will ich auch gleich bringen . Die Kreuzspinnen waren bereit und fingen rasch zu weben an . Fabel schlich sich zur Leiter und begab sich zu Arktur . Monarch sagte sie , die Bösen tanzen , die Guten ruhn . Ist die Flamme angekommen ? - Sie ist angekommen , sagte der König . Die Nacht ist vorbey und das Eis schmilzt . Meine Gattin zeigt sich von weitem . Meine Feindinn ist versenkt . Alles fängt zu leben an . Noch darf ich mich nicht sehn lassen , denn allein bin ich nicht König . Bitte was du willst . - Ich brauche , sagte Fabel , Blumen , die im Feuer gewachsen sind . Ich weiß , du hast einen geschickten Gärtner , der sie zu ziehen versteht . - Zink , rief der König , gieb uns Blumen . Der Blumengärtner trat aus der Reihe , holte einen Topf voll Feuer , und säete glänzenden Samenstaub hinein . Es währte nicht lange , so flogen die Blumen empor . Fabel sammelte sie in ihre Schürze , und machte sich auf den Rückweg . Die Spinnen waren fleißig gewesen , und es fehlte nichts mehr , als das Anheften der Blumen , welches sie sogleich mit vielem Geschmack und Behendigkeit begannen . Fabel hütete sich wohl die Enden abzureißen , die noch an den Weberinnen hingen . Sie trug die Kleider den ermüdeten Tänzerinnen hin , die triefend von Schweiß umgesunken waren , und sich einige Augenblicke von der ungewohnten Anstrengung erholten . Mit vieler Geschicklichkeit entkleidete sie die hagern Schönheiten , die es an Schmähungen der kleinen Dienerin nicht fehlen ließen , und zog ihnen die neuen Kleider an , die sehr niedlich gemacht waren und vortrefflich paßten . Sie pries während dieses Geschäftes die Reize und den liebenswürdigen Charakter ihrer Gebieterinnen , und die Alten schienen ordentlich erfreut über die Schmeicheleyen und die Zierlichkeit des Anzuges . Sie hatten sich unterdeß erholt , und fingen von neuer Tanzlust beseelt wieder an , sich munter umherzudrehen , indem sie heimtückisch der Kleinen langes Leben und große Belohnungen versprachen . Fabel ging in die Kammer zurück , und sagte zu den Kreuzspinnen : Ihr könnt nun die Fliegen getrost verzehren , die ich in eure Weben gebracht habe . Die Spinnen waren so schon ungeduldig über das hin- und herreißen , da die Enden noch in ihnen waren und die Alten so toll umhersprangen ; sie rannten also hinaus , und fielen über die Tänzerinnen her ; diese wollten sich mit der Scheere vertheidigen , aber Fabel hatte sie in aller Stille mitgenommen . Sie unterlagen also ihren hungrigen Handwerksgenossen , die lange keine so köstlichen Bissen geschmeckt hatten , und sie bis auf das Mark aussaugten . Fabel sah durch die Felsenkluft hinaus , und erblickte den Perseus mit dem großen eisernen Schilde . Die Scheere flog von selbst dem Schilde zu , und Fabel bat ihn , Eros Flügel damit zu verschneiden , und dann mit seinem Schilde die Schwestern zu verewigen , und das große Werk zu vollenden . Sie verließ nun das unterirdische Reich , und stieg frölich zu Arkturs Pallaste . Der Flachs ist versponnen . Das Leblose ist wieder entseelt . Das Lebendige wird regieren , und das Leblose bilden und gebrauchen . Das Innere wird offenbart , und das Äußre verborgen . Der Vorhang wird sich bald heben , und das Schauspiel seinen Anfang nehmen . Noch einmal bitte ich , dann spinne ich Tage der Ewigkeit . - Glückliches Kind , sagte der gerührte Monarch , du bist unsre Befreyerin . - Ich bin nichts als Sophiens Pathe , sagte die Kleine . Erlaube daß Turmalin , der Blumengärtner , und Gold mich begleiten . Die Asche meiner Pflegemutter muß ich sammeln , und der alte Träger muß wieder aufstehn , daß die Erde wieder schwebe und nicht auf dem Chaos liege . Der König rief allen Dreyen , und befahl ihnen , die Kleine zu begleiten . Die Stadt war hell , und auf den Straßen war ein lebhaftes Verkehr . Das Meer brach sich brausend an der hohlen Klippe , und Fabel fuhr auf des Königs Wagen mit ihren Begleitern hinüber . Turmalin sammelte sorgfältig die auffliegende Asche . Sie gingen rund um die Erde , bis sie an den alten Riesen kamen , an dessen Schultern sie hinunter klimmten . Er schien vom Schlage gelähmt , und konnte kein Glied rühren . Gold legte ihm eine Münze in den Mund , und der Blumengärtner schob eine Schüssel unter seine Lenden . Fabel berührte ihm die Augen , und goß das Gefäß auf seiner Stirn aus . So wie das Wasser über das Auge in den Mund und herunter über ihn in die Schüssel floß , zuckte ein Blitz des Lebens ihm in allen Muskeln . Er schlug die Augen auf und hob sich rüstig empor . Fabel sprang zu ihren Begleitern auf die steigende Erde , und bot ihm freundlich guten Morgen . Bist du wieder da , liebliches Kind ? sagte der Alte ; habe ich doch immer von dir geträumt . Ich dachte immer , du würdest erscheinen , ehe mir die Erde und die Augen zu schwer würden . Ich habe wohl lange geschlafen . Die Erde ist wieder leicht , wie sie es immer den Guten war , sagte Fabel . Die alten Zeiten kehren zurück . In Kurzem bist du wieder unter alten Bekannten . Ich will dir fröliche Tage spinnen , und an einem Gehülfen soll es auch nicht fehlen , damit du zuweilen an unsern Freuden Theil nehmen , und im Arm einer Freundinn Jugend und Stärke einathmen kannst . Wo sind unsere alten Gastfreundinnen , die Hesperiden ? - An Sophiens Seite . Bald wird ihr Garten wieder blühen , und die goldne Frucht duften . Sie gehen umher und sammeln die schmachtenden Pflanzen . Fabel entfernte sich , und eilte dem Hause zu . Es war zu völligen