Josef Lenné , Generaldirektor der königlichen Gärten , gestorben 1866 . Friedrich Ludwig Persius , Architekt des Königs , gestorben 1845 . Ferdinand von Arnim , Hofbaurat , gestorben 1866 . Denkmal an Denkmal hat diese Begräbnisstätte der Sellos zugleich zu einer Kunststätte umgeschaffen : Marmorreliefs in der Sprache griechischer und christlicher Symbolik sprechen zu uns ; hier weist der Engel des Friedens nach oben ; dort , aus dem weißen Marmorkreuz hervor , blickt das Dornenantlitz zu uns nieder , das zuerst auf dem Schweißtuche der heiligen Veronika stand . Nur die Sellos , die eigentlichen Herren des Platzes , haben den künstlerischen Schmuck verschmäht : einfache Feldsteinblöcke tragen ihre Namen und die Daten von Geburt und Tod . Sie haben den künstlerischen Schmuck verschmäht , nur nicht den , der ihnen zustand . Die alten Gärtner wollten in einem Garten schlafen . So viele Gräber , so viele Beete , – das Ganze verandaartig von Pfeilern und Balkenlagen umstellt . Die Pfeiler wieder hüllen sich in Efeu und wilden Wein , Linden und Nußbäume strecken von außen her ihre Zweige weit über die Balkenlagen fort , zwischen den Gräbern selbst aber stehen Taxus und Zypressen , und die brennende Liebe der Verbenen spinnt ihr Rot in das dunkelgrüne Gezweig . Aus der Selloschen Begräbnisparzelle sind wir auf den eigentlichen Kirchhof zurückgeschritten . Noch ein Denkmal verbleibt uns , an das wir heranzutreten haben : ein wunderliches Gebilde , das , in übermütigem Widerspruch mit Marmorkreuz und Friedensengel , den Ernst dieser Stunde wie ein groteskes Satyrspiel beschließt . Es ist dies das Grabdenkmal des bekannten Freiherrn Paul Jakob von Gundling , der Witz und Wüstheit , Wein- und Wissensdurst , niedere Gesinnung und stupende Gelehrsamkeit in sich vereinigte , und der , in seiner Doppeleigenschaft als Trinker und Hofnarr , in einem Weinfaß begraben wurde . In der Bornstädter Kirche selbst , in der Nähe des Altars . Über seinem Grabe ließ König Friedrich Wilhelm I. einen Stein errichten , der trotz des zweifachen Neubaus , den die Kirche seitdem erfuhr , derselben erhalten blieb . Dies Epitaphium , ein Kuriosum ersten Ranges , bildet immer noch die Hauptsehenswürdigkeit der Kirche . Hübsche Basiliken gibt es viele ; ein solches Denkmal gibt es nur einmal . Ehe wir eine Beschreibung desselben versuchen , begleiten wir den Freiherrn durch seine letzten Tage , auf seinem letzten Gange . Wir benutzen dabei , mit geringen Abweichungen , einen zeitgenössischen Bericht : » von Gundling wurde vor Ostern des Jahres 1731 krank und starb den II. April auf seiner Stube im königlichen Schlosse zu Potsdam . Sein Körper ward sogleich auf einem Brette nach dem Witwenhause der Lakaienfrauen getragen und hier von den Wundärzten geöffnet . In seinem Magen fand man ein Loch . Sein Leichenbegängnis war äußerst lustig und seinem geführten Lebenswandel völlig angemessen . Schon vor zehn Jahren hatte ihm der König seinen Sarg in Form eines Weinfasses verfertigen lassen . Es war schwarz angestrichen und auf dem obern Teile mit einem weißen Kreuze geschmückt , welches nach allen vier Seiten herunterging . Es wird erzählt , daß Gundling sich schon bei Lebzeiten öfters in diesen Sarg gelegt und zur Ergötzung des Hofes ein Glas Wein darin getrunken habe . Nachdem er tot war , legte man ihn in seinem rotsamtenen , mit blauen Aufschlägen besetzten Kleide , desgleichen mit roten seidenen Strümpfen und einer großen Staatsperücke , in dasselbe hinein . Umher stellte man zwölf Gueridons mit brennenden weißen Wachskerzen . In dieser Parade ward er jedermann öffentlich gezeigt . Besonders kamen viele Fremde nach Potsdam , um ihn zu sehen . Nachdem der Kastellan des Schlosses vom Könige den Befehl erhalten hatte , alles zum Begräbnis Erforderliche zu besorgen , ward dem Verstorbenen die Kirche zu Bornstädt als Ruhestätte bestimmt . Zur Leichenbegleitung wurden mehr als fünfzig Offiziere , Generale , Obersten und andere angesehene Kriegsbediente , die Geistlichen , die Potsdamer Schule , die königlichen Kabinettssekretäre , Kammerdiener , Küchen- und Kellereibediente eingeladen . Hierzu kam noch der Rat und die Bürgerschaft der Stadt , welche sich sämtlich , mit schwarzen Mänteln angetan , bei dieser Handlung einfinden mußten . Alle diese Begleiter waren bereit und willig , Gundling die letzte Ehre zu erweisen , bis auf die lutherischen und reformierten Geistlichen , die zu erscheinen sich weigerten . Da sie um die Ursache befragt wurden , schützten sie die Gestalt des Sarges vor , welche nicht erlaube , daß sie dabei ohne Anstoß erscheinen könnten . Man fand nicht für gut , sie weiter zu nötigen , und ließ sie weg . Nun stellte sich aber ein zweiter Umstand dar , welcher neue Schwierigkeiten hervorbrachte . Da die Geistlichkeit , von der ein lutherisches Mitglied die Parentation halten sollte , nicht erschien , so war man verlegen , wer dies Geschäft nun übernehmen würde . Nachdem man hin und her gesonnen hatte , verfiel man endlich auf des Verstorbenen Erzfeind , auf David Faßmann . Dieser übernahm es und hielt wirklich die Leichenrede . Nach Schluß derselben wurden Lieder gesungen und alle Glocken geläutet . Der bis dahin offen gestandene Sarg ward zugemacht , ein Bahrtuch darüber geworfen , und so ging es in bester Ordnung und unter fortgesetztem Läuten bis vor den Schlagbaum von Potsdam hinaus . Hier blieb die Prozession zurück , und nur wenige folgten der Leiche , die auf einen Wagen gesetzt und nach Bornstädt gefahren wurde . Hier wurde sie abgeladen und inmitten der Kirche eingesenkt . – Ein großer , zierlich ausgehauener Leichenstein erhielt folgende Inschrift : Allhier liegt begraben der weyland Hoch- und Wohlgeborne Herr , Herr Jakob Paul Freiherr von Gundling , Sr. K. Majestät in Preußen Hochbestallt gewesener Ober-Ceremonienmeister , Kammerherr , Geh . Ober-Appellations- , Kriegs- , Hof- , Kammer-Rath , Präsident der K. Societät der Wissenschaften , Hof- und Kammergerichtsrath , auch Historiographus etc. , welcher von Allen , die ihn gekannt haben , wegen seiner Gelehrsamkeit bewundert , wegen seiner Redlichkeit gepriesen ,