komplizierten , gewundenen Kurven deutlich zu machen sein ? Wir sind wohl alle etwas einseitig . Ich will ja das Rechteckige garnicht ausschließen , bevorzuge allerdings auch immer nur die gekrümmte Linie . Doch so halsstarrig wie Peka bin ich nicht . Und deshalb fällt es mir garnicht ein , an der künstlerischen Zukunft der Pallasianer so zu verzweifeln wie der Peka . « Die suchenden Pallasianer fanden nun schließlich die Verschwundenen , als sie grade eifrig an ihrem Modell arbeiteten . Als Labu von Manesis Auflösung hörte , wurde er fast zornig und sagte : » Das ist doch wahrhaftig nicht vernünftig . Ich denke wahrlich nicht daran , zu verzagen . Und um das den Pallasianern zu beweisen , möchte ich mein Modell oben auf der Ampel anbringen - über der Mitte - frei schwebend - nur von Stricken gehalten . Da soll man sehen , daß ich nicht wie Peka und Manesi bin . Ich verzage nicht so leicht . Wenn der Turm fertig ist , kommen auch andre Zeiten . Und da wird man abermals der Kunst , wenn man sie jetzt auch noch immer in die Ecke stellt , ein neues Rückgrat verschaffen . Nun handelt sichs nur darum , das etwas schwere Modell hinaufzutragen . « Die Pallasianer freuten sich über diese Rede des lebensfrohen Labu außerordentlich und wollten gleich ein paar hundert andre Pallasianer veranlassen , das Hinauftragen des Modells nach Kräften zu fördern . Und es kamen auch achtzig hilfsbereite Freunde des Labu unten in seinem großen Atelier an . Man brachte das Modell mit Rädern auf Eisenschienen hinaus , löste ein paar Magnetbahnen auf , knüpfte das Modell an die dadurch frei gewordenen Seile und zog an diesen den kleinen Trichterstern durch das Centralloch durch - so , daß er nicht an die Wände des großen Pallas herankommen konnte . Und dann stieg die schwere Steinmasse - von mehreren Seiten an den Seilen in der Mitte gehalten - nach oben empor , ohne daß man weitere Mühe hatte . Oben auf der Ampel wurde das Modell frei schwebend angebracht - nur durch ein paar Seile gehalten , daß es nicht höher steigen konnte . Das Attraktionscentrum rückte zeitweise immer höher hinauf . Doch dann sank es auch wieder mehr hinunter , sodaß man die Ampel zuweilen wieder hängend sah wie am Anfange , als sie angehängt wurde - in diesem Falle mußte das Modell durch Stangen gestützt werden . Labus Modell machte aber wenig Eindruck auf die oben befindlichen Pallasianer - die dachten fast alle nur an die große Lichtwolke . Die große Lichtwolke veränderte sich , als das nächste Stockwerk der Laterne fertig in die Höhe gerichtet dastand . Jetzt ragte der Turm schon neun Meilen hoch auf . Seine Spitze war von der Wolke nur noch sechstausendundfünfundfünfzig Meter entfernt . Es schien so , als würde die Wolke ganz unruhig , am Tage zeigte sie oft schwarze Flecke , und des Nachts wurde sie immer breiter . Und eines Abends kam sie nicht mehr hinunter wie sonst . Die Wolke wurde dunkel , breitete sich aber plötzlich nach allen Seiten aus - wie ein flacher Teller . Man erschrak . Alle glaubten , jetzt würde gleich etwas Fürchterliches geschehen . Eine Nacht gabs auf dem Pallas , in der alle Sterne zu sehen blieben - grün funkelten sie am violetten Himmel . Die Sonne leuchtete so hell , daß eine Dämmerungsstimmung entstand , in der die vielen elektrischen Lampen und die Lichttürme des Pallas - besonders der große - sehr seltsam und geheimnisvoll wirkten . Eine derartige Zwielichtbeleuchtung war den Pallasianern ganz neu . Um Labus Modell kümmerte sich nun Niemand mehr - selbst Labu selber nicht . Als sich die Wolke dann gegen Morgen wieder zusammenzog , wurde sie allmählich wieder hell und leuchtete wie sonst . Alle Pallasianer hatten in dieser seltsamen Dämmerungsnacht nicht geschlafen . Jetzt aber wurden sie müde und suchten die Pilzwiesen auf - besonders die in den dunkeln Höhlen , wo das Tageslicht nicht hinkonnte . In der nächsten Nacht schwebte neben dem Pallas - ganz in dessen Nähe - ein seltsamer Asteroïd vorüber . Der hatte an der Seite , die er dem Pallas zukehrte , einen zwei Meilen langen , ganz glatten Metallspiegel . In diesem Metallspiegel spiegelte sich der ganze Pallas - und da sah man erst , wie magisch und geheimnisvoll der große Lichtturm mit seiner hohen Laterne wirkte . Alle Pallasianer waren entzückt und gaben dem Spiegelstern Zeichen mit Scheinwerfern . Auf dem Spiegelstern sah man danach plötzlich ebenfalls eine Menge Scheinwerfer hervorbrechen . Und der Spiegel wurde dabei karminrot . Da veränderten die Pallasianer alle Farben in ihren Lichttürmen durch anders gefärbte Hautstreifen . Und gleichzeitig geschah das auch auf dem Spiegelstern . Biba wollte eine Zeichensprache durch Scheinwerfer deutlich machen . Es gelang aber nicht . Der Spiegelstern entfernte sich und zeigte dabei eine andere Seite seines Sternkörpers , die so aussah wie ein Gewirre von unzähligen bunten glitzernden Schlangen . Nun dachte man daran , das nächste Stockwerk anzusetzen . Doch Dex und Nuse wurden ängstlich . Sofanti sagte : » Was dann geschieht , wenn die Stangen mit den Häuten die Wolke oben direkt berühren - das können wir nicht wissen . Ich glaube , die Wolke wird sich dann ganz und gar auseinandertun . Wir stehen jedenfalls von dem größten Ereignis unsres Lebens . « » Es wäre « , fuhr er dann später fort , » doch wichtig , daß wir jetzt hörten , was Lesabéndio zu dem Ganzen sagt . « Lesabéndio aber schwieg . Biba kam nun in Lesabéndios Nähe und sagte leise : » Lesa , Du beunruhigst mich . Warum sprichst Du nicht ? Sollen wir weiterbauen ? Oder sollen wirs vorläufig lassen ? Du mußt Dich doch jetzt äußern . Deinetwegen ist doch der ganze Turm gebaut . Ich verstehe Dein Schweigen nicht . Sprich doch . Was fehlt Dir ? « Da sagte Lesa müde :