mer sagen ! Nit umsonst hast dir Wort und Schrift geben lassen , und auch dein Leichtsinn war nit unüberlegt ; denn hitzt schaut ' s völlig darnach aus , als wär von deiner Seit der Handel ehrlich und die War echt , während mer dir vorenthalten tät , was mer nur versprochen hat , um dich dranzkriegen ! Du siehst , ich kenn mich aus . Es is ebn leichter , ein jungen Gimpel fangen , als einm alten Fuchs Eisen stellen . Sei lieber fein vernünftig « - er wies nach den auf dem Boden liegenden Bankzetteln - » und laß nit liegen , was allein für dich da z ' holen is , um das , was d ' nie kriegst . « Immer verzerrter war das Gesicht der Dirne geworden , immer krampfhafter arbeiteten ihre Züge , jetzt ballte sie die Faust gegen den Alten und taumelte zur Türe hinaus . Sie hatte keinen Blick für Toni , der trotzig beistimmend ihrem Abgange zunickte , keinen für die Mutter , die nicht ermüdete , stumm die Hände gegen den Bauern auszustrecken und dann beteuernd an die Brust zu legen , nur ein Gefühl beherrschte ihr Sinne und Seele , das des erbittertsten Hasses , verschärft durch die quälende Empfindung ihrer Ohnmacht , und während sie Stufe um Stufe , Fuß vor Fuß die Treppe hinunterwankte , tat sie das Stoßgebet : Gott möge sie den Tag erleben lassen , an dem sie dem protzigen Bauern all das Heutige heimzahlen könne ! » Was willst du noch ? « herrschte der Alte die Zinshofer an , die noch immer an der Türe stand . Sie blickte verlegen und begehrlich nach den auf der Diele liegenden Scheinen . » Ah , dir tut ' s Geld leid ? « lachte er . » No , so nimm ' s ! Aber sorg dafür , daß die Dirn Dummheiten und Aufhebensmachen sein laßt ! Je weniger davon unter d ' Leut kommt , desto gscheiter is ' s für sie selber . « Er schob ihr die Banknoten mit dem Fuße zu . Das Weib lächelte dankbar , raffte das Geld auf und schlich mit einem » Vergelt ' s Gott « davon . » Vader « , sagte Toni , ganz nahe an den Bauer herantretend , » ich hab mein Wort ghalten , ich hab mich nit eingmengt , aber jetzt reden wir zwei miteinander . « Der Alte maß ihn mit einem geringschätzigen Blicke . » Na , so red zu . « » Solang ich noch minderjährig bin , darf ich ohne dein Einwilligung nit heiraten - « » Das steht . « » Darum werd ich halt d ' Großjährigkeit abwarten . Bis dahin aber zieh ich mich mit der Dirn zusamm . « » Wohin denn ? « » Das weiß ich selber noch nit . Kommt drauf an , wo ich ein Platz find . Von morgen an verding ich mich als Knecht . « » ' s wird dich niemand nehmen . « » Oho ! Dadrauf hoff du nur nit . Ich kann arbeiten . « » Dummer Bub , wie d ' daherredst ! Was ist da meinseits z ' hoffen oder z ' fürchten ? Dich wird kein Bauer nehmen , weil d ' Stellung vor der Tür is . « » D ' Stellung ? « » No ja . Mer nimmt doch kein Knecht , der einm etwa in vierzehn Tagn mitm Sträußel afm Hut von der Arbeit davongeht . « » Du ließ ' st mich zun Soldaten ? « » Gwiß . « » Du willst mich nur schrecken . Ich hör ja schon lang von einm Abreden mitm Käsbiermartel - « » Da war noch a andere Abred dabei , und is hitzt die eine mit der andern hinfällig wordn . « » Vader , dadrein schick ich mich niemal , so unter wildfremde Leut in ein andern Weltteil ! Da mach ' s kürzer , schlag mich lieber gleich tot . « » Dös werd ich mir überlegn ; kein Schad wär wohl nit um dich , aber ich müßt dich für ein Guten zahln . « » Tu ich mir halt selber was an ! « » Larifari , dö ' s tun , sagn ' s nit , und dö ' s sagn , tun ' s nit ! « » No und wann ich auf und davon renn ? ! « » So bringen s ' dich halt ein , und du kannst in Handschelln , ' n Schandarm hinter deiner , durch ein paar Ortschaften spaziern . « » Und just nit gib ich mich ! Allzsamm verderb ich euch ' s Spiel ! Was denn nachher , wann ich mir zufällig ein Finger von der Hand hack ? ! « » Dös tu ! Dann nehmen s ' dich erst recht , stecken dich af a Festung wohin zu einer Strafkumpanie , und da kannst dir karren und schaufeln gnug . Jo , mein Bürschel ! « » Vader , möchtst gscheiderweis mit dir reden lassen . Was ich da vorbracht hab , war ja lauter Unsinn . Wann d ' etwa meinst , ich sollt mer doch noch mal alls reiflich überlegn , so könnt ja sein , daß ich mich ganz anders bsinn , nit ? « » Nein , nein , müh dich nit ! Frei hraus , dir trau ich nimmer . Freilich , um loszkommen , wär dir kein Versprechen z ' heilig ; aber du erspar dir dös und ich mir d ' Reu hintnach . Unter den Griff , unter dem ich dich hitzt hab , krieget ich dich dann kein zweits Mal wieder , und du wärst ganz der Kerl darnach , der mich leicht nachher noch einzschüchtern versuchet , durchs Drohen , daß d ' mer zwegn der Befreiung bei Gricht Anständ machest ! Ah , nein .