, schmiegten sich anmutig , die Füßchen zusammen und die Köpfchen , Du guckst mich an und sagtest : » Sei kein Narr ! « - haha , ich muß lachen - das war zu spät , freilich bin ich ein Narr ! - denn was ich Dir da vorplaudre , das ist eine Weise , nach der wird getanzt hinter mir , und so war unser tiefer Philosophentext in die Luft gesprengt , was war ' s doch ? - von der innerlichen Wahrnehmung und von der Anschauung im Geist , ob die verschieden wären , und wo sie herkämen , aus der Empfindung oder aus dem Gefühl , und wo diese Quellen sich herleiten , ob links ob rechts ; das alles wolltest Du da im zunehmenden Dämmerlicht aus mir herauspumpen . Schwernot ! - Das war zu arg , ich möcht Dir heut noch eine Ohrfeig geben drüber - aber das war grad mein Himmlischstes , daß Du nicht bös geworden bist und hast die geschlagne Wange sanft an mich gelehnt und hast gegirrt wie eine Taube und sagtest : » Ja « , wie ich fragte , tut ' s weh , » aber es tut nichts . « - Hier hab ich ' s hingeschrieben ; denn wenn so viel unnütz Zeug geschrieben steht , so kann auch geschrieben stehen , daß ich Dir eine Ohrfeig gab . - Aber die große schöne Versöhnungsstille über uns - die Dämmerung , die immer breiter ward und größer und der Nebelvorhang vor dem Weidengang vom Feldberg herab - und der Feuersaum längs dem ganzen Horizont , wie werd ich ' s vergessen ? - Erst hingen wir einander im Arm , ganz still , und dann lag ich quer über Deinen Füßen , so dacht ich , Du schläfst , weil ich Dich hart atmen hörte , und wollt eben auch einschlafen . - Da fingst Du an zu reden ( da hast Du ' s in Musik gesetzt ) : Liebst du das Dunkel Tauigter Nächte , Graut dir der Morgen ? Starrst du ins Spätrot , Seufzest beim Mahle , Stößest den Becher Weg von den Lippen , Liebst du nicht Jagdlust , Reizet dich Ruhm nicht , Schlachtengetümmel , Welken dir Blumen Schneller am Busen Als sie sonst welkten , Drängt sich das Blut dir Pochend zum Herzen - Ach , Du stocktest . Das hab ich meiner Ungeduld zu danken - zu hören , nein , zu fühlen Deinen süßen Wörtertanz , wie er sich mit vollem Busen sanft hinablehnte zu den Wellen , die ihn umfassen wollten und kühlen . - Ich konnt ' s nicht erwarten , daß Du weiter tanztest Deiner Seele Tanz . - Und da war ' s vorbei ; da macht ich einen Vers dazwischen , um Dich in Trapp zu bringen , Du sagtest : » Geh , Du Esel « - da war ' s aus . - Ach , wieviel Melodien hab ich auf diesen Vers gesungen , alle Stimmungen hat er müssen aufnehmen , heut noch längs der Gartenwand schlug ich mit einem Stock ans Eisengitter , das dröhnte mir im Herzen wider , als wär ' s Herzpochen , und sang dazu so kühn , so laut , so schreivoll , als stünd mein Herz mitten in Flammen und eilte sich mit Pochen über alle Maßen . Weißt Du nicht weiter zu singen , was passiert , wenn sich das Blut pochend zum Herzen drängt ? - Oder willst mir ' s nicht sagen ? - Bin ich Dir dazu auch noch zu jung ? - Wenn Du das meinst , dann will ich Dir beweisen , daß ich weit drüber hinausgreif , und daß ich mehr weiß als viele , denen das Herz schon gepocht hat wie mir nicht . - Einmal erregt sich das Herzpochen durch Anlächeln - das hab ich aus eigner Wahrnehmung , gestern abend erst auf der Bank vor der Hoftür , da saß ich - es war elf Uhr , alles schlief , beim Nachbar brannte ein Nachtlämpchen . Adieu , schlaf recht wohl , denn es ist elf Uhr , alles schläft wieder , ich will wieder mich auf die Bank setzen vor die Hoftür , es ist Vollmond , geht gleich auf , ich will ihn steigen sehen . Gute Nacht . An die Bettine Dein buntes Füllhorn fröhlicher Verschwendung erlöst mich vom Übel . - Gedanken sind mir oft lästig in der Nacht , die mir am Tage einen trüben Nachklang geben , so war ' s heute ! - Dein jung frisch Leben , das Schmettern und Tosen Deiner Begeisterung und besonders Dein Naturgenuß sind Balsamhauch für mich , laß mir ' s gedeihen und schreib fort , auch Deine dithyrambischen Ausschweifungen , die so plötzlich der Flamme beraubt verkohlen , als habe sie ein mutwilliger Zugwind ausgeblasen , sind mir gar lieb . - - Bleib mir zulieb noch eine Weile bei der Geschichte , so wie Du es jetzt treibst , kann es Dir nicht lästig fallen , wenn sie auch jetzt Dir noch nicht viel Ausbeute gibt , so weißt Du sie doch ins Kunstgeflecht Deines Tags zu verwenden , ich seh Dich bald , George hat mir versprochen , mich im Gig mit hinauszunehmen , verbring Deine Nächte nicht ohne Schlaf , klettre nicht auf die Dächer und Bäume , daß Du den Hals nicht brichst , und denk , daß dies der Weg ist , Deine Gesundheit zu stärken . Was sagt denn die Großmama dazu , ist sie damit zufrieden ? - Dem Clemens will ich gern von Deinen Briefen an mich nichts sagen , weil Du es nicht willst , und ich fühl auch , daß es nicht sein kann , es wär Störung ohne Gewinn , er sieht Dich so ganz anders , ohne daß er Dich falsch beurteilt , nur sieht er in jedem Farbenstrahl Deines Wesens wie Diamanten , die er meint