Männer und hält sie mit dem Antlitz in ' s Feuer , bis sie ihm sagen , wo sie ihr Geld verborgen halten , und den Weibern und Mädchen schneidet er das Gewand über dem Knie ab und giebt sie seinen Kriegern zur Beute , also daß er jeden Stamm der Rajahbrüder vertilgen will von dem Erdboden . Darob ergrimmte der schwarze Czar , unser Vater in Moskau , und er hat seine Krieger marschiren lassen in das Land unserer Väter an dem großen Strom , an dem der Heiduck wohnt und der Serbe und der Bulgare , daß der Serdar , unser Feind , eilig unsere Berge hat meiden müssen und gegen den neuen Feind ziehen . Der schwarze Czar aber , welcher uns so befreit hat , er verkündet uns , daß er unsere Rechte mit denen unserer Griechenbrüder zugleich vertheidigen und den Sultan aus Stambul wieder verjagen wird weit über ' s Meer in ' s Land , woher seine Väter gekommen sind . « » Aber der Vladika hat Frieden gemacht mit dem Sultan , « entgegnete hartnäckig der Türke , » und ich habe gehört , daß er ein Verbot an alle Plemen erließ , die Wassen zu erheben . « » Du redest Thorheit , Khan ! Kann denn die Welle der Moratscha rückwärts fließen ? Kann der schwarze Kalogeri7 seinen Kindern verbieten , nicht für den Czaren in Moskau zu kämpfen , nachdem er selbst die Weihe von seiner Hand empfangen hat ? Wisse , Khan , ich habe selbst in Cetinje auf dem Markt den Wojwoden gesehen , den der schwarze Czar an seine Junaks8 in Czernagora geschickt hat , um sie zum Kampfe zu laden . Sie nennen ihn den Oberst Berger , und dieses Kreuz hab ' ich von seiner eigenen Hand erhalten . « Er zeigte ihm eine der russischen Denkmünzen , wie deren viele an die tapferen Krieger des Hochlandes vertheilt werden und die er am Halse neben dem Schädel trug . » Meinst Du , « fuhr der Greis fort und sein eines Auge leuchtete wild , » daß Beg Iwo Martinowitsch in seiner Jugend umsonst Troitza gestürmt und den Helden Campaniole mit seiner Kugel erlegt habe , oder daß er gegen den grausamen Dschelaluddin vor dreiunddreißig Wintern gefochten und die Taktiki ' s des Mehemed bei den Kula ' s von Martinitsch getödtet habe , um in seinen alten Tagen von Gott , dem großen Würger9 , auf seinem Lager gefunden zu werden ? Sieh dieses Haupt auf meiner Brust , es gehörte einst dem Pascha des verfluchten Podgoritza , Namik-Halil , und seit einundzwanzig Jahren trag ' ich den Todfeind an meinem Halse , der mein erstes Weib und meine Kinder in ' s Feuer des Kula ' s meines Stammes warf . Meinst Du , daß ein Uskoke , der also haßt , je den Säbel ruhen lassen wird gegen den Türken ? Hab ' ich nicht mitgefochten wieder bei Martinitsch , als uns in diesem Jahre der Würger von Bosnien , Omer Pascha , mit Krieg überzog ? War ich nicht dabei , als wir in der Mordnacht von Plamenzi den Moslem aus seinem Lager schlugen , und hat mein Schwiegersohn , Gabriel der Zagartschane10 , nicht gefochten und gelitten mit dem tapferen Wojwoden von Grahowo , dessen Seele die Heiligen gnädig sein mögen , und schmachtet jetzt dort hinter den Wällen des blutigen Skadar ? « Er schaute grimmig umher , wie als suche er nach Einem , der den Widerspruch wage . Die Frau , von seinen letzten Worten erregt , brach in eine leidenschaftliche Klage aus . » Warum sahen meine Augen den Tag , da Gabriel , mein tapferer Gatte , in die Hände des Selim Pascha fiel , nachdem Gott ihn aus der Hand des grausamen Derwish hat entkommen lassen ? Wohl sehe ich neben mir den Blutbruder meines theuren Herrn , der an seiner Seite gestritten und mit ihm gefangen gelegen , aber Nicolas Grivas der Mainote sitzt ruhig hier im sichern Schatten der Felsen , indeß Gabriel Zagartschani im Thurme von Skadar modert , aus dem uns Hassan der Moslem allein die erste Kunde gebracht hat . « Der junge Mann in griechischer Tracht , der bisher stumm und melancholisch brütend neben dem alten Beg gelegen hatte , fuhr empor bei dem bittern Spott und eine dunkle Röthe übergoß sein schönes offenes Gesicht . » Was redest Du , Weib ? « sagte er heftig . » Habe ich nicht mein Blut vergossen , wie Dein Gatte , mein Freund , am Tage des Kampfes ? Hab ' ich nicht Hunger und Kälte getragen mit ihm , und als wir in ' s Türkenlager brachen , gefochten an seiner Seite ? « » Das hast Du , Nicolas Grivas , - aber ich sehe Dich nicht liegen auf dem Schlachtfelde , wundenbedeckt , zur Vertheidigung Deines Bruders ! ich sehe Dich nicht , gefesselt gleich ihm , in dem moderathmenden Kerker von Skadar ! Ich frage Dich nur , wo ist der Bruder , mit dem Du den Blutbund beschworen , und siehe , Du kannst mir nicht antworten : Frau , da ist er , oder ich bringe Dir mindestens das Haupt dessen , der ihn erschlagen hat ! « Grivas rückte unruhig hin und her . » Du thust mir Unrecht , Stephana , und weißt sehr wohl , daß ich mein Blut willig opfern würde für den Freund . Mein Bruder Andreas Caraiskakis hat wahrlich keinen Feigling in Euer Land geschickt , daß er Euch beistehen sollte mit seinen geringen Kenntnissen und seiner jungen Hand im Kampfe gegen den Sultan . Kann ich dafür , daß das Gewühl des Ueberfalls mich in dem Dunkel der Nacht vom Freunde trennte und ich fern war , als er im Eifer der Verfolgung verwundet wurde und von den treulosen Albanesen nach Scutari gebracht ward ? Bin ich nicht mit Lebensgefahr sofort in die Höhle des Löwen