachtmeister : ich meine den abgeschafften Frondienst . Die Leute haben nun , was ihnen so wichtig ist , Muße , ihre eignen Geschäfte desto besser zu besorgen . « - Der Obristwachtmeister hatte , während der Graf gesprochen , mit komischer angestrengter Aufmerksamkeit zugehorcht , um etwas zu lernen ,