ansehnlichen Familie ? « » Vierbrinck Sohn & amp ; Compagnie . « Sie lachten . Und er dachte : Dory ? Das war also die Dory , die an jenem Abend davonlief . Sie aber konnte ihn gar nicht erkennen . Das war ihm lieb . Es lag ihm im Gefühl : Das muß zwischen » ihr « und mir bleiben . - Er wartete - horchte auf . - Nein , Marieluis sagte nichts . - Wenn es ihr sonst zu » nebensächlich « war , gerade Dory nun zu erklären : Denke Dir , es ist Herr von Hellbingsdorf , der mir damals beistand - das hätte sich doch fast von selbst verstanden ... Wie viel Nähe hatten sie schon zueinander - das berauschte ihn . - Welche Kluft war zwischen ihnen - er fühlte es in der nächsten Stunde mit Erbitterung . - Man saß bei Tisch . Alles ist bester Stil , dachte Allert , vornehm , nicht protzig , trotz der Menge alten Silbers und edlen Kristalls - trotz der erlesenen Speisen - wie sind sie sicher und bedacht zusammengestellt . In zwei Sälen saßen etwa hundert und mehr Personen . Die ungezwungene Fröhlichkeit , das lebhafte Gespräch brachte jenes gleichmütige , ununterbrochene Geräusch hervor , das dem einzelnen gestattet , vom Nachbar ungehört zu bleiben . Aber zunächst kam Allert nicht zu seiner Aussprache mit Marieluis . Seine andere Tischnachbarin war voll Unruhe . Sie ließ ihre Serviette fallen und dann ihre Handschuhe , und während ihr Tischherr sich bückte , fragte sie Allert was und hörte nicht seine Antwort . Dann fragte sie ihren Tischherrn und achtete nicht auf seine Auskunft , sondern wollte wieder etwas von Allert . » Können Sie meinen Mann entdecken ? « fragte sie in ihrer geschwinden Sprache . » Aber - Sie kennen ihn ja nicht - pardon , wie dumm von mir - ich bin furchtbar mucksch mit meinem Mann , aber aufpassen muß ich doch , ob er nicht zu nett mit seiner Dame ist . Wenn man sich mit dem Gatten gründlich erzürnt hat - nicht wahr ? So seid Ihr Männer ! Er ist imstande , einer anderen den Hof zu machen . « Und sie bog ihren langen Hals nach rechts , nach links . - » Was denn ? Erzürnt mit Ihrem Mann ? « fragte Allert . » Wenn ich mir eine indiskrete Bemerkung gestatten darf : Ich habe von Ihnen wie von Turteltauben - natürlich in moderner Variante , sprechen hören . « » Bleib mal einer Turteltäubchen , « sagte Thea Daister , » wenn man plötzlich hört : wir können nur acht Tage in St. Moritz bleiben , es kostet zu viel , und unser Leben in Berlin schluckt alles . - Pa und Ma sind immer vier Wochen mit mir hingegangen ... Und im Frühling können wir nicht nach Cannes . - Ich bin starr . - Mußt ich da nicht mal auftrumpfen ? « Wie recht hatte Raspe , dachte Allert , die Ansprüche nehmen sie aus den Elternhäusern mit in die Ehe ... » Sie können sich hinter Ihre Eltern stecken , gnädige Frau , « tröstete Allert , » wenn man so vorsichtig in der Wahl seines Vaters gewesen ist ... « Marieluis sprach mit vorsichtiger Stimme hinein , aber doch nur zu ihm : » Die Eltern haben den Etat so groß bemessen , daß er nicht überschritten werden darf . Thea hat ja Geschwister . « Die junge Frau bemühte gerade ihren Tischherrn mit der Entdeckung des Gatten und hörte nicht , was ihre Cousine sagte . » Nun , die Verstimmung wird nicht ernst sein , « äußerte Allert . Es interessierte ihn wenig . Er fühlte die Nähe dieses Mädchens wie ein beklemmendes , betäubendes Glück . Für ihn war sie das höchste Bild von Frauenschönheit ; seine Natur wollte sie - sie ! Ganz und gar sie - wie sie da saß , in beherrschter Haltung , mit vollen Schultern , schlanken Armen und diesem fein geformten Kopf , den köstliche , blonde Haare locker umgaben . - Diesem ernsten Gesicht mit den klugen , großen Augen und den tiefen Mundwinkeln . - » Es kommt mir ganz phantastisch vor , wenn ich Sie so sehe - in diesem Rahmen - in diesem Kleid - wenn ich auch nichts davon verstehe - es scheint mir köstlich und das Geschmackvollste von der Welt - ich möchte mich an den Kopf fassen : Sind Sie es wirklich , die ich im klebrig-schwarzgelben Nebel von einem grölenden Trunkenbold bedrängt sah ? « » Ja - bei der Arbeit gibt ' s eben mal andere Situationen . « » Es ist keine Arbeit für Sie ! « sagte er mit Entschiedenheit . » Barmherzigkeit ? Keine Frauenarbeit ? Welche ist es mehr ? « sprach sie und sah ihn mit großen Augen an . » Es gibt Dinge , « begann er erregt , » über die man sich kaum mit Worten verstehen kann . So wie die Empfindungen sich zu Gedanken bilden - nicht wahr : Denken und Worte - das ist dasselbe - alles Denken ist stummes Sprechen - ja , gleich sind schon die Schwierigkeiten da . Wie sollte Barmherzigkeit nicht Frauenarbeit sein ? ! Sie ist die allererste ! Keine Legende ist rührender als die vom Rosenwunder , das der heiligen Elisabeth geschah . « » Nun also ... « » Und doch ... Sehen Sie , früher waren die Frauen auch barmherzig - jede , sofern sie ein echtes Weib war - wirkte in ihrem Kreis , mit offenen Händen und offenem Herzen - nur mit dem Herzen . - Und solche Frauen gibt es gewiß auch überall heute - die nichts anderes wollen als wohltun . Aber da sind die vielen , die arbeiten - ja , sie nennen es Arbeit - was liegt oft in dem Wort , in diesem Zusammenhang ! - Und