es , hoffe es , müßte Sie sonst bedauern « , entgegnete der Geistliche , der ihn nicht losließ aus dem Bann seines Blickes . » Und Sie hätten recht , der Sie einen Himmel haben und ihn jedem verbeißen können , der da kommt , sich bei Ihnen Trost zu holen « , brach Habrecht aus . Als der Priester ihn verlassen hatte , nahm er den zerlesenen Band , liebkoste ihn wie etwas Lebendiges und barg ihn an seiner Brust , seinen mit stets erneuter Wonne genossenen , stets verleugneten Freund . 12 Pavel baute rüstig an seinem Hause fort , und es wurde fertig , allen Hemmnissen zum Trotz , welche der Mutwille und die Bosheit ersannen , um seinem Erbauer die Beendigung des anspruchslosen Werkes zu erschweren . Da stand es nun , mit Moos und Stroh bedeckt , sehr niedrig und sehr schief . Aus den drei kleinen Fenstern guckte die Armut heraus , doch wer unsichtbare Inschriften zu lesen verstand , der las über der schmalen Tür : Durch mich geht der Fleiß ein , der diese Armut besiegen wird . Vorläufig war die Schaluppe der Gegenstand des Spottes eines jeden , den sein Weg vorbeiführte . Pavel ließ sich aber die Freude an seinem Häuschen nicht verderben , sondern ging wohlgemut an dessen innere Einrichtung . Er hatte einen Herd gebaut und einen bescheidenen Brettervorrat gekauft . Um diesen mit ihm zu durchmustern , fand der Schullehrer sich ein . Sie hielten Beratung , drehten jedes Brett wohl zehnmal um und überlegten , wie es am besten zu verwenden wäre . Plötzlich hob Pavel den Kopf und horchte . Das langsame Rollen eines schweren Wagens , die Anhöhe herauf , ließ sich vernehmen . » Die Frau Baronin kommt « , rief Pavel , » sie hat mein Haus noch nicht gesehen ; was wird die sagen , wenn sie sieht , daß ich ein Haus habe ! « In der Tat kannte die Baronin Pavels Bauwerk noch nicht . Die Spazierfahrten der alten Dame lenkten sich regelmäßig nach einer andern Richtung . Den schlechten , steilen Weg durch das Dorf kam sie nur einmal im Jahre gefahren , meistens zur Herbstzeit , wenn sie ihren alten pensionierten Förster im Jägerhause droben besuchte . Das war heute und wäre wohl öfters der Fall gewesen , ohne die Gründe , die Matthias , der Bediente , immer anzuführen wußte , um von dem Ausflug nach dem Jägerhaus abzuraten . Der Grund , der ihm alle diese Gründe lieferte , war der , daß er an der Gicht in den Beinen litt , ungern zu Fuße ging und recht gut wußte , daß es am Ende des Dorfes , wo die jähere Steigung begann , heißen würde : » Steig ab , Matthias , du bist zu dick , die armen Pferde können dich nicht schleppen . « Als Pavel das Nahen des Wagens bemerkte , war Matthias soeben vom Bock herabbefohlen worden , er schritt verdrießlich hinter der großen Kalesche einher , und die Baronin saß in derselben ebenfalls verdrießlich . Sie ärgerte sich über den Buckel , den ihr Kutscher machte , und schloß daraus auf einen Mangel an Respekt , indes derselbe nur die Folge der lastenden Jahre war . Die Gebieterin sagte leise vor sich hin : » Daß die Leute heutzutage nicht mehr geradesitzen können ! ... Was das für eine Manier ist ! ... Eine rechte Schand , wenn sich einer gar nicht zusammennehmen kann ! ... « Sie selbst saß aufrecht wie eine Kerze und streckte sich , soviel sie konnte , um mit gutem Beispiel voranzugehen , was freilich unter den gegebenen Umständen wenig nützte . Dabei blickte sie lebhaft und neugierig umher durch die große Brille , die sie bei ihren Ausfahrten aufzusetzen pflegte . Bei der Sandgrube angelangt , wurde sie die neue Hütte gewahr , welche sich dort erhob , und rief : » Matthias , wer hat denn da einen Stall gebaut ? Was ist denn das für ein Stall ? « Matthias beschleunigte seine Schritte , nahm den Hut ab und antwortete : » Das ist eine Schaluppen . « » Was der Tausend ! wer hat sich denn die gebaut ? « Matthias lächelte verächtlich : » Die hat sich ja der Pavel gebaut , der Holub . « » Gott bewahr einen ! der baut Häuser ? « » Ja « , fuhr Matthias fort und legte vertraulich die Hand auf den Wagenschlag , » für die Mutter , heißt ' s , daß die wo unterschlupfen kann , wenn sie herauskommt aus dem Zuchthaus . Wird ein Raubnest werden ; ist noch gut , daß es so frei steht und so weit draußen aus dem Dorf . « Während dieses Gesprächs war die Equipage vor dem Hüttchen angelangt , von dem sie nur noch der Wegrain und der Raum trennte , auf dem Pavel seine Bretter ausgelegt hatte . Die Baronin befahl dem Kutscher , ordentlich zu hemmen und anzuhalten . Sie beugte sich aus dem Wagen und fragte : » Was sind denn das für Bretter ? « Habrecht trat heran und begrüßte die gnädige Frau . » Sieh da « , sprach diese , » der Lehrer , das ist schön , da können Sie mir gleich sagen , was das für Bretter sind ? « » Aus der herrschaftlichen Brettmühle , Euer Gnaden . « » Und wie kommen sie denn hierher ? « » Als Eigentum des Pavel Holub , der sie gekauft hat . « » Gekauft ? « entgegnete die Baronin ; » das ist schwer zu glauben , daß der etwas gekauft haben soll . « Pavel hatte sich bisher regungslos hinter dem Schulmeister gehalten ; bei den letzten Worten der gnädigen Frau fuhr er auf , wandte sich , sprang in die Hütte und kam gleich darauf wieder zurück , einen Bogen Papier in der Hand haltend , den er ,