besinnen , War ich Thereilen untertan , der Fürstin ; Doch nur bei Nacht ( dies ist der Feen Zeit ) War ich gehorsam , gleich den andern Kindern ; Allein am Morgen , wenn sie schlafen gingen , Band ich die Sohlen wieder heimlich unter , Nach Elnedorf zu wandern , und im Nebel Schlüpft ich dahin , von allen unbemerkt . Dort wohnt ein Mann , heißt Kollmer , dieser nennt Mich seine Tochter , warum ? weiß ich nicht . Er meint , ich wäre gar kein Feenkind . Er ist gar gütig gegen mich . Bei Tag Sitz ich an seinem Tisch , geh aus und ein Mit andern Hausgenossen , spiele dann Mit Nachbarkindern in dem Hofe , oder Wenn ich nicht mag , so zerren sie mich her Und schelten mich ein stolzes Ding ; ei aber Sie sind zuweilen auch einfältig gar . Zur Nachtzeit geh ich wieder fort und tue , Als lief ich nach der obern Kammertür , So glaubt der Vater auch , denn droben steht Mein Bettlein , wo ich schlafen soll . Allein Ich eile hinten übern Gartenzaun Durch Wald und Wiesen flugs zum Schmettenberg , Damit Thereile meiner nicht entbehre ; Auch hat sie ' s nie gemerkt , doch einmal fast . KÖNIG . Besorge nichts ; vertraue mir ; bald hörst du weiter . Silpelitt verliert sich während des Folgenden etwas im Walde . KÖNIG . Dies ist die Frucht von einem seltnen Bund , Den vor elf Jahren eine schöne Fee Mit einem Sterblichen geschlossen hat ; Nachher verließ sie ihn , ja sie benahm Ihm das Gedächtnis dessen , was geschah , Vermittelst einer langen Krankenzeit ; Nur dieses Kind sollt ihm als wie ein eignes Lieb werden und vertraut . Ja , sonder Zweifel Ist es der Mann , der , wenn mein Geist nicht irrt , Mich oft besucht und mir das Buch verschaffte . So also ward der Vater Silpelitts Zum ersten Werkzeug meiner Rettung weislich Erlesen von den Göttern , doch das Kind Soll noch das Werk vollenden , aber beide Erwartet gleicher Lohn . Dies liebliche Geschöpf Wird eine Handlung feierlicher Art Nach Ordnung dieses Buchs mit mir begehen , Und in dem Augenblicke , wo der Zauber Thereilens von mir weicht durch dieses Kinds Unschuldge Hand , ist auch das Kind befreit ; Ein süß Vergessen kommt auf seine Sinne , Und der geliebte Vater wird in ihm Die eigne Tochter freudevoll umarmen . Zum ersten Male morgen , Silpelitt , Wirst du den Fuß ins kleine Bettlein setzen , Das noch bis jetzt dein reiner Leib nicht hat Berühren dürfen ; dennoch sollst du glauben , Du wärst es so gewohnt , Thereile aber Wird dir ein fabelhafter Name sein . - Wo bleibst du , Mädchen ? SILPELITT kommend . Sieh , hier bin ich schon . Ich war den Felsen dort hinangeklettert , Mein ' Schwester Morry hat einmal auf ihm ' nen roten Schuh verloren . KÖNIG . Sei bereit , Hier rechter Hand die Schlucht hinabzusteigen . Dort wirst du eine Grotte finden - SILPELITT . Wohl . Ich kenne sie . Noch gestern hat der Riese , Der starke Mann , den Felsen weggeschoben . Jetzt ist der Eingang frei . Ich sah ihm zu Bei seiner Arbeit . Herr , die Erde krachte , Da er den Block umwarf , ihm stund der Schweiß Auf seiner Stirn , doch sang er Trallira ! Und sagte : dies wär nur ein Kinderspiel . Dann nahm er mich und setzt ' mich auf den Gipfel ; Ich bat und weint , er aber ließ mich zappeln , Bis ich ihm oben ein hübsch Liedchen sang . Nun trollt er weg und brummt : ich soll dich grüßen , Wenn du ihn wieder brauchest , sollst ' s nur sagen . Verzeih , daß ich ' s vergaß . KÖNIG . Schon gut ; nun höre ! Durch jene schmale Öffnung dringest du Zu einer Höhle , deren Innerstes Ein Schießgerät mit einem Pfeil verwahrt . Dies beides hole mir . Sie geht . So lehret mich Das Buch des Schicksals , so heißt mich ein Gott . Dort lehnt ein uralt schwer Geschoß , zeither Von keines Menschen Hand berührt , nur heute Soll dieser Bogen an das Tageslicht , Den Pfeil zu schleudern in den giftgen Auswuchs Reizvoller Liebe , die nach kurzem Schmerz Zur Heilung sich erholet . O Thereile , Ich nehme bittern Abschied , denn es fährt Die feige Schneide , die uns trennen soll , Bald rücklings in dein treues Herz ; hier steht Der träumerische Baum , in dessen Saft Du unser beider Blut vor wenig Monden Hast eingeimpft . Jetzt kreiset es in süßer Gärung noch Im Innern dieses Stammes auf und nieder . Wie sehr die Nacht auch stille sei , mein Ohr Bestrebet sich vergeblich , zu vernehmen Den leisen Takt in diesem Webestuhl Der Liebe , die mit holden Träumen oft Dein angelehnet Haupt betöret hat . Bald aber rinnet von dem goldnen Pfeil Der Liebe Purpur aus des Baumes Adern , Und alsbald aus der Ferne spürt dein Herz Die Qual der schrecklichen Veränderung , Doch nach vertobtem Wahnsinn wird im Schlummer Sich Ruhe senken auf dein Augenlid . O Himmel ! wie verlangt mich nach Erlösung ! Die Senne jenes göttlichen Geschosses Zu spannen , fordert tausendjährge Stärke , Ich habe sie ; doch wahrlich , o wahrhaftig , Auch ohnedem fühl ich die Kraft in mir , Gleich jenem Gott , der den demant ' nen Pfeil Zum höchsten Himmel schnellte , daß er knirschend Der Sonne Kern durchschnitt und weiterflog , Bis wo des Lichtes letzter Strahl verlöschte . Das Kind kommt zurück mit einer Art von Armbrust . Er spannt sie mit leichter Mühe , legt auf , und reicht sie dem Mädchen in der Richtung nach dem Baume . Silpelitt drückt ab und in dem Augenblicke