dünnen Ruten oder krüppelhafte Aste hervorragen , bilden sich hier in sumpfigem Boden , sie entstehen aber auch im Sande oder in Steinen , und sind ein Aftererzeugnis des sonst recht schön emporwachsenden Erlenbaumes . In dem vielteiligen Streben des Holzes , eine Menge Ruten oder zwieträchtige Äste anzusetzen und sich selber dabei zu vergrößern , entsteht ein solches Verwinden und Drehen der Fasern und Rinden , daß , wenn man einen solchen Block auseinandersägt und die Sägefläche glättet , sich die schönste Gestaltung von Farbe und Zeichnung in Ringen , Flammen und allerlei Schlangenzügen darstellt , so daß diese Gattung Erlenholz sehr gesucht für Schreinerarbeiten und sehr kostbar ist . Als ich das Anwesen hier gekauft , die Wiese besehen und die Erlenblöcke entdeckt hatte , ließ ich einen ausgraben , auseinandersägen , und untersuchte ihn dann . Da fand ich , der ich damals im Erkennen des Holzes schon mehrere Übung hatte , daß diese Blöcke zu den schönsten gehören , die bestehen , und daß die feurige Farbe und der weiche , seidenartige Glanz des Holzes , auf welche Dinge man besonders das Augenmerk richtet , kaum ihres Gleichen haben dürften . Ich ließ mehrere Blöcke ausgraben und Blätter aus ihnen schneiden . Ihr werdet die Verwendung derselben in unserer Nachbarschaft sehen , wenn Ihr uns wieder besuchen wollt und uns Zeit gebt , Euch dorthin zu führen , wo sie sind . Die übrigen Blöcke ließ ich in dem Boden als einen Schatz , der da bleiben und sich vermehren sollte . Nur wenn einer derselben nicht mehr zu treiben , sondern vielmehr abzusterben beginnt , wird er herausgenommen , und wird zu Blättern geschnitten , welche ich dann zu künftigen Arbeiten aufbewahre oder verkaufe . An seiner Stelle bildet sich dann leicht ein anderer . Zu dem Entschlusse , diesen Anwuchs zu pflegen , kam ich , nachdem ich einerseits vorher nach und nach die Gegend um unser Haus immer näher kennen gelernt , alle Talmulden und Bachrinnen erforscht und nirgends auch nur annähernd so brauchbares Erlenholz gefunden hatte , und nachdem anderseits auch das , was mir auf mein Verlangen aus mehrern Orten eingesendet worden war , sich dem unseren als nicht gleichkommend gezeigt hatte . Ich ließ oberhalb des Erlenwuchses einen Wasserbau aufführen , um die Pflanzung vor Überschwemmung und Überkiesung zu sichern und das zu sehr anschwellende Wasser in ein anderes Rinnsal zu leiten . Meine Nachbarn sahen das Zweckdienliche der Sache ein , und zwei derselben legten sogar in öden Gründen , die nicht zu entwässern waren , solche Erlenpflanzungen an . Mit welchem Erfolge dies geschah , läßt sich noch nicht ermitteln , da die Pflanzen noch zu jung sind . « Wir betrachteten die Reihen dieser Gewächse , und gingen dann weiter . Wir gingen die Wiese entlang , streiften an einem Gehölze hin , überschritten den Wasserbau , von dem mein Gastfreund gesprochen hatte , und begannen nicht nur den Garten , sondern den ganzen Getreidehügel , auf dem das Haus steht , zu umgehen . Da die Sonne immer wärmer , wenn auch nicht gar heiß schien , wunderte ich mich , daß keiner von meinen zwei Begleitern eine Bedeckung auf dem Haupte trug . Sie waren ohne einer solchen von dem Hause fortgegangen . Der alte Mann breitete dem Glanze der Sonne die Fülle seiner weißen Haare unter , und der Zögling trug auf seinem Scheitel die dichten , glänzenden braunen Locken . Ich wußte nicht , kamen mir die beiden ohne Kopfbedeckung sonderbar vor , oder ich neben ihnen mit meinem Reisehute auf dem Haupte . Der Jüngling hatte wenigstens den Vorteil , daß ihm die Sonne die Wangen noch mehr rötete und noch schöner färbte , als sie sonst waren . Ich betrachtete ihn überhaupt gerne . Sein leichter Gang war ein heiterer Frühlingstag gegen den zwar auch noch kräftigen , aber bestimmten und abgemessenen Schritt seines Begleiters , seine schlanke Gestalt war der fröhliche Anfang , die seines Erziehers das Hinneigen zum Ende . Was sein Benehmen anbelangt , so war er zurückgezogen und bescheiden , und mischte sich nicht in die Gespräche , außer wenn er gefragt wurde . Ich wendete mich häufig an ihn und fragte ihn um verschiedene Dinge , besonders um solche , die die Gegend umher betrafen , und deren Kenntnis ich bei ihm voraussetzen mußte . Er antwortete sicher und mit einer gewissen Ehrerbietung gegen mich , obwohl ich ihm an Jahren nicht so ferne stand als sein Erzieher . Er ging meistens , auch wenn der Weg breit genug gewesen wäre , hinter uns . Als wir den Hügel vollends umgangen hatten und an mehreren ländlichen Wohnungen vorbeigekommen waren , stiegen wir auf der nämlichen Seite und auf dem nämlichen Wege gegen das Haus empor , auf welchem ich gestern gegen dasselbe hinangekommen war . Da wir es erreicht hatten , traten uns die Rosen entgegen , wie sie mir gestern entgegengetreten waren . Ich nahm von diesem Anblicke Gelegenheit , meinen Gastfreund der Rosen wegen zu fragen , da ich überhaupt gesonnen war , dieser Blumen willen einmal eine Frage zu tun . Ich bat ihn , ob wir denn zu besserer Betrachtung nicht näher auf den großen Sandplatz treten wollten . Wir taten es , und standen vor der ganzen Wand von Blumen , die den unteren Teil des weißen Hauses deckte . Ich sagte , er müsse ein besonderer Freund dieser Blumen sein , da er so viele Arten hege , und da die Pflanzen hier in einer Vollkommenheit zu sehen seien wie sonst nirgends . » Ich liebe diese Blume allerdings sehr , « antwortete er , » halte sie auch für die schönste , und weiß wirklich nicht mehr , welche von diesen beiden Empfindungen aus der andern hervorgegangen ist . « » Ich wäre auch geneigt , « sagte ich , » die Rose für die schönste Blume zu halten . Die Kamelia steht ihr nahe , dieselbe ist zart