einem Salon , Beide nach Möglichkeit aufgeputzt , wenigstens die Frau geschnürt und mit einem Schnepf versehen , aber jedenfalls Beide mit langweiligen Gesichtern und mit unflätigen Mauggern , bis das Kammermeitli die erste Person anmeldet . Dann strengt man sich zu graziösen Gesichtern an , macht glückliche Augen und rudert wie in einem Meer von Wonne dem Sofa zu . Es ist aber nur Salonwonne ! Kein Kammermeitli , weder ein weltsches noch eins vom Buchholterberg , meldete den Uli an , sondern er trat alleine ein , aber doch mit einer Art von Respekt ; denn in demselben war er noch nie gewesen , als wenn ihm der Meister die Kuttlen gewaschen oder den Lohn gegeben . Darum trat er diesmal ein wie in einen geheimnisvollen Hain , in dem einem Dinge begegnen konnten , die noch kein sterbliches Auge gesehen . Drinnen saßen der Meister und die Frau Meisterin bei einem Kaffee , und der Meister frug den Uli nach seiner Verrichtung : Er werde den Scheck verkauft haben , daß er ihn nicht heimgebracht ? Die Frau Meisterin aber stund auf , ob auf einen Wink oder eigenmächtig , war nicht bemerkbar , holte ein Kacheli , schenkte es voll , stellte es zweg und sagte : » So hock ab , nimm das und hau dr selber Brot ab , du sottst durstig sy ? Es macht heiß ! « Nachdem Uli gesagt hatte , das hätte sich nicht gemangelt , hockete er doch ab und begann zu brichten , wie es ihm ergangen , und von Anfang bis ans Ende war alles lautere Wahrheit ; alles , was er gesagt , gedacht , getan , erfuhren der Meister und die Frau Meisterin , es wäre ihm unmöglich gewesen , hier im Stübli ein unwahres Wort aus dem Mund zu bringen . Zuletzt zählte er das Geld auf und alles bei Batzen und Kreuzer , was er gelöst , und schob es dem Meister dar . Der Meister lachte , und die Meisterin sagte : Er hätte es ihnen recht gemacht , aber sie hätte nicht geglaubt , daß er sövli merkig wäre . Sie aßen und tranken , und als der Meister fertig war , nahm er seine Dublonen und schob die eine dem Uli hin mit der Bemerkung , daß er diese nicht wolle , die gehöre ja ihm laut Abrede . Uli sagte : Ja , wenn es ein Zwänzger ( kein östreichischer ) wäre , so möchte es angehen , allein eine Duble , das sei zu viel , die nehme er nicht . Das wäre gspässig , sagte der Meister , wenn Uli nicht an seinen Profit gedacht hätte , er wäre vielleicht auch nicht so merkig gewesen . Er hätte sie verdient , und er sollte sie auch nehmen . Uli weigerte sich und meinte : Er sage nicht , daß er gar nichts wolle , aber er solle ihm öppen geben , was ihn billig düeche , aber eine Duble sei zu viel . Der Meister sagte : Er hätte es schon gehört , sie wollten nicht weiter chären . » Aber los , « sagte die Meisterin , die wie die meisten Frauen nicht gerne grundsätzlich verfuhr , besonders wenn eine ganze Dublone auf dem Spiele stund ( eine Dublone in Kreuzern hätte sie an so viel Personen , als Kreuzer waren , unbedenklich ausgeteilt ) , » los , wenn der Uli vernünftig sein will , so tue nicht ungattlich ; es düecht mich , wenn ihr halbieren würdet , so hätte Keiner sich zu klagen . Seh da , nimm , Uli , zwei Neutaler ; und du , Johannes , tue das Geld weg , es könnte sonst noch jemand dazukommen , und den könnte es lächern ob eurem Branzen , und ihr kämet noch in die Brattig . « Uli sagte : » Dankeiget de , aber es ist noch zviel ! « Im Hinausgehen dachte er nichts , aber es regte sich doch ein Gefühl in ihm , das ihm sagte , die Sache sei nicht ganz nobel zugegangen . Indessen was wollte er anders , er mußte sich darein schicken . Der Meister aber strich sein Geld ein , tat es weg , ohne daß er etwas sagte , weder mit einer Miene noch mit einem Worte . Nachdem die Tagesgeschäfte vorbei und abgegessen war , sagte Johannes zu seiner Frau , er müsse noch hinaus . Uli hätte noch die Sonntagshosen anbehalten ; es nehme ihn wunder , ob der noch fortwolle , etwa zu Hubechbure Käthi , da wolle er doch auch noch ein Wort dazu sagen . Draußen traf er allerdings den Uli an , verdächtig in den Sonntagshosen und der Gelegenheit abpassend , wo er am unbemerktesten sich vom Hause wegstehlen konnte . Der Meister trat zu Uli und gab ihm zwei Neutaler . » Da nimm noch , was dir gehört . Hast du geglaubt , ich wolle dir das vorenthalten , was von Rechts wegen dein ist ? Da bist du am Unrechten . « Uli wollte wieder Komplimente machen und sagte : Aber es sei doch nicht billig ; er hätte es auch gelöst , wenn er selbst gegangen wäre , und sechszehn Pfund sei doch ein zu großer Taglohn für ein Knechtlein . » Hast du es gehört ? « sagte dar , auf der Meister , » geredet ist geredet , und wenn es zehn Dublonen wären ; was einer versprochen hat , das muß er halten , und ich bin zufrieden . Aber wegen meiner Alten habe ich da nicht wollen zanken , man muß den Weibern etwa einmal recht geben ; man kann dann immer noch machen , wie man will oder wie es recht ist . Die Weiber haben in solchen Sachen nicht immer den rechten Verstand , wenn sie schon das beste Herz haben . « Uli nahm endlich den Rest der Dublone , und hoch vor Freuden