mich zur Anerkennung seiner Macht , stach mit verrückten Einzelheiten nach mir , zwinkerte mich steif aus verborgenen Augenschlünden an , sog mich ein in starr allwissende Lappen , schoß aus mystischen Öffnungen mit Glühgarn und Schattenschnack nach mir und rüsselte Gesichte von unerlebter Steifbeweglichkeit aus meinem wildklopfenden Herzen . Das Maul klaffte ihm so stark , daß nur ein lotrechter Schlitz zurückblieb , und ringsherum waren seine Kopfhälften reich mit Hörnern , Bügeln und Stacheln jeder Konstruktion versehen . Aus seinen grünen Augen zuckte der elevatorische Blick ; er konnte die Wucht nehmen ; er , das Scheusal , konnte elfische und leichte Gefühle erwecken , tanzende Anmut ins Herz einer Versammlung zaubern , konnte unausdrückbar schwebende Schönheit verkörperlichen , konnte aus widerwärtigem Glotzen leiblichen Segen greifbar spenden und das Gesetz beschwerender Erde mit schöner Lüge verschleiern . Stumpf stehend , löste er sich nach Belieben von seinem Ruhepunkt ; teilnahmslos stotzig , beschwingte er eines menschlichen Wesens schwache Kunst , wenn es sich innig und glaubend ihm hingab . Unentzifferbar , nur in ihren Wirkungen demütig zu fassen , zog seine sinnig blutsaugerische Miene die Versammlung empor und die Schwere aus ihren Leibern , und Zana begann zu tanzen . Gott trug sie . Sie balancierte auf einem Bein , ihr Rumpf war rückwärts gebogen und ihr straffes , achsellanges Haar fegte den Boden . Das andere Bein war gehoben und im Knie geknickt . Um den Knöchel klimperte ein Bracelet von Metallstückchen . Die Sohle war rosig und die Zehen waren wie kleine Finger , am Ende aber waren sie ein ganz klein wenig verdickt . Der Rumpf bildete einen raffinierten dünnen Bogen , eine kitzelnde Kurve , die verrückt machte . Man mußte aufstehen und dieses menschliche Ornament in die Arme nehmen . Es prägte sich tief , tief ins Herz , es erregte die Sehnsucht des Gesichts und ein scharfes Herzeleid . Diese Gliederzucht krampfte die Brüste der wilden Männer zusammen , und sie stießen rhythmisch wehevolle , brennende Schreie aus . Ach Zana ! Da flog das schmale , splitternackte Ding , eine Schlinge aus Nerven , Muskeln , Wirbeln und zahmen Knochen geflochten , gleichsam durch den Raum , sauste wie ein Peitschenhieb von Eck zu Eck , lag wie ein Faden am Boden vor Moki , dem wülstigen Götzen , kreiselte dünn wie eine Mücke mit ausgebreiteten Armen und Fuß vor Fuß um das Feuer . Und Gott stand still und war mächtig . Seine Ruhe gebar Rhythmus , sie war der Grundton , von dem sich Bewegung abhob . Er liebte Zana , und darum ließ er sie tanzen . Ihr Körper zeigte leichte , glänzende Spuren von Schweiß , und ein kräuteriger Geruch strömte von ihr aus . In den Lichtschein des Feuers fiel etwas Buschiges , Dunkles , eins , zwei , dann ein ganzer Regen von Blumen , Zweigen , farbigen Blüten , von den wilden Männern geworfen : und die Orchideen , die nun am Boden lagen , sich im Stroh des Daches verfingen , auf Zanas Schultern hafteten , blickten erloschen wie gesprengte Muscheln , aus denen ein Perlenauge brechend starrt . Und was bedeutete der Zauber ? Slim erzählte im Flüsterton , während Zana mit vorgebeugtem Körper dahinflatterte . Ihre Arme liefen längs des Körpers mit steif nach oben gekehrten Ellbogen zurück , ihre Hände bewegten sich an den Wurzeln mit sanften , flüchtigen Schlägen , ein Rhythmus brandete auf in ihnen , der sich über die Arme , gefügig wie Satin , und die wenigen Schultern hinflutend verbreitete . Der Körper lief wie eine Schraube aus dem edelsten Stoffe , menschlichem Fleische . Die Männer ringsumher summten aus gepreßten Zähnen gleich einem Schwarm toller Mücken , die gestimmten Klöppel der Holzmusik prasselten melodisch gegeneinander . Die Mannsbilder erhoben ihren Gesang . Zana also war eine kleine , winzige Mücke und tanzte vor ihrem Herrn , dem Gotte Moki , dem Blutsauger , dem Vampir der Menschen , dem Tanz-in-die-Luft-Dämon , der rotes Menschenblut soff und frohe Tänze um die Abendstunde genoß . Zana , sangen sie , Kleine Mückenfrau , Bist nicht größer Als Mokis Herz . Aber nun sah ich auch meinen Irrtum über Mokis Hände ein . Es waren ja keine Hände , sondern Flügel . Zana tanzte sie , und darum verstand ich sie . Ich verstand alles , was Zana tanzte , ich las deutlich das Gesicht des Gottes , so wie sie es beschrieb , ich folgte bezwungen den Schauern ihrer Sinne und fühlte Sinn und Macht des allmächtigen Gottes sich mir unzweideutig gestalten . Da , was war das ? Seine Zufriedenheit , seine allerhöchste Zufriedenheit kundgebend , begann er aus seinem Leibe wie eine unerhört große Trompete zu röhren , erhob aus seiner monumentalen Seelenruhe sozusagen einen Mückengesang in Vergrößerung . Er schlug mit den Ärmchen witzig Takt , hob sich zwei Fuß hoch über die glänzende Erdbacke , auf der Zana tanzte , schwebte getragen umher und stieß mit einem heftigen Ruck durchs Dach hinaus in die sternige Nacht . Als er in das blaue Licht gelangte , sah ich , daß seine Flügel hübsch glasuriert waren , sie vergrößerten sich , gewannen Proportion , er schlug mit blendenden Feuern um sich und benahm sich mit dem großartigen Glanze eines echten Liebhabers von Metzeleien . Seine Knäufe wuchsen sich zu Fängen aus , von denen jeder ein Elementarereignis für sich bedeutete , und die Rudimente an seinem Schädel wurden Rammstifte der gefährlichsten Art. Seine Augen glotzten wie eine Riesentraube von grünen Laternen . Da erkannte ich ihn wieder . Seine ganze Geschichte lag klar vor mir . Hier also stehst du , altes Prinzip der Seelenruhe , herabgekommener Greis antiquarischer Furchtbarkeiten , und heimsest von den regsamen Pantherkindern den konventionellen Tribut deiner harmlos gewordenen Launen ? Spielst , alter Mechanismus der Göttlichkeit , mit Prinzmädchen wie ehemals , läßt dich von tanzenden Gebärden ankurbeln und beziehst deine Wirkung aus den Händen einer gerissenen Pantherin ? Steifer