, alter Drachenochse , bettelhaft gewordener Sauggott , verholztes Monument der Seelenruhe ! Ich habe dich jüngst mit einer Pistole erledigt , nun stehst du wieder da und foppst mich ? Aber du foppst mich nicht . Du bringst mich über die Erkenntnis nicht weg , daß Gott sein Leben dem Blute verdankt , daß Wunder und Erleuchtungen aus dem Rhythmus schnellen , den reelle Menschenbeine stampfen , daß du , Moki , dein Leben den dünnen Knochen Zanas verdankst . In ihrem Spiel sitzt die Kraft der Elevation . Sie deutet , und du fliegst . Sie blickt schief aus ihren Augen , und du schleuderst Blitze . Dein Gesicht ist töricht ohne sie ; wenn sie seine Wirkungen tanzt , heben dich die Schauer ihres Urtanzes , ihres endgültigen Leibes , ins Grauen der Götter . O , du Gott , du Geschöpf des in seinem Blute tanzenden Menschen , du Drachenhohn vor dem Wahnwitz des Panthersohnes und seines Weibes ! Als ich aus dem Qualm verbrannter Blumen , ölig schwitzender Körper , abschüssiger wilder Bewegungen des Mädchenleibes zu mir kam , stand Moki ruhig , gesättigt und verkommen wie früher an seinem Platze in der sechseckigen Hütte und markierte den letzten stoischen Sprößling aus Drachenblut . Nicht weit von ihm saß ein ekstatischer , alter Indianer und böhte in eine lange , lange Röhre , eine zusammengerollte steife Reismatte . Oben im Dache wurde eine Luke , die plötzlich entstanden war , von geheimnisvoller Hand geschlossen . Ich mußte mich der Bewegung Zanas erinnern , hatte deutlich zu merken , was sie mit ihren Gebärden , ihrem Grausen , ihrem Jubel , ihrem Flügelschlag und ihrem lüstern vorgebeugten Rumpfe von meiner Phantasie verlangte . Gern , liebe , hübsche Mücke , sollst du mein Blut und meinen Glauben haben . Alle hatten wie besessen zum Dache hinaufgeschaut , als Zana dort hinauswies , und es wäre nur unanständig von mir gewesen , mich dem allgemeinen Ereignis nicht anzuschließen . Ich war vollauf befriedigt von mir . Furcht und Hohn standen in den Gesichtern der Dumaraleute zu lesen . Und , war es nicht auch eine kleine Bosheit , daß sie den großen , bösen Gott so nach Belieben mit seinem schäbigen Flügelpaar in die Lüfte steigen ließen , daß sie ihre Demut und ihr echtestes Erschauern von ihrem guten Willen abhängig machten , daß sie ihren Übermut schärften , indem sie ihm plump die Spitze abbrachen und anbeteten ? Menschenseele , von wilder Deutlichkeit in der Seele des Wilden ! So standen die Dinge . Nämlich , Moki stand wieder fragmentarisch dort in seiner Ecke , und Zana - Zana aber war tot . Man hatte die Mücke erschlagen . Man hatte ihr den Garaus gemacht . Umgebracht hatte man sie , mit Orchideenzweigen hatte man sie totgeworfen . Die Mücke war tot . Zana tanzte den Pumatanz und den Mückentanz . Sie tanzte den Blutdurst ihrer Seele . Aber Zana war auch eine sehnsüchtige Grille und legte die Arme , nein , die schmalen , langen Flügel dicht hinten an den Leib . Sie bog den Kopf zurück in den Nacken , ihre Brust trat hervor , stark , stärker , in unendlichem Schmerze , und nun gewahrte man an dem bloßen Spiel ihrer Brüste und ihres Magens , daß sie schluchzte . Zana , kleine Grillenfrau , Weint um ihren Fernen Liebsten , sangen die Jäger . Sie rasselten und feilten schrill mit allem Metall , das sie hatten aufbringen können , und hierbei war es , daß unsere leeren Sardinenbüchsen sich als ingeniös musikalisch erwiesen . Die Folge davon , daß Grillen um den Liebsten weinen , ist , daß man die wundervolle Architektur ihrer Eingeweide zu sehen bekommt . Zana hatte zwischen den Lenden einen weiblichen Anflug von Wölbung ; eine flache Schale bildete den Unterleib . Aber sie war so flach , daß sie mehr ein dunklerer Schmelz der flaumigen Haut als eine plastische Erhebung schien . Der Tätowierkünstler hatte der bildhauerischen Natur überflüssig nachgearbeitet . Jetzt aber wurde seine Kunst ganz zuschanden . Denn die Grille litt unsagbar und ihr eingezogener Magen unter der verdrängenden kleinen Büste zeigte fibröse Rillen wie bei einem Knaben . Die ganze Monotonie ihres Schmerzes lag in den Hüpfschritten , mit denen sie unzählige Male im Schwirren der Instrumente denselben Kreis vollendete . Dann aber schlug sie hin und war tot vor Schmerz . Abermals war Zana heute gestorben . Und nun geschah an diesem unvergeßlichen Abende etwas Entscheidendes . Zana tanzte zum vierten Male . Sie war nicht umzubringen , elastisch und unermüdlich war sie wie ein wirklicher Künstler ; die Anstrengung glückte ihr spielend , ihre Konzentration vertiefte sich ; morgen aber , fürchte ich , wird sie einen trüben Tag haben . Aus ihrem formenreichen , sanft ergiebigen Körper holte sie einen neuen Sinn heraus . Als sie wieder aufkam , stand Luluac da , ihr Bruder . Sie ging ihm bis zu den Hüften . Er war hoch , und sein Oberkörper war wie ein Keil in Hüften und Gesäß gepflanzt , die , aus der Wurzel der gewölbten Schenkel geeinigt , den kräftigen Stamm trugen . Seine Brust war mehr hoch als breit und hob sich hart von dem muskulösen Rückenschilde vor , zu dem die Rippenbänder zurückstrebten . Der Brustkorb selbst , dessen Bügel eng standen und eine tiefe männliche Busenkerbe bildeten , war ein stumpfer Kegel . Darunter fiel der Felsenbruch des Magens ab . Der Kopf war klein und rund , mit starkem Hinterschädel , glatt rasiert , und nur über der Stirn stand ein Besen dünner spröder Haare erhalten . Wie dieser Kopf waren auch die übrigen Teile seines Knochenbaues von einem raumsparenden Prinzipe gebildet , als typisches Produkt einer langen blutwählerischen Zucht . Diese Knochen waren verbesserte Urinstrumente , bei denen an Masse zugunsten der Widerstandskraft durch Biegungen , Schwellungen , Verkolbungen gespart war . Sie wurden von einem übersichtlichen Muskelsystem in Bewegung gesetzt . Ihr