wegen der schweren Rüstung , wie alle Welt weiß , der Dietrich aber kam davon und hatte noch einen langen Erxleben gefangen , der ihm ein schweres Lösegeld zahlen mußte . Da raunte man sich ' s zu , wie es zugegangen war . Dietrich war auch sonst glücklich im Leben , er war unter den Vordersten am Kremmer Damm und eroberte die Fahne des Hohenlohe ; nachher schloß er zu guter Zeit mit dem Markgrafen Frieden . Aber die Hosen behielt er weg . Es war wohl die Rede , als Lippold aus seiner langen Haft endlich loskam , daß Dietrich ihm das Leder wiedergeben wollte , weil er ' s nur leihweise besessen , wie er sagte , aber Lippold wollte es nicht haben : Da sei Gott vor , daß ich mein Heil sollte abhängig machen von einem Stück Thierhaut , das der Gerber gegerbt und der Schneider geschneidert hat . Ich trau auf mich selbst , und wie ' s der Herr über mich fügt . - Ob die wirklich wieder einmal nach Friesack kamen , weiß ich nicht . Nachmalen ward viel darüber verhandelt unter den Vettern , doch sie sprechen nicht gern davon . Die Frisacker thun , als wären ' s gar nicht die echten , was die Hohenziatzer haben . Der Sohn vom großen Lippold , der hätte sie noch getragen in der Mecklenburger Fehde , und als er fiel , sei er mit ihnen eingesargt . In Hohen-Ziatz , wie Ihr Euch denken mögt , darf man davon nichts merken lassen . Die sagen , Lippolds Sohn hätte sie wohl angehabt , bei Gransee , aber Walter , der Hohenziatzer , hätte sie ihm nur geliehen , und noch auf dem Schlachtfelde zog er sie wieder aus , weil er vermeint , alles sei vorbei ; da gerade traf ihn der Pfeil aus dem Busch . Walter aber trug sie wieder beim Leichenschmaus . Und warum trügen denn die Frisacker jetzt die Tuchhosen , als aus Aerger . Das giebt , wie gesagt , vielerlei Gereibe und Gestichle unter der Sippschaft ; sie lassen ' s nur nicht gern merken vor Dritten . « » Und man merkt auch wirklich nicht , daß die von Hohen-Ziatz bei dem Erbstück sonderlich gedeihen , « sagte der Ritter . » Hört nur den alten Götz darüber . Wo einem ein Ritt gut gelang , eine Fehde gut ausschlug , eine Heirath zu Stande kam , eine Ernte gesegnet war , immer stak ' s in den Hosen . Nur die Frauen hätten ' s ihnen angethan , weil sie nicht den rechten Glauben hätten , nämlich mit der Wäsche . Was ist Reinlichkeit ? sagt mein Vetter Götz . Das ist , daß die Weiber was der Herr gemacht und werden ließ , anders machen wollen . Das Alte beliebt Gott , das Neue beliebt den Frauenzimmern . « » Ich glaube , Götze Bredow hat nicht so ganz Unrecht « , brummte der Ritter Lindenberg . » Es thut das viele Waschen nirgend - Still ! - Schlug da nicht ein Hund an ? « Die Reiter hielten . Sie waren in einem Laubwald , welcher seine letzten gelben Blätter im Winde schüttelte , der kalt und feucht über die Havelseen ihnen entgegen blies . Der Morgenfrost fing an , ihre Glieder zu schütteln , nachdem die Wärme , welche der Wein hervorgebracht , durch den langen Nachtritt verraucht war . Dazu begann es zu dämmern , oder vielleicht war es nur die mehre Helle , welche durch die Lichtung des Waldes aus den fernen Wasserspiegeln zurückstrahlte , die unheimliche Stunde war ' s , wo der verspätete Reisende sich in den Mantel hüllt und die Augen schließt , wenn er in der unerquicklichen Dämmerung aufwacht . Auch die drei Reiter überlief es kalt , aber solchen Empfindungen Raum zu geben , war nicht an ihnen . Der Ritter von Lindenberg war , ohne ein Wort zu sprechen , vom Sattel und lag platt auf der Erde , das Ohr daran gedrückt . Er winkte Hans Jochem : » Reitet auf die Höh ' , Hans , rechts um den Tümpel . Von dort habt Ihr freien Blick auf See und Straße . ' S ist jetzt still , doch hörte ich vorhin deutlich Räderknarren . Möglich , daß er anhält . Auf demselben Wege dann zurück . Hundert Schritte macht nichts aus . « Hans Jochem war fort wie der Wind und der Ritter aufgesprungen . Leis rief er nach Peter Melchior , der nicht antwortete , sondern an einem Baume stehend nur etwas lautere Töne zwischen den Zähnen vorließ , um dem Ritter zu verstehen zu geben , daß er bete . » Himmel , tausend Sakerment ! « schrie Lindenberg ingrimmig . » Ist dazu Zeit ? « » Bin gleich fertig ; ist nur ' ne alte Gewohnheit , « murmelte Peter Melchior . » Wenn man sich auf ihn verlassen soll ! « knirschte der Ritter . » Hans Jochem hatte Recht . Was taugt der zu uns ! « Den Zügel seines Pferdes um einen Baumast werfend , verfolgte er langsam den Weg , den Boden ab und zu mit der Hand prüfend . Jetzt hatte er das Geleise der beiden Karrenräder deutlich im Lehmboden gefunden : » Er kann nicht eine Viertelstunde von uns sein . « Der Ritter kehrte um , er schob sich das Panzerhemd zurecht und drückte die Haube tiefer in die Stirn . Bei sich dachte er : » Im Grund genommen wäre Einer am besten . Wer die Arbeit theilt , theilt nur den Lohn . Die Gefahr bleibt auf Jedem , wie der Sack auf dem Esel . « Beim Anblick Peter Melchiors aber schlug er ein höhnisches Gelächter auf . Die zunehmende Helle erlaubte ihm zu sehen , was dieser eben vornahm . » Pestilenz ! Muhme Krauchwitz , was thust Du ? « Der Junker brachte seine