Mahl . Dem Gast zu Ehren ließ der Alte guten Wein heraufbringen , den er mir nach patriarchalischer Sitte aus einem schönen Pokal zutrank . Der Tisch war indessen abgeräumt , die Jägerbursche nahmen ein paar Hörner von der Wand und bliesen ein Jägerlied . - Bei der zweiten Wiederholung fielen die Mädchen singend ein , und mit ihnen wiederholten die Försterssöhne im Chor die Schlußstrophe . - - Meine Brust erweiterte sich auf wunderbare Weise : seit langer Zeit war mir nicht im Innersten so wohl gewesen , als unter diesen einfachen , frommen Menschen . Es wurden mehrere gemütliche wohltönende Lieder gesungen , bis der Alte aufstand und mit dem Ausruf : » Es leben alle braven Männer , die das edle Weidwerk ehren « , sein Glas leerte ; wir stimmten alle ein , und so war das frohe Mahl , das mir zu Ehren durch Wein und Gesang verherrlicht wurde , beschlossen . Der Alte sprach zu mir : » Nun , mein Herr , schlafe ich ein halbes Stündchen , aber dann gehen wir in den Wald , und ich erzähle es Ihnen , wie der Mönch in mein Haus gekommen und was ich sonst von ihm weiß . Bis dahin tritt die Dämmerung ein , dann gehen wir auf den Anstand , da es , wie mir Franz sagt , Hühner gibt . Auch Sie sollen ein gutes Gewehr erhalten und Ihr Glück versuchen . « Die Sache war mir neu , da ich als Seminarist zwar manchmal nach der Scheibe , aber nie nach Wild geschossen ; ich nahm daher des Försters Anerbieten an , der höchlich darüber erfreut schien und mir mit treuherziger Gutmütigkeit in aller Eil ' noch vor dem Schlaf , den er zu tun gedachte , die ersten , unentbehrlichsten Grundsätze der Schießkunst beizubringen suchte . Ich wurde mit Flinte und Jagdtasche ausgerüstet , und so zog ich mit dem Förster in den Wald , der die Geschichte von dem seltsamen Mönch in folgender Art anfing : » Künftigen Herbst sind es schon zwei Jahre her , als meine Bursche im Walde oft ein entsetzliches Heulen vernahmen , das , so wenig Menschliches es auch hatte , doch , wie Franz , mein jüngst angenommener Lehrling , meinte , von einem Menschen herrühren mochte . Franz war dazu bestimmt , von dem heulenden Ungetüm geneckt zu werden , denn wenn er auf den Anstand ging , so verscheuchte das Heulen , welches sich dicht bei ihm hören ließ , die Tiere , und er sah zuletzt , wenn er auf ein Tier anlegen wollte , ein borstiges unkenntliches Wesen aus dem Gebüsch springen , das seinen Schuß vereitelte . Franz hatte den Kopf voll von all den spukhaften Jägerlegenden , die ihm sein Vater , ein alter Jäger , erzählt , und er war geneigt , das Wesen für den Satan selbst zu halten , der ihm das Weidhandwerk verleiden oder ihn sonst verlocken wolle . Die anderen Bursche , selbst meine Söhne , denen auch das Ungetüm aufgestoßen , pflichteten ihm endlich bei , und umso mehr war mir daran gelegen , dem Dinge näher auf die Spur zu kommen , als ich es für eine List der Freischützen hielt , meine Jäger vom Anstand wegzuschrecken . - Ich befahl deshalb meinen Söhnen und den Burschen , die Gestalt , falls sie sich wieder zeigen sollte , anzurufen , und falls sie nicht stehen oder Bescheid geben sollte , nach Jägerrecht ohne weiteres nach ihr zu schießen . - Den Franz traf es wieder , der erste zu sein , dem das Ungetüm auf dem Anstand in den Weg trat . Er rief ihm zu , das Gewehr anlegend , die Gestalt sprang ins Gebüsch , Franz wollte hinterdrein knallen , aber der Schuß versagte , und nun lief er voll Angst und Schrecken zu den andern , die von ihm entfernt standen , überzeugt , daß es der Satan sei , der ihm zum Trutz das Wild verscheuche und sein Gewehr verzaubere ; denn in der Tat traf er , seitdem ihn das Ungetüm verfolgte , kein Tier , so gut er sonst geschossen . Das Gerücht von dem Spuk im Walde verbreitete sich , und man erzählte schon im Dorfe , wie der Satan dem Franz in den Weg getreten und ihm Freikugeln angeboten , und noch anderes tolles Zeug mehr . - Ich beschloß , dem Unwesen ein Ende zu machen und das Ungetüm , das mir selbst noch niemals aufgestoßen , auf den Stätten , wo es sich zu zeigen pflegte , zu verfolgen . Lange wollte es mir nicht glücken ; endlich , als ich an einem neblichten Novemberabend gerade da , wo Franz das Ungetüm zuerst erblickt , auf dem Anstand war , rauschte es mir ganz nahe im Gebüsch , ich legte leise das Gewehr an , ein Tier vermutend , aber eine gräßliche Gestalt mit rotfunkelnden Augen und schwarzen borstigen Haaren , mit Lumpen behangen , brach hervor . Das Ungetüm stierte mich an , indem es entsetzliche heulende Töne ausstieß . Herr ! - es war ein Anblick , der dem Beherztesten Furcht einjagen könnte , ja mir war es , als stehe wirklich der Satan vor mir , und ich fühlte , wie mir der Angstschweiß ausbrach . Aber im kräftigen Gebet , das ich mit starker Stimme sprach , ermutigte ich mich ganz . Sowie ich betete und den Namen Jesus Christus aussprach , heulte wütender das Ungetüm und brach endlich in entsetzliche gotteslästerliche Verwünschungen aus . Da rief ich : Du verfluchter , bübischer Kerl , halt ein mit deinen gotteslästerlichen Reden und gib dich gefangen , oder ich schieße dich nieder . Da fiel der Mensch wimmernd zu Boden und bat um Erbarmen . Meine Bursche kamen herbei , wir packten den Menschen und führten ihn nach Hause , wo ich ihn in den Turm bei dem Nebengebäude einsperren ließ und den nächsten Morgen den