, klar und rein , oft ist sie voll von Pracht ; aber sie hat immer für uns etwas Fremdes , sie steht immer mit einem gewissen vornehmen Anstande da : das Weiche , ich möchte den Ausdruck gebrauchen , das Süße der Rose hat sie nicht . Wir wollen von dem Geruche gar nicht einmal reden ; denn der gehört nicht hieher . « » Nein , « sagte er , » der gehört nicht hieher , wenn wir von der Schönheit sprechen ; aber gehen wir über die Schönheit hinaus und sprechen wir von dem Geruche , so dürfte keiner sein , der dem Rosengeruche an Lieblichkeit gleichkömmt . « » Darüber könnte nach einzelner Vorliebe gestritten werden , « antwortete ich , » aber gewiß wird die Rose weit mehr Freunde als Gegner haben . Sie wird sowohl jetzt geehrt , als sie in der Vergangenheit geehrt wurde . Ihr Bild ist zu Vergleichen das gebräuchlichste , mit ihrer Farbe wird die Jugend und Schönheit geschmückt , man umringt Wohnungen mit ihr , ihr Geruch wird für ein Kleinod gehalten und als etwas Köstliches versendet , und es hat Völker gegeben , die die Rosenpflege besonders schützten , wie ja die waffenkundigen Römer sich mit Rosen kränzten . Besonders liebenswert ist sie , wenn sie so zur Anschauung gebracht wird wie hier , wenn sie durch eigentümliche Mannigfaltigkeit und Zusammenstellung erhöht und ihr gleichsam geschmeichelt wird . Erstens ist hier eine wahre Gewalt von Rosen , dann sind sie an der großen weißen Fläche des Hauses verteilt , von der sie sich abheben ; vor ihnen ist die weiße Fläche des Sandes , und diese wird wieder durch das grüne Rasenband und die Hecke wie durch ein grünes Samtband und eine grüne Verzierung von dem Getreidefelde getrennt . « » Ich habe auf diesen Umstand nicht eigens gedacht , « sagte er , » als ich sie pflanzte , obwohl ich darauf sah , daß sie sich auch so schön als möglich darstellten . « » Aber ich begreife nicht , wie sie hier so gut gedeihen können « , entgegnete ich . » Sie haben hier eigentlich die ungünstigsten Bedingungen . Da ist das hölzerne Gitter , an das sie mit Zwang gebunden sind , die weiße Wand , an der sich die brennenden Sonnenstrahlen fangen , das Überdach , welches dem Regen , Taue und dem Einwirken des Himmelsgewölbes hinderlich ist , und endlich hält das Haus ja selber den freien Luftzug ab . « » Wir haben dieses Gedeihen nur nach und nach hervorrufen können , « antwortete er , » und es sind viele Fehlgriffe getan worden . Wir lernten aber , und griffen die Sache dann der Ordnung nach an . Es wurde die Erde , welche die Rosen vorzüglich lieben , teils von anderen Orten verschrieben , teils nach Angabe von Büchern , die ich hiezu anschaffte , im Garten bereitet . Ich bin wohl nicht ganz unerfahren hieher gekommen , ich hatte auch vorher schon Rosen gezogen , und habe hier meine Erfahrungen angewendet . Als die Erde bereit war , wurde ein tiefer , breiter Graben vor dem Hause gemacht und mit der Erde gefüllt . Hierauf wurde das hölzerne Gitter , welches reichlich mit Ölfarbe bestrichen war , daß es von Wasser nicht in Fäulnis gesetzt werden konnte , aufgerichtet , und eines Frühlings wurden die Rosenpflanzen , die ich entweder selbst gezogen oder von Blumenzüchtern eingesendet erhalten hatte , in die lockere Erde gesetzt . Da sie wuchsen , wurden sie angebunden , im Laufe der Jahre versetzt , verwechselt , beschnitten und dergleichen , bis sich die Wand allgemach erfüllte . In dem Garten sind die Vorratsbeere angelegt worden , gleichsam die Schule , in welcher die gezogen werden , die einmal hieher kommen sollen . Wir haben gegen die Sonne eine Rolle Lein wand unter dem Dache anbringen lassen , die durch einige leichte Züge mit Schnüren in ein Dach über die Rosen verwandelt werden kann , das nur gedämpfte Strahlen durchläßt . So werden die Pflanzen vor der zu heißen Sommersonne und die Blumen vor derjenigen Sonne ge schützt , die ihnen schaden könnte . Die heutige ist ihnen nicht zu heiß , Ihr seht , daß sie sie fröhlich aushalten . Was Ihr von Tau und Regen sagt , so steht das Gitter nicht so nahe an dem Hause , daß die Einflüsse des freien Himmels ganz abgehalten werden . Tau sammelt sich auf den Rosen , und selbst Regen träufelt auf sie herunter . Damit wir aber doch nachhelfen und zu jener Zeit Wasser geben können , wo es der Himmel versagt , haben wir eine hohle Walze unter der Dachrinne , die mit äußerst feinen Löchern versehen ist , und aus Tonnen , die unter dem Dache stehen , mit Wasser gefüllt werden kann . Durch einen leichten Druck werden die Löcher geöffnet , und das Wasser fällt wie Tau auf die Rosen nieder . Es ist wirklich ein angenehmer Anblick , zu sehen , wie in Zeiten hoher Not das Wasser von Blättern und Zweigen rieselt und dieselben sich daran erfrischen . Und damit es endlich nicht an Luft gebricht , wie Ihr fürchtet , gibt es ein leichtes Mittel . Zuerst ist auf diesem Hügel ein schwacher Luftzug ohnehin immer vorhanden und streicht an der Wand des Hauses . Sollten aber die Blumen an ganz stillen Tagen doch einer Luft bedürfen , so werden alle Fenster des Erdgeschosses geöffnet , und zwar sowohl an dieser Wand als auch an der entgegengesetzten . Da nun die entgegengesetzte Seite die nördliche ist und dort die Luft durch den Schatten abgekühlt wird , so strömt sie bei jenen Fenstern herein und bei denen der Rosen heraus . Ihr könnt da an den windstillsten Tagen ein sanftes Fächeln der Blätter sehen . « » Das sind bedeutende Anstalten « , erwiderte ich , » und beweisen Eure Liebe zu diesen Blumen ; aber