, - - er muß ja « , stieß die andere hervor . » Er muß , - wie ist das zu verstehen ? Will er denn nicht dasselbe wie Sie ? « Unwillkürlich war sie stehengeblieben . Der Regen rauschte auf die Blätter der Bäume nieder . Unruhig warf Erika den Kopf zurück . » Ach Gott , - - daß sind diese Fragen , die mir so - - so überflüssig erscheinen . « » Verzeihen Sie - aber wenn Sie selbst sich so weit mitteilen , - so sind solche Fragen wohl unvermeidlich . « » Vergeben Sie , - o vergeben Sie ! Sie haben ganz recht ! Ich meinte nur , - ein Weib von Delikatesse bedarf nicht erst der Versicherung eines Mannes , - - daß - - er - - sie liebe . « » Nicht in Worten , gewiß nicht , - - aber in Taten . « » Auch das nicht . « Olga sah sie erstaunt , beinahe erschrocken an . Geheimnisvoll , im Flüsterton , fuhr Erika fort : » Ein großgeartetes Weib - - wissen Sie - - wird hingehen - - wird ihm tief ins Auge blicken - - wird vielleicht - - sagen : - - ich liebe Sie , « - - die Stimme hob sich wieder zum schrillsten Diskant , - - » ich liiiebe Sie - - und muß darum meinen Mann und mein Kind verlassen . « » Und was ist ' s mit dem Manne , dem diese Frau ihre Liebe auf solche Art bekennt ? « Erika zuckte scheinbar gleichmütig die Achseln , aber aus ihrem gehetzten Blick kroch Qual über ihr ganzes Gesicht . » Er , mein Gott - - er handelt , wie ein Mann seiner Art eben handeln muß , er - - er - - « es schien , als grabe sie angstvoll in sich selbst nach , - - und dann kam es wieder , geheimnisvoll und überzeugt , von ihren Lippen : » Er prüft mich . « » Wodurch ? « » Ja sehen Sie , eine andere würde - - wankend werden , wenn - - wenn er - - so tut - - als - - als ob er nichts von ihr wissen wollte ... aber nicht ich . « » Wenn er was tut ? « » Nun - - wenn er sich scheinbar nicht um mich bekümmert ... « » Wie ? Sie haben Mann und Kind verlassen , und er bekümmert sich nicht um Sie ? « » Offen - - darf er es nicht . Aber « , sie blickte sich scheu um , - - » Sie müssen wissen - - er verliert mich nicht aus den Augen . « » Wo und wie verkehren Sie mit diesem Manne ? « » Ich verkehre nicht direkt mit ihm , - aber , - - aber , er läßt mich ständig beobachten . « Wieder blickte sie sich um , aber weit und breit war niemand zu sehen . - - » Oh - - das habe ich herausbekommen ! « » Und ihn selbst , - - wann sehen Sie ihn ? « » Er sieht mich nicht , - - er begegnet mir nicht ... das - - das ist ja eben , - die Prüfung . « Tief betroffen wandte ihr Olga den Blick zu . » Worauf bauen Sie ? « fragte sie gespannt . » Auf die Macht meines Willens « , sagte Erika mit funkelnden Augen . » Oh , ich werde ihn zwingen . Unablässig sende ich ihm - - Strömungen - - meines Willens . « » Was hat er Ihnen gesagt , - - damals , als Sie Ihre Familie verließen « , beharrte Olga . » Ach , - - das kümmert mich nicht « , sagte Erika in wegwerfendem Ton , aber ihre Stimme zitterte . » Er tat natürlich , als wäre er sehr erstaunt über meinen Entschluß , - - redete Worte , die nichts bedeuteten , - - ich hätte auf ihn keine Hoffnungen zu setzen , - - sagte meinem Mann , meine - - Ideen - - wären ihm unbegreiflich , - - und er habe mit alledem - nichts zu schaffen ... aber was kümmert mich das ? « stieß sie leidenschaftlich hervor . Und hartnäckig fuhr sie fort : » Ich weiß ja doch , daß das nur Prüfungen sind . Habe ich sie alle bestanden , - - « ein fanatisch verklärter Schein kam in ihr Gesicht , - - » dann wird es angefahren kommen , - das Glück . « Olga hatte begriffen . Sie schlug nun die einzige Methode ein , diesen Vorstellungen auf den Grund zu kommen , - sie fragte mit ernsthafter Sachlichkeit : » Warum glauben Sie das ? « » Weil ich das Glück ersehnte , wollte , - - , - - wie ein Verhungernder die Nahrung , - - all die Jahre lang . Ich wartete darauf in meiner Ehe , - - ich rief es ! Ich gebar vier Kinder , von denen eines lebt , - - aber ich hungerte und suchte ; eines Tages fand ich , was ich suchte und sagte mir : jetzt ist es Zeit . Um alles zu gewinnen - - mußte ich alles wagen , - alles aufs Spiel setzen . « » Wollte - - ergierte - - suchte - - wagte ... « Olga verstand nun ganz . Eine Gewalttat am Schicksal , eine Erpressung an der Vorsehung , das war es , was sich ihr enthüllte . Wie mußte die Buße sein , die auf diese Tat gesetzt war ! Und plötzlich tauchte , wie eine Vision , das Bild einer anderen Frau vor ihr auf , - - die nichts ergierte , die nichts tat , was das Verderben lockte , - - die trug und