Echo der Pichelsberge nicht veranlaßt sah , darauf zu antworten . Krola lachte . » Das ist der junge Metzner . Er hat eine merkwürdig gute Stimme , wenigstens für einen Dilettanten , und hält eigentlich das Quartett zusammen . Aber sowie er eine Prise frische Luft wittert , ist es mit ihm vorbei . Dann faßt ihn das Schicksal mit rasender Gewalt , und er muß jodeln . .. Aber wir wollen von den Kindern nicht abkommen . Sie werden mir doch nicht weismachen wollen « - Krola war neugierig und hörte gern Intimitäten - , » Sie werden mir doch nicht weismachen wollen , daß die beiden da vor uns in einer unglücklichen Ehe leben . Und was das Zanken angeht , so kann ich nur wiederholen , Hamburgerinnen stehen auf einer Bildungsstufe , die den Zank ausschließt . « Treibel wiegte den Kopf . » Ja , sehen Sie , Krola , Sie sind nun ein so gescheiter Kerl und kennen die Weiber , ja , wie soll ich sagen , Sie kennen sie , wie sie nur ein Tenor kennen kann . Denn ein Tenor geht noch weit übern Lieutenant . Und doch offenbaren Sie hier in dem speziell Ehelichen , was noch wieder ein Gebiet für sich ist , ein furchtbares Manquement . Und warum ? Weil Sie ' s in Ihrer eigenen Ehe , gleichviel nun , ob durch Ihr oder Ihrer Frau Verdienst , ausnahmsweise gut getroffen haben . Natürlich , wie Ihr Fall beweist , kommt auch das vor . Aber die Folge davon ist einfach die , daß Sie - auch das Beste hat seine Kehrseite - , daß Sie , sag ich , kein richtiger Ehemann sind , daß Sie keine volle Kenntnis von der Sache haben ; Sie kennen den Ausnahmefall , aber nicht die Regel . Über Ehe kann nur sprechen , wer sie durchgefochten hat , nur der Veteran , der auf Wundenmale zeigt ... Wie heißt es doch ? Nach Frankreich zogen zwei Grenadier , die ließen die Köpfe hangen ... Da haben Sie ' s. « » Ach , das sind Redensarten , Treibel ... « » ... Und die schlimmsten Ehen sind die , lieber Krola , wo furchtbar gebildet gestritten wird , wo , wenn Sie mir den Ausdruck gestatten wollen , eine Kriegsführung mit Sammethandschuhen stattfindet oder , richtiger noch , wo man sich , wie beim römischen Karneval , Konfetti ins Gesicht wirft . Es sieht hübsch aus , aber verwundet doch . Und in dieser Kunst anscheinend gefälligen Konfettiwerfens ist meine Schwiegertochter eine Meisterin . Ich wette , daß mein armer Otto schon oft bei sich gedacht hat , wenn sie dich doch kratzte , wenn sie doch mal außer sich wäre , wenn sie doch mal sagte : Scheusal oder Lügner oder elender Verführer ... « » Aber , Treibel , das kann sie doch nicht sagen . Das wäre ja Unsinn . Otto ist ja doch kein Verführer , also auch kein Scheusal ... « » Ach , Krola , darauf kommt es ja gar nicht an . Worauf es ankommt , ist , sie muß sich dergleichen wenigstens denken können , sie muß eine eifersüchtige Regung haben , und in solchem Momente muß es afrikanisch aus ihr losbrechen . Aber alles , was Helene hat , hat höchstens die Temperatur der Uhlenhorst . Sie hat nichts als einen unerschütterlichen Glauben an Tugend und Windsor-soap . « » Nun meinetwegen . Aber wenn es so ist , wo kommt dann der Zank her ? « » Der kommt doch . Er tritt nur anders auf , anders , aber nicht besser . Kein Donnerwetter , nur kleine Worte mit dem Giftgehalt eines halben Mückenstichs , oder aber Schweigen , Stummheit , Muffeln , das innere Düppel der Ehe , während nach außen hin das Gesicht keine Falte schlägt . Das sind so die Formen . Und ich fürchte , die ganze Zärtlichkeit , die wir da vor uns wandeln sehen und die sich augenscheinlich sehr einseitig gibt , ist nichts als ein Bußetun - Otto Treibel im Schloßhof zu Canossa und mit Schnee unter den Füßen . Sehen Sie nun den armen Kerl ; er biegt den Kopf in einem fort nach rechts , und Helene rührt sich nicht und kommt aus der graden Hamburger Linie nicht heraus ... Aber jetzt müssen wir schweigen . Ihr Quartett hebt eben an . Was ist es denn ? « » Es ist das bekannte : Ich weiß nicht , was soll es bedeuten ? « » Ah , das ist recht . Eine jederzeit wohl aufzuwerfende Frage , besonders auf Landpartien . « Rechts um den See hin gingen nur zwei Paare , vorauf der alte Schmidt und seine Jugendfreundin Jenny und in einiger Entfernung hinter ihnen Leopold und Corinna . Schmidt hatte seiner Dame den Arm gereicht und zugleich gebeten , ihr die Mantille tragen zu dürfen , denn es war etwas schwül unter den Bäumen . Jenny hatte das Anerbieten auch dankbar angenommen ; als sie aber wahrnahm , daß der gute Professor den Spitzenbesatz immer nachschleppen und sich abwechselnd in Wacholder und Heidekraut verfangen ließ , bat sie sich die Mantille wieder aus . » Sie sind noch geradeso wie vor vierzig Jahren , lieber Schmidt . Galant , aber mit keinem rechten Erfolge . « » Ja , gnädigste Frau , diese Schuld kann ich nicht von mir abwälzen , und sie war zugleich mein Schicksal . Wenn ich mit meinen Huldigungen erfolgreicher gewesen wäre , denken Sie , wie ganz anders sich mein Leben und auch das Ihrige gestaltet hätte ... « Jenny seufzte leise . » Ja , gnädigste Frau , dann hätten Sie das Märchen Ihres Lebens nie begonnen . Denn alles große Glück ist ein Märchen . « » Alles große Glück ist ein Märchen « , wiederholte Jenny langsam und gefühlvoll . » Wie wahr , wie schön ! Und sehen