hier , wo Sie nicht einmal ansässig sind , sich Freunde zu erwerben , scheinen Sie durch einen übel angebrachten Stolz sich Ihren Weg recht absichtlich erschweren zu wollen . « » Ich thue nur das , was jeder Mann von Ehre sich selbst schuldig ist , « erwiderte Helmstedt ernst , » und die Folgen dessen , Mr. Elliot , gut oder übel , trag ' ich allein . « » Gut Sir , so erlauben Sie mir , ein paar Worte mit Ihnen zu reden ! « sagte der Pflanzer , den Kopf zurückwerfend . » Mit Vergnügen , Sir , « erwiderte der Deutsche , sich höflich neigend , » bestimmen Sie über mich ! « Elliot schritt nach einem der Seitenzimmer voran , und untersuchte dort jede Thür , ob sie geschlossen sei . » Well , Sir , « begann er dann , sich langsam auf einem der Stühle niederlassend , während Helmstedt seinem Beispiele folgte , » Sie haben mich nicht in meinem Hause sprechen wollen , und so habe ich die Gelegenheit dazu hier wahrnehmen müssen . « Er machte eine kurze Pause und sah finster vor sich nieder . » Es ist gekommen , « fuhr er dann fort , » wie ich es meiner bethörten Tochter vorausgesagt ; sie bereut den Schritt , den sie in einer Verblendung gethan , welche ich mir heute noch nicht erklären kann , und will das elterliche Haus nicht mehr verlassen . « Er sah auf , wie eine Antwort erwartend . » Sie meinen wahrscheinlich unter diesem Schritte Ellens Verbindung mit mir ; « erwiderte Helmstedt , ihm ruhig ins Gesicht sehend , » reden Sie weiter ! « » Ich glaube , Sir , wenn Sie mich nicht absichtlich mißverstehen wollen , genug gesagt zu haben - und wenn Sie durchaus ein directes Wort verlangen , so möchte ich Sie fragen : was soll jetzt werden ? « Helmstedt stützte Arm und Stirn auf die Lehne seines Stuhles . » Worüber beklagt sich meine Frau , Mr. Elliot ? « fragte er . » Hat sie Beschwerden gegen mich , oder gibt es andere triftige Gründe , welche es rechtfertigen können , daß sie nicht wieder in das Haus ihres Mannes zurückgekehrt ist ? « » Ich habe Ihnen bereits gesagt , « erwiderte der Pflanzer , ungeduldig auf seinem Stuhle rückend , » daß diese ganze Heirath ein Act der Verblendung seitens meiner Tochter war , daß endlich ihre Vernunft zurückgekehrt ist , und daß also nur noch die Frage vorliegen kann , auf welche Weise das bestandene Verhältniß am einfachsten zu lösen ist . Ich habe Sie früher von mancher vortheilhaften Seite kennen gelernt , Sir , und traue daneben Ihrem offenen Verstand zu , daß Sie die vorliegenden Thatsachen richtig genug beurtheilen können ; ich frage Sie deshalb einfach : was soll geschehen ? Und wenn meinerseits ein Opfer nöthig ist , um ein zufriedenstellendes Resultat zu erzielen , so stellen Sie ungescheut Ihre Bedingungen ! « Helmstedt setzte sich langsam aufrecht . » In meiner Heimat , Sir , « begann er ernst , » gilt eine eingegangene Ehe als Vertrag für das ganze Leben , und ich habe immer gemeint , daß nur dadurch das Weib es vor ihrem eigenen Gefühle rechtfertigen kann , wenn sie sich ganz und gar dem Manne ihrer Wahl hingibt . Was sollte aus unserm Familienleben , aus unsern ganzen gesellschaftlichen Verhältnissen werden , wenn unter dem einfachen Vorgeben : verblendet gewesen zu sein , sich Mann und Weib nach wenigen Monaten scheiden könnten , um dann eine andere Verbindung , eine dritte und so fort nach Gefallen einzugehen ? Ich glaube Ellens weibliches Gefühl zu kennen , und wenn sie im Augenblick mit Ihren Wünschen übereinstimmen sollte , so darf ich viel eher annehmen , daß sie jetzt verblendet ist , als daß dies früher der Fall gewesen , als sie mir Liebe für das ganze Leben gelobte . « Elliot machte eine Bewegung zum Sprechen . » Lassen Sie mich Ihnen noch zwei Worte sagen , und ich bin zu Ende ! « fuhr Helmstedt aufgeregter fort . » Sie wissen , daß kein unreiner Beweggrund irgend einer Art unsere Verbindung schuf , daß der Drang der Verhältnisse Eins dem Andern in die Arme führte , und daß ich deshalb mit freiem Auge zu Ihnen reden darf . Wenn in dem letzten Monat Ellens Gefühle für mich ruhiger wurden , wenn sie sich , abgeschnitten von dem elterlichen Hause und allein in ihrer einfachen neuen Heimat , unbehaglich zu fühlen begann , so theilte sie wol nur dasselbe Schicksal mit fast jeder jungen , früher verwöhnten Frau , die unter ähnlichen Verhältnissen einem Manne gefolgt ist , der noch für sein Brod arbeiten muß . Handelt es sich nur um Ellens Zufriedenheit , so ist dem Uebel einfach dadurch abzuhelfen , daß Sie , Sir , unsere Verheirathung mit freundlicherem Auge ansehen , so daß Ellen nicht mehr gezwungen ist , die traurige Wahl zwischen Vater und Mann zu treffen , die einen von Beiden stets ausschließt , und daß Sie mir Gelegenheit geben , Sie nach und nach ganz mit den Dingen , die doch nun einmal geschehen sind , auszusöhnen . Im andern Falle , « fuhr er fort , als der Pflanzer heftig den Kopf schüttelte , » werde ich zwar meiner Frau nicht den geringsten Zwang anthun , werde sie frei ihren Weg ziehen lassen , aber auch vorläufig zu keiner leichtfertigen Lösung unserer Ehe meine Hand bieten - ich glaube dies Ellens Ehre und meiner eigenen schuldig zu sein , Mr. Elliot . « » Ist das Ihr letztes Wort , Sir , « fragte der Pflanzer , wieder finster vor sich niedersehend , » oder gibt es irgend ein Mittel , Sie kurz und bündig auf eine andere Weise zufrieden zu stellen ? Wenn Sie die hiesige Gegend verlassen und Ihre augenblicklichen Rechte aufgeben würden