Mädchen noch am selben Abend in Ruhe gesagt . Ein alter Verehrer von ihr stand dabei . Eine schwarze Binde an seinem Auge erinnert zwar nicht an Amor , den blinden Gott der Liebe , aber er soll reich sein ... er mag sie trösten ! Sie sah mich starr an und lachte .. Da sie nichts erwidern konnte , sagt ' ich ihr ein ruhiges Lebewohl und ging - wohin ich vor zwanzig Jahren nicht gegangen wäre , nicht zu Ihnen - sondern nach Hause , in mein Kämmerlein und dankte Gott , daß er mich vor ewiger und zeitlicher Gefahr behütet hat . Leben Sie wohl , Madame Ludmer , und suchen Sie sich andre Deckel für Ihre unsaubern Töpfe aus ! Es gibt Viele , die so dumm sind wie ich und nicht sehen was darin ist . Aber es gibt nicht zuviel , die , wenn sie einmal gesehen haben , nicht gern dumm bleiben wollen ... Ihr ergebenster u.s.w. Madame Ludmer war von diesem Briefe sehr geärgert . Sie zerknitterte ihn , wie sie den Schreiber hätte zerknittern mögen . Ihre Gebieterin lachte fast und nahm die Sache leichter . Sie begriff nicht , warum ihre Führerin und langjährige , auch im Dienen nach Rafflard ' s Theorie herrschende Freundin sich über diesen Ausbruch einer gereizten Stimmung so aufregen konnte . Wer ist nur dieser Alte mit der schwarzen Binde ? sagte die Ludmer . Mit ihm ist sie arretirt worden - Rafflard erzählte uns , daß er nach einem Besuche im Gefängnisse diesen Engländer für einen der unternehmendsten und schlauesten Bösewichter halte , die jemals die Aufmerksamkeit der Behörden in Anspruch genommen hätten - wird sie nicht in Gemeinschaft mit einem solchen Beistand Alles unternehmen , um sich für diesen Affront , den ihr Mangold anthut , zu rächen ? Seit sie in deinem Verehrer einen Menschen erkannte , den sie haßt , hat sie ja angefangen , uns empfindlicher als je zu quälen . Kann es mir recht sein , daß mein Name von ihr im Schmuz herumgezogen wird ? Ist nicht selbst vorauszusehen , daß ihre nach Rache gierige Wuth sich allmälig bis in die Erinnerungen ihrer Kindheit zurückwühlt und mit Hülfe männlichen Beistandes bis zu den Tagen ankommt , wo wir in Bielau , wie du weißt ... Schweige doch ! rief Pauline und richtete sich nun groß und lang auf . Welche düstern Phantasieen ! Ist es das Wetter , das dich so aufregt oder was ? Ängstigen dich die Kastanien , die im Regen draußen von den Bäumen platzen ? Der Brief soll uns nicht gleichgültig sein . Ich erstaune sogar , wieder den Namen Dankmar Wildungen , den jungen Mann , der jetzt soviel Aufsehen erregt , in Angelegenheiten genannt zu sehen , die mich berühren . Ich wünschte , Stromer beruhigte mich über diesen wie es scheint gefährlichen Charakter , der so sonderbar immer in der Nähe von Dingen ist , die sich auf uns beziehen - Was Stromer lange bleibt ! Es ist bald sieben ! Laß diese Grillen ! Denke , wie glücklich die Angelegenheit mit den Denkwürdigkeiten Amanden ' s abgelaufen ist . Wir erwarteten Rache , Verleumdung , Wahrheit sogar . Und was fanden wir ? Die mächtigste Waffe in der Hand Dessen , der den Muth nicht verliert ! Wenn ich einst diese Waffe schwänge - wenn ich diese Memoiren hingäbe und sagte : Da ! Les ' t sie ! Ich weiß , es sind Dinge darin , die auch mich vernichten würden , aber ich hätte die triumphirende Genugthuung , daß in meinen Sturz ich eine allgemeine Verwirrung hineinzöge und Die , die mich gedemüthigt glaubten , vielleicht selbst ihr Haupt nie wieder erheben könnten . In dem Augenblicke meldete Franz Herrn Guido Stromer ... Doktor Stromer , nicht mehr Pfarrer Stromer . Soll willkommen sein ! sagte Pauline . Die Ludmer hielt Franz zurück ... Noch ein Wort ! Franz ... Sie besann sich und wie einen Entschluß fassend sagte sie : Was ist für Wetter ? Die Bäume triefen wie Regenschirme ! Wie nasse , willst du sagen , meinte die Ludmer . Nimm zwei trockne , Franz , du mußt sogleich in die Stadt ... Könnte nicht Ernst ... sagte Franz verdrießlich . Der Doktor ist in einer Droschke gekommen . Ernst oder Franz , polterte die Alte , die wol einmal , aber nie zwei mal schmeichelte ; Einer geht sogleich nach der Königsstraße und erkundigt sich , was sie treibt ! Ob sie wieder mit dem Manne in der schwarzen Binde gesehen wird , wie damals auf der Fortuna oder ... Sie geht mit Mangold - Mit Mangold ist ' s nichts mehr ! Franz ... geh ' selber zu ihr ... Mangold ist dahintergekommen . Sie ist bösartig gegen Euch ! Ernst hat nicht Muth genug . Geh ' Fränzchen ! Franz , so cajolirt , sagte , er wollte selbst gehen . Die Geheimräthin lobte ihn für seinen Eifer . Die Ludmer knitterte ihren Brief zusammen , nahm den Bleistift und ihre culinarischen Notizen und entfernte sich durch das Schlafzimmer und das hintere Boudoir , um einige Anstalten für den Thee zu treffen ... Diejenigen Bedienten , die sich treu erwiesen , hatten es gut in diesem Hause . Guido Stromer war seit einigen Wochen schon fast der tägliche Hausfreund der Geheimräthin von Harder . Er verdankte seine Einführung dem Justizrath Schlurck und einem artigen Schutzbriefe , mit dem ihn Melanie selbst empfohlen hatte . Melanie hatte gesagt : Hier ist ein Mann , gnädige Frau , der in die Residenz kommt und nach Geist dürstet ! Er hat die Thorheit , diese Quelle in meiner Nähe zu suchen und schöpft und schöpft und schöpft vergebens . Ich hab ' ihm gesagt , ich will ihm den rechten Waldgrund zeigen , wo es in der Tiefe mächtig rauscht und siedet und gährt und siehe ! so kommt er zu Ihnen . Seitdem hatten