der Hals auf ihren Schultern saß , wie kräftig ihr Oberleib sich aus den vollen Hüften hervorhob , und wie schön ihr Fuß und ihr Knöchel gebaut waren . Sie war recht ein Mädchen , wie ein Mann sich es zum Weibe wünschen mußte : froh , gut und gesund . Hätte ich sie statt Hildegard ' s mir erwählt , wie Manches wäre nicht geschehen , wie Vieles wäre anders , wäre besser geworden ! dachte er , und er wußte es nicht , daß sich ein lautes Ach ! seiner Brust entrang . Cäcilie aber hörte es , und sich umwendend , fragte sie ihn : Was fehlt Dir , Renatus ? Ach , rief er noch einmal , ich sollte es nicht sagen , denn es ist unmännlich , es auszusprechen , aber ich bin schon lange mit mir selbst zerfallen , ich bin recht unglücklich ! Du ? Du bist unglücklich - aber weßhalb denn jetzt noch ? erkundigte Cäcilie sich , während sie sich zu ihm gesellte und ihren Arm unaufgefordert in den seinigen legte . Er antwortete ihr nicht , und so gingen sie mehrmals um den großen Rasenplatz herum . Er fühlte mit Vergnügen ihren schönen entblößten Arm auf dem seinen ruhen , er bog sich zu ihr , um ihre Schulter zu berühren , und wenn sie den Kopf zu ihm emporhob und er sich neigte , so daß seine Lippen nicht fern über ihrer Stirn schwebten , mußte er sich zurückhalten , daß er sie nicht küßte . Er hatte bisher diese Empfindung überströmender Zärtlichkeit niemals neben ihr gehegt , er hatte sie oft genug geküßt , ohne dabei etwas zu denken , ohne dabei besonders warm zu werden . Heute , wo er ein wahrhaftes Verlangen danach trug , sie zu umarmen , wagte er es nicht , und seine Unruhe wurde immer größer . Er schlug den Rückweg nach der Terrasse ein . Cäcilie schüttelte mißbilligend ihr Haupt . Hildegard hatte doch Recht , sagte sie mit Einem Male ; Ihr Männer wißt nicht , was ihr wollt , und zwar weder im Kleinen , noch im Großen . Erst konntest Du ' s im Zimmer nicht ertragen und wir mußten in den nassen Garten hinaus ; nun , da es hier draußen aussieht , als wollte es frischer werden , als könnte der Wind aufstehen und man könnte Luft schöpfen , nun soll man hinein ! - Sie zuckte mit den Schultern , schien weiter sprechen zu wollen , unterdrückte ihr Wort und sagte dann nach einem längeren Schwanken dennoch : Und hast Du es denn mit Dir selbst nicht eben so gemacht ? Erst bestandest Du darauf , Dich mit Hildegard zu verloben , die für Dich viel zu alt war und , so gut sie sonst auch ist , nie für Dich gepaßt hat ; dann , als sie Deine Braut war , liebtest Du eine Andere , wolltest frei werden - das merkte auch ich Dir an , sobald Du den Fuß nur aus dem Wagen gesetzt hattest - und nun Du frei bist und Dir die Gräfin Eleonore holen kannst , nun bist Du auch nicht glücklich ! Was willst Du denn eigentlich ? Wie kommst Du auf Eleonore ? rief Renatus auffahrend . Was weißt Du von ihr ? Alles ! entgegnete Cäcilie von seinem Tone ganz betroffen . Hildegard hat ja der Mutter Alles anvertraut , und sie am letzten Tage noch darum gebeten , daß sie jetzt es mir auch sagen sollte . Daran erkenne ich Hildegard ! stieß Renatus hervor . Sie waren während dessen ganz in die Nähe des Schlosses gekommen , ohne weiter mit einander ein Wort zu wechseln . Als sie auf dem Punkte standen , einzutreten , sagte Cäcilie : Siehst Du , Renatus , Unglück habe ich , nicht Du ! Ich wollte Dir eine Liebe thun , Dich erheitern , Dir sagen , daß ich mich freuen würde , Dich endlich einmal recht froh , recht glücklich und auch recht reich zu sehen , und statt dessen erzürne ich Dich gegen mich . Ich mag ' s im Leben machen , wie ich will , ich treffe nicht das Rechte . Nicht bei der Mutter , nicht bei Dir ! Ich habe eben kein Glück und kein Geschick ! Es kam ihm vor , als bebe ihre Stimme ; er machte sich einen Vorwurf daraus , daß er ungerecht , daß er hart gegen sie verfahren sei , und sich zu entschuldigen und sie aufzuklären , sprach er : Ich habe Eleonore Haughton nie geliebt , Cäcilie ! Sie hat mich beschäftigt eine kurze Zeit hindurch , sie hat mich verwirrt durch wenig Stunden ; aber sie hat mich nie geliebt und ich habe sie nie geliebt - niemals , Cäcilie , betheuerte er , und Hildegard hat das sehr wohl gewußt ! Aber weßhalb hat sie mir ' s denn sagen lassen ? rief Cäcilie . Weißt Du ' s nicht ? fragte er und schlang den Arm um ihren Leib . Sie antwortete ihm nicht ; er fühlte aber , wie das Herz ihr unter seiner Hand erbebte . Sie konnte nicht vorwärts , nicht zurück . Sie wollte ihn verlassen , aber obschon es ihr ein Leichtes gewesen wäre , sich von ihm los zu machen , kam sie nicht von der Stelle . Weißt Du ' s nicht ? fragte er noch einmal ; und sie fester umschlingend und sie an sich ziehend , sprach er , nur für ihr Ohr vernehmbar : Wie solltest Du , da ich ' s ja selbst erst jetzt erkenne ! Ach , rief Cäcilie , ich war ja so unglücklich , als Du in ' s Feld gegangen bist ! Damals , damals schon hast Du mich geliebt ? klang es mit unterdrücktem Jubel aus seiner Brust hervor . Immer , immer ! das war alles was Cäcilie unter seinen glühenden Küssen hervorzubringen