unten gelegenen Raum gelangte . Dort aber lag noch alles ganz roh durcheinander ; an den Südtrichter hatte Peka niemals ernstlich gedacht - allerdings schien ers wohl nicht für unmöglich gehalten zu haben , daß auch dort mal seine rhythmisierende Tätigkeit beginnen könnte . Schnell wurden alle Pallasianer von der Existenz dieses Modells in Kenntnis gesetzt . Und Alle kamen , um sich die große langwierige feine Arbeit anzusehn . Viele bedauerten beim Anblick dieses Modells , daß so wenig davon zur Ausführung gelangte ; nur die Fundamente von drei Nuse-Türmen waren nach diesem Modell oben ausgeführt . Und diese drei - allerdings umfangreichen - Fundamente hatten dem Sofanti genügt , um ein überreiches Hautmaterial zu erzeugen . Bald darauf entdeckten die Pallasianer ein neues Wunder : die Ampel , die oben im Turm so lange an den langen Drahtseilen hing , begann , sich unabhängig von den Drahtseilen zu machen ; die Ampel fing an , zu steigen , sodaß die Drahtseile schlaff und eigentlich ganz zwecklos dahingen . Nun hatten sich jedoch die Rankenpflanzen des Manesi weit auf den Drahtseilen fortgepflanzt ; abschneiden konnte man also die Drahtseile nicht . Die Ampel stieg immer höher ; das Attraktionscentrum mußte demnach abermals ebenfalls höher gestiegen sein . Und dann wurden die Drahtseile allmählich wieder straff - aber sie wurden jetzt aufwärts strebend straff , zogen also die Ampel runter und nicht mehr empor wie früher . » Alles drängt nach oben ! « sagte der Dex . » Demnach müßten wir « , meinte der Sofanti , » doch wieder an die Arbeit gehen . « Und dem stimmten die meisten Pallasianer bei . Und das nächste Stockwerk wurde hergestellt . Dex wollte nur eine Meile hoch gehen . Und da der Durchmesser des obersten Ringes mit den vierundvierzig Ecken nur eine gute halbe Meile lang war , so konnte man dieses Mal fast senkrecht die neuen Stangen ansetzen . Das ging schneller , als man dachte . Sofanti brachte hiernach seine Häute hinauf und umkleidete das neue Stockwerk ganz und gar . Und da hatte die Turmspitze plötzlich einen Lampioncharakter ; im Innern des neuen Stockwerks wurden Tausende von elektrischen Lampen angebracht . Der Turm hatte nun oben seine » Laterne « . Nuse , der die meisten Lichttürme im Nordtrichter gebaut hatte , war ganz besonders davon entzückt , daß jetzt der große Turm endlich zum vollendeten Lichtturm geworden war . Aber Nuse sah jetzt mit Sorge der Lichtwolke entgegen und behauptete , daß sie sich wohl in das Innere des neuen Stockwerks hinunterlassen könnte . Und darum , meinte er , sei eine Überspannung oben durch Häute wohl angebracht . » Ich wundre mich « , sagte er , » daß uns die Lichtwolke bislang so wenig hinderlich gewesen ist . Wenn sie kommt , fahren wir ja alle in die Tiefe . Aber nachdem wir sie elektrisch durchleuchtet haben , scheint sie sich immer weiter zurückzuhalten . Die kleinen Wesen mit den fadendünnen langen Körpern scheinen Furcht vor uns zu haben . « Man war der Lichtwolke bereits sehr nahe gekommen . Am Tage war der Aufenthalt ganz oben im Turm nicht grade angenehm : die Lichtwolke leuchtete so heftig , daß die Pallasianer stets ihre Augen durch ihre große regenschirmartige Kopfhaut schützen mußten . Nachts , wenn die Wolke heruntergekommen war , konnte mans nur ganz kurze Zeit im Innern der Laterne aushalten ; man konnte sich das nicht erklären , da die Wolke nicht durch das obere Loch durchkam . Sofanti wurde demnach gebeten , doch oben das Loch mit Häuten zuzumachen . Er stöhnte ob des vielen Materials , tat aber schließlich sehr gern , was man von ihm verlangte . Und als die Laterne oben zu war , konnte man die ganze Nacht im Innern der Laterne verweilen . Und das taten denn auch sehr viele Pallasianer . Man wurde allmählich aufgeregt : man glaubte , daß jetzt die Lösung von unzähligen Lebensrätseln bald da sein würde . Und fast Niemand dachte an künstlerische Ausgestaltung des Turms : man dachte nur an das , was hinter der Wolke lebte - an das große Kopfsystem des Pallas . - Zu denen , die nicht von der allgemeinen Stimmung mitgerissen wurden , gehörten besonders Manesi und Labu . Labu war nicht aufzufinden . Er hielt sich verborgen . Bombimba war gleichzeitig mit ihm verschwunden . Wo die Beiden lebten , wußte Niemand . Man suchte auch nicht nach ihnen , da Alle ganz von der Wolke gefangen genommen wurden und nur über diese sprachen . Lesabéndio wurde so ehrfürchtig verehrt - als wüßte er ganz allein , was da oben sein könnte . Und Lesabéndio wurde immer schweigsamer . Er gab Allen , die ihn ausforschen wollten , nur ganz kurze Antworten , sagte , daß er nicht mehr wisse als die Andern . Dex zögerte mit dem Weiterbauen . Aber er ließ unten von den Maschinen den letzten Stahl aus den Tiefen herausziehen und bereitete alles zum Weiterbau vor . Biba blieb immer in Lesas Nähe , ließ ihn aber stets allein . » Ich will Dich nicht stören ! « sagte er öfters , » aber ich glaube , daß der Mutigste doch das größte Glück zu packen vermag . « Manesi umschwebte immerzu seine große Blumenampel . Und dabei wurde sein Körper an einzelnen Stellen durchsichtig . Und Manesi bat den Lesa eines Tages , ihm doch in sein großes Atelier zu folgen , das im Südtrichter lag . Sie fuhren beide hin , und Manesi sagte müde und abgespannt : » Ich glaube auch nicht mehr daran , daß jemals wieder künstlerische Neigungen auf dem Pallas die Oberhand gewinnen werden . Es geht alles ganz anders , als ich gedacht habe . Als Ihr damals zuerst mit der Turmidee kamt , sagte ich mir ja gleich , daß dadurch alles Künstlerische zurückgedrängt werden würde . Doch daß das so vollkommen geschehen würde - das hätte ich nicht gedacht .