Kritik bei , die sich gegen die oben zitierten französischen » Anmerkungen « richtet ) , waren : des moeurs pures , beaucoup d ' honnêteté dans le sentiment , un désinteressement parfait , un grand amour pour le travail . In dieser Kritik vermissen wir nur eines noch , was uns den Mann ganz besonders zu charakterisieren scheint , seinen bon sens in allen praktischen Dingen , wohin wir in erster Reihe auch die Politik rechnen , das klare Erkennen von dem , was statthaft und unstatthaft , was möglich und unmöglich ist . Über diese glänzendste Seite Bischofswerders gibt uns Massenbach in seinen » Memoiren zur Geschichte des preußischen Staates « Aufschluß . Dieser ( Massenbach ) verfolgte damals , 1795 bis 1797 , zwei Lieblingsideen : » Bündnis mit Frankreich « und » Neuorganisation des Generalquartiermeisterstabes « , – wohl dasselbe , was wir jetzt Generalstab nennen . In den Memoiren heißt es wörtlich : » Ich suchte den General von Bischofswerder für meine Ansichten zu gewinnen . Es hielt schwer , diesen Mann in seinem Zimmer zu sprechen . Desto öfter traf ich ihn auf Spazierritten . Er liebte den Weg , der sich vor dem Nauenschen Tore auf der sogenannten Potsdamer Insel , längs der Weinberge hinzieht . Da paßte ich ihm auf , kam wie von ungefähr um die Ecke herum , und bat um die Erlaubnis , ihn begleiten zu dürfen . Das Gespräch fing gewöhnlich mit dem Lobe seines Pferdes an ; nach und nach kamen wir auf die Materie , die ich zur Sprache bringen wollte . Ich gebe hier eines dieser Gespräche , worin ich ihm , wie schon bei einer früheren Gelegenheit , ein Bündnis mit Frankreich empfahl . Ich ( Massenbach ) . Preußen muß sich fest mit Frankreich verbinden , wenn es sich nicht unter das russische Joch beugen soll . Bischofswerder . Aber bedenken Sie doch , daß der König mit der Direktorialregierung kein Freundschaftsbündnis errichten kann . Unter den Direktoren befinden sich einige , die für den Tod ihres Königs gestimmt haben . Mit Königsmördern kann kein König traktieren . Ich . Traktieren ? Wir haben ja in Basel traktiert . Und gab der staatskluge Mazarin seinem Zöglinge nicht den Rat , den Königsmörder Cromwell seinen › lieben Bruder ‹ zu nennen ? Das Interesse des Staates entscheidet hier allein . Bischofswerder . Man hat keine Garantie . Morgen werden die › fünf Männer ‹ von ihren Thronen gejagt und nach Südamerika geschickt . Es ist eine revolutionäre Regierung . Ich . Die englische Regierung ist es auch . Georg III. ist nicht nur ein schwacher Mann , er ist weniger als nichts ; er ist wahnsinnig ... Heute negoziieren wir mit Pitt , morgen ist ein Bute an der Spitze der Angelegenheiten . Die englische Regierung gibt uns auch keine Sicherheit . Wir haben mit der französischen Regierung unterhandelt ; wir haben sie anerkannt ; wir haben ihr eine diplomatische Existenz gegeben und uns dadurch den Haß aller Mächte zugezogen . Einmal mit diesem Hasse beladen , gehe man noch einen Schritt weiter .... Bischofswerder . Sie gehen zu weit , Massenbach . Eine solche Idee dem Könige vorzutragen , kann ich nicht wagen . Auch kann ich Ihrer Meinung nicht beipflichten . Allianz mit Frankreich ! Das ist zu früh . Die Dinge in Frankreich haben noch keine Konsistenz . « Dies war im Frühjahr 1796 . » Die zweite , noch weit eingehendere Unterredung « , so fährt Massenbach fort , » die ich mit Bischofswerder um diese Zeit hatte , bezog sich auf die Neuorganisation des Generalquartiermeisterstabes . Ich bat um die Erlaubnis , ihm meinen Aufsatz über die Notwendigkeit einer › Verbindung der Kriegs- und Staatskunde ‹ vorlesen zu dürfen . Dies geschah denn auch an zwei Abenden , die ich bei Bischofswerder unter vier Augen zubrachte . Er machte , als ich geendet hatte , einige treffende Bemerkungen . Unter andern sagte er folgendes : › Selbst angenommen , daß dies alles nur politisch-militärische Romane wären , so würde doch die Lektüre derselben den Prinzen des königlichen Hauses ungemein nützlich sein , nützlicher als die Lektüre von Grandison und Lovelace . Die jungen Herren würden dadurch die militärische Statistik unseres Staates und der benachbarten Staaten kennenlernen . ‹ « » Das Ende meines Aufsatzes « , so schließt Massenbach , » ließ er sich zweimal vorlesen . Er lächelte . Als ich in ihn drang , mir dies Lächeln zu erklären , sagte er : › Der Generalstab wird , wenn Ihre Idee zur Ausführung kommt , eine geschlossene Gesellschaft , die einen entscheidenden Einfluß auf die Regierung des Staates haben wird . Ihr Generalquartiermeister greift in alle Staatsverhältnisse ein . Sein Einfluß wird größer , als der des jetzigen Generaladjutanten . Solange Zastrow der vortragende Generaladjutant ist , wird Ihre Idee nicht ausgeführt werden . Jetzt müssen Sie diese Idee gar nicht mehr zur Sprache bringen . Teilen Sie solche niemandem mit . Die Sache spricht sich herum , und Sie haben dann große Schwierigkeiten zu bekämpfen ... Ihren Antrag wegen der Reisen der Offiziere des Generalquartiermeisterstabes will ich gern beim Könige unterstützen . ‹ « ( Dies geschah . ) Massenbach , der immer Gerechtigkeit gegen Bischofswerder geübt und nur seine Geheimtuerei , sein Sich-verleugnen-lassen und sein diplomatisch-undeutliches Sprechen , das er » Bauchrednerei « nannte , gelegentlich persifliert hatte , war nach diesen Unterredungen so entzückt , daß er ihre Aufzeichnung mit den Worten begleitet : » Ich gewann den Mann lieb ; er erschien mir einsichtsvoll und ich konnte mich nicht enthalten , ihn zu embrassieren . « Wenn nun auch einzuräumen ist , daß der immer Pläne habende Massenbach durch ein solches Eingehen auf seine Ideen bestochen sein mußte , so muß doch auch die nüchternste Kritik , die an diese Dialoge herantritt , eingestehen , daß sich überall ein Prinzip , und doch zugleich nirgends eine prinzipielle Verranntheit , daß sich vielmehr Feinheit