ausklopfen . Ich war gestern in Frankfurt , es war ein Herr Burckhard da , der uns viele schöne Bilder und Handzeichnungen zeigte , es waren meistens italienische Gegenden . Ich möchte nach Italien , ich möchte so gern reisen , die Sehnsucht ist gar zu groß ; ich beschwichtige sie damit , daß ich mir einbilde , Dich bald zu sehen , diese Freude ist doch noch größer ; ich will mittlerweile recht fleißig lernen . O Generalbaß ! - Werden wir uns je einander bezwingen ? - O Zeichenkunst , werde ich je weiter kommen ? Die Toni bekümmert sich recht viel um mich . - Ich habe mir ein kleines Kabinettchen eingerichtet , in dem ich studiere , links steht das Klavier , was die eine Wand des Kabinettchens ausmacht , rechts ist das Fenster , aus dem hör ich abends noch den Klavier-Hoffman gegenüber oft bis Mitternacht phantasieren und vor mir ist der Tisch und dazwischen noch ein kleiner Ausgang . Auf dem Tisch liegt Homer und viele andere Bücher , und denn mein Schreibkästchen mit allen Deinen lieben Briefen . Im Homer lese ich oft ; könnte ich Dir nur darstellen , was ich da für Erfahrungen mache - welche Rückerinnerungen einer früheren Welt in mir aufgehen . Diese Götter kenne ich , mein Clemens , die auf goldnen Sandalen die Wolken beschreiten . Sie machen ungeheuere Schritte und gleiten weit dahin wie auf Schlittschuhen , ehe sie ein Bein vors andre setzen , und wenn sie sich wenden , so prallen die Wolken vor ihnen zurück und versenken sich zwischen Geklüft , und wenn sie denn vorübergeschossen sind in ihrer Ruhe wie der Blitz , dann bricht ihr Zorn in Gewittern los . - Sieh da im Fenster steht noch eine Hyazinthe , die ich selbst früh aufzog , sie neigt sich zu mir , als wollte sie sehen , was ich schreibe . Ich bin heute so vergnügt und freue mich so auf alles . Jetzt werde ich ein wenig in den Garten springen und einen Grasplatz in meinem Gärtchen zurechtmachen , wenn Du wieder kommst , daß wir uns zusammen daraufsetzen . Ich will ihn so groß machen , daß man sich recht bequem drauf legen kann und träumen . Lieb mich . - Bettine Eben lese ich diesen langen Brief durch . - Ach , wie verwirrt sind doch meine Gedanken auf dem ersten Blatt ! Versteh ich denn , was ich hab gesagt ? - Wenn Du es vermagst , einen Sinn herauszudenken , das könnte mich noch bei mir rechtfertigen , denn gestern glaubte ich sehr deutlich , mich selbst zu verstehen . Ich hab auch so albern über dein Satirenbuch geschrieben wie ein altes Mütterchen . Und dann von der Revolution zu reden , haben meine Gedanken auch so ungebärdig sich angestellt . Wie klar und hell ist dagegen , was ich Dir von der de Gachet wieder gesagt habe , und doch hat sie ' s selbst noch einfacher und ganz mächtig ausgesprochen . - Und doch hab ich manchmal mich unterfangen , sie zu tadeln , oder Argwohn zu hegen gegen sie - die doch so viel größer und wahrer ist als alle andre Menschen . Gelt , Clemens , solche Naturen wie die Gachet sind keiner Kritik unterworfen , denn sie sind weit erhaben über die Gedanken , die wie ein ungeweihter Rauch aufsteigen aus Vorurteilen , die Gott nicht wohlgefällig sind . Hat mir denn der Ritter nicht danken lassen für meine Samtmütze ? - Und hat er sich nicht über den antiken Lorbeerkranz gefreut ? - Das hör ich so gern , wenn die Leute sich bedanken . - Wunderschöne Musik ist das meinen Ohren . Noch eine vergnügliche Stunde muß ich vor Abgang des Briefes Dir melden . Heute morgen , als ich den Brief schon zugemacht hatte und wollte ihn eben dem Juden Hirsch in seinen Schnappsack werfen , in der Meinung , er sei es , der an der Türe klingelt , so war es der freundliche Pfarrer Sch ... z , der die Großmutter und auch mich besuchen wollte , so sagte er mir wenigstens ; ich hab ' s geglaubt , obschon es mir was Neues war , daß mich jemand besuchen wollte , und nun noch dazu aus der Ferne will ein so gelehrter Mann bis nach Offenbach gekommen sein , um mir weiszumachen , daß er vorzüglich gekommen sei , mich zu sehen ! So ein Pfarrer kann lügen ! - Er hat mich geküßt auf die linke Wange und hat mich versichert , es sei wahr . - Und Du habest ihm schon lange meine Bekanntschaft machen lassen durch Deine Gespräche über mich ! - Ich wußte nicht , was ich dazu sagen sollte . - Clemente ; der Pfarrer ist ein guter Kerl , aber er ist , glaub ich gewiß , ein Aufschneider . - Er kann wohl nichts davor , er muß ja Sonntags immer himmeln . - Und er hielt mir auch eine allerliebste Zauberrede , die etwas Nachwehen von Kirchenduft hatte . Nein , Clemente , die Rede war wirklich schön ; - ach er war ja gar zu gut der Mann , wie kann ich doch dumm von ihm reden ; er hat mich später auch auf die rechte Wange geküßt und hat mir gesagt , wie schön und edel - ich weiß es gar nicht mehr , was er gesagt hat , denn ich war zerstreut , denn ich mußte an einen alten Töpfer denken , der gleicht ihm ; von dem Töpfer will ich Dir was erzählen , was sehr Hübsches , ich hab seine Bekanntschaft auf dem letzten Weihnachtsmarkt gemacht , er hatte einen ganzen Korb voll Tiere gebacken und bunt glaciert , die bot er zum Verkauf fürs Kindervolk , das seinen Korb umringte und mehr danach verlangte , als nach allen andern Spielsachen . - Es war auch nicht von ohne . Zum Beispiel