Fluthen ringt , Anschwillt wie Kataraktgetos der Lärm , Und niederschwillt gleich einem Wassersall Die Reiterei von England . » Drauf und dran ! St. Georg für Altengland und den König ! « Sieg ! Sieg ! Gebrochen Caledoniens Macht ! Und Schottlands Blüthe liegt geknickt im Feld ! ... Doch horch ! Welche Droneten hör ' ich dort Von Carnbery hill ? ' s ist der Rebellen Schaar , Vereinigt wieder ihre Königin.3 In ihrer Mitte auf dem schwarzen Roß , Das stolz zu tragen solchen Stolz , Er selbst . Deß schöne düstre Züge angehaucht Vom Zeichen frühen Tods und dessen Stirn Gerunzelt von nur halbbekämpfter Reue - Er selbst , der Stuart königlicher Sproß , Er selbst , der Douglas ritterlicher Sohn , Der große Bastard , Murray der Regent . Der Reiter neben ihm , ein schwarzer Pardel , Schwarz , schwarz an Seele wie an Haar und Auge , Ist Morton . Dort der Riese , der sich wuchtig Stützt auf den Flammberg , täppisch wie ein Bär Ist Niemand anders , als der Lord von Lindsay . Doch Jener , bleich wie dieser Birke Stamm , An die er halb sich lehnt ; und mit dem Auge , Kalt-glänzend wie das Eis , das überdeckt Den tückevollen Loch , mit blasser Lippe , Die stets gekrümmt von einem Schlangenlächeln - Wer könnt ' es sein , als Ruthven , der Verräther ? Er scheint mit flammenrothem Bart und Locken Dem Aberglauben wohl ein Sohn der Hölle . Und sicher gleicht er , in dem Gegensatz Zum Löwen Murray einem glatten Tiger , Der Beute Blut schon schlürfend mit dem Auge . Umsonst dort drüben unter Waffen steht Das Häuflein treu-ergebener Vasallen , Umsonst der Schurke Bothwell prahlt und schwört . Und schon auf ihrem weißen Zelter naht Die schönste Maid im Hoch- und Niederland , Sich zu ergeben hier dem rauhen Arm Der höhnenden und trotzenden Rebellen . Und welche Zelte seh ich ragen rings Auf Prestonpans ' Gefilde ? Bunt Gewimmel Hüben , wie drüben ! Feinde sicher stehn Sich gegenüber . Doch warum und wer ? Die Wache dort des einen Lagers zeigt Des Königs Scharlach . Bajonnette blitzen , Dragoner trällernd bei den Rossen stehn Und an dem Rohr der Kanonier sich reckt . Es ist die Macht von England hier vereint , Roß , Reisige und Geschütz , zur Gegenwehr Und Unterdrückung des Rebellenschwarms , Der selbst des » wahren Königs « Heer sich nennt , Der Hochlandsclane in des Stuart Sache . Wie lustig und wie stolz Hannovers Heer ! Wie faul und stolz im Zelte schnarcht Jon Cope ! Der Morgen sehen wird ein andres Bild , Wenn unter Doppel-Kriegsgeschrei der Schaaren : » Hier für Hannover und den König George ! « » Hier für die Stuarts und Carl Eduard ! « Der Clane dichtgedrängte Masse stürzt , Gleich wie ein Felsblock aus dem Katapult , Zermalmend durch die Linien der Rothen , Bis nur ein Wald von Blitzen , die empor Im Takte zucken und dann niederrasseln , Sich über ' m Haupt der Streiter hebt und senkt : Die tausend Claymores , die vernichtenden , Durchhauend jählings aller Ordnung Ketten . Der Tartschen Dröhnen und der Beile Krach , Der scharfen Dolche Reiben an den Panzern , Der Hochlandbüchsen Knattern , das Geroll Des Peletonfen ' rs und der Donnerrohre , Der Rosse Schnauben , Spruhn ' der Bajonnette ! Und dann nur eine wirre wilde Flucht Und alle Fahnen Englands sind zerbrochen Und all sein Scharlach wird beströmt von Blut ! Das Thal der Esk . Roslyn , umschlungen von dem weichen Arm Der sanften Esk , die lieblich kosend tanzt Mit leichtem Schritte durch den grünen Rain ! Und ihre Silberstimme , halbgedämpft Durchs mahnende Geräusch der greisen Fichten , Den Berg hinan halb melancholisch schwebt , Gleich Nachhall eines Lieds aus alter Zeit , Das hier ein Minstrel sang in schönern Tagen . Nicht besser waren jene Tage , nein , Doch schöner , als das alte Castle noch Auf einem Inselberg in Stromes Mitte Mit schroffen Felsenwänden , starren Wällen , Gleich einer Wetterwolke überhing Das Thal , verderbenschwanger . Durch die Buchen Mein ' ich das Erz Geharnischter zu hören . Hier hat des Schloßherrn rauhes Herz ergötzt Das Stöhnen der Gefangnen im Verließ , Aufsteigend aus der Stätte der Verlornen , Und ein brutales Lachen , wilder Chor Der trunknen Zecher übertönte gellend Das Sterberöcheln . Doch am Fensterbogen Winkt ' ihrem Lord der Lady Seiden-Schärpe , Wenn sein gepanzert schellenklirrend Roß Den Paß erklomm - mit ihren Silberthränen Statt Silbers die Gefangnen ihres Herrn Loskaufend oft , wie Tennyson ' s Godiva . Hier lagerten der Knight und seine Mannen , Auf schwarzen Bärenfellen hingestreckt Die riesenhaften Glieder , Tannen ähnlich ; Ermüdet von dem Waid- und Waffenwerk , Die nassen Mäntel am Kamine wärmend . Hier ist die Brücke . Glorreich war die Stunde , Glorreich der Tag , als schritten über sie Gefangen hin die Schergen des Tyrannen , Des englischen Eroberers , gefesselt , Ganz überwunden in der Freiheitsschlacht . Wie war so purpurn da dein schneeweiß Kleid Von falschem Southronblut , o muntre Esk ! Doch Blut verwischt sich , wie Erinnerung , Und silbern , wie vor fünfmal hundert Jahren , Sind deine Wellen . Ob der Mailandbrünne Silber auch heut nicht mehr durchs Dickicht blitzt - Das Schatzhaus der Natur bleibt unerschöpft . Die Esk sich wiegt in ihrer schmalen Schlucht , Die ausgepolstert weich mit Farrenkrant Und Moos und Binsen und verhangen dicht Mit Weiden wie mit grünen Schlaf-Gardinen , Gleich einem Kind in einem Himmelbett , In sich zufrieden , süßen Unsinn trällernd , Und an die Wände seiner Wiege klopfend In holder Ungezogenheit . Halb Bach , halb Strom , Halb Kind , halb Maid . Und blick ' ich wieder hin , Wie furchtsam sie an ' s Tageslicht sich wagt Und träumerisch hinschleudert und aufs Neu '