ich immerfort , wenn gerade nicht Kälte , doch eine Ruhe heuchelte , die mir , - sah ich die Schöne , - so fremd war , wie der Galle die Süßigkeit des Honigs . « » O ihr Deutsche ! « lächelte Fiorilla , » zögernd legt ihr selbst die Riegel vor das Paradies . « » Mit Recht ! « erwiederte Dagobert : » Steht die Pforte offen , so ist ' s das Paradies nicht mehr . Hinter den Bergen die unsere Fluren bekränzen , denken wir uns schönere Auen , blühendere Matten , und finden , - haben wir die Höhen überklettert , - nur die gewohnten Büsche und Felder wieder . Begehren ist Lust ; im Genusse wird sie stumpf . - Ich ritt also fort und fort meiner schönen Jüdin zu Hofe , und gefiel mir in der Sonderbarkeit meiner Neigung . Da geschah es , daß an einem Abend des verwichenen Sommers , - die Wächter hatten die zehnte Stunde abgerufen , - Feuer entstand in der Nähe der Judengasse . Ein Reiterknecht war mit brennendem Spann in den Stall seines Gauls gegangen , und ein Funke hatte den Brand geweckt . Die Feuerglocke heulte vom Thurme , und auch in meine Klosterstille drang das Getümmel der zum Brand fluthenden Menschenmenge . Schnell war ich entschlossen meine thätige Hülfe nicht zu versagen , schnell hatte ich mich in die Kleider geworfen , und kam athemlos auf dem Platze an , wo längst dem Mainstrom eine Reihe von Ställen , Heuschobern und Werkhütten in vollen Flammen stand . Unser Volk ist brav und rüstig , wo es zu retten gilt . Wasser wurde herbeigeschleppt von allen Orten und Enden ; schon einigemal hatte ich auf meinen Rücken den vollen Bottich herzugetragen , und noch einmal ihn zu füllen , lief ich weg aus dem Getöse , da fiel mir eine weibliche Gestalt in die Augen , die , da wo man eingeht in die Judengasse , unter dem Vorsprung eines Hauses auf eine Bank niedergesunken schien . Entfernt von dem Gewühle der Menschen , forderte der Anblick der hüflos Verlassenen , vielleicht Ohnmächtigen , mein Mitleid auf . Ich trat zu ihr ; erstaunt , ein köstlich geschmücktes Mädchen zu finden , dem nur der Schrecken die Kraft versagt hatte , weiter zu gehen ; .... entzückt zugleich in der festlich Geputzten die zu erkennen , die schon so lang in meiner Seele lebte . Wir waren beide nur allzusehr betroffen , und kaum konnte ich die Worte stammeln : Mein schönes Kind , wie kommst Du hierher , in diesen Gewändern ? hier ist doch Deine Stelle nicht ! - O Herr , versetzte sie hierauf schüchtern und demüthig : Zürnt mir nicht . Das Entsetzen mag mich entschuldigen , wenn ich Unziemliches gethan . Wir feierten den Sabbath , der gerade heute eingegangen , geschmückt mit unserm Köstlichsten , als die Feuerglut entstand . Mein Vater und Großvater wurden aus dem Hause gerissen , und mit Schlägen zum Löschen angetrieben . Die Angst vermochte mich , ihnen zu folgen , doch verlor ich sie aus den Augen , und sank hier halb ohnmächtig zur Erde . - Während dieser erläuternden Rede hatte ich mich nicht abwenden können , von der hohen Schönheit , die hier , in abenteuerlichen Prachtgewändern , wie sie wohl nur das Morgenland erfunden , vom fernen Glutshain zauberisch beleuchtet , der Reize höchste dem Bewunderer verrieth . Die funkelnden Ketten und Armbänder , das Geschmeide im Haare , der Perlengürtel konnten die Herrliche nicht schöner machen . Aber zu einer jener Feenköniginen verklären , von denen die Minnedichter singen , und die schon oft das Glück eines Sterblichen begründet haben sollen . Wie hold bist Du ! flüsterte ich der Lieblichen in ' s Ohr , und stürmisch klopfte mein Herz , da sie züchtig und leise antwortete : Niemand begehre ich zu gefallen , denn Euch , mein Herr . - Herr ? fragte ich mit leisem Vorwurf ; Herr ? warum nicht Freund ? Ich schmiegte sie in meinen bebenden Arm , sie entzog sich aber demselben und küßte meine Hand . Nicht so , sprach sie , Freund dürft Ihr mir nicht seyn , wohl darf ich Euch jedoch meinen Herrn nennen , dem ich zu eigen seyn muß für und für . Du mußt , versetzte ich lächelnd ; warum ? der Grund ? - Nun drückte sie meine Hand an ihren Busen , an ihre Stirne , dann von neuem an den Mund , und ich meinte , sie würde meine Finger versengen mit dem glühenden Hauche ihrer Lippen . Befremdet ob solch leidenschaftlichem Thun , richtete ich das Mädchen ernst auf , und sagte zu ihr im selben Tone : nicht wolle es sich länger ziemen , mit ihr auf freier Straße zu kosen ; ich sey bereit sie nach Hause zu geleiten . Sie wollte das nicht zugeben , und wir hatten den Streit nicht beigelegt , als eine lange grobe Gestalt um die Ecke tölpelte , mein Mädchen plötzlich stille schwieg , ihren Finger auf meinen Mund legte , und sich in den tiefsten Schatten des Vorsprungs zurückzog . Esther ! Esther ! wo steckst Du denn ? rief der ungebetene Gast mit rauher widerlicher Stimme , in der ich gleich die des Buben erkannte , der mich auf dem Turniere beleidigt hatte . Nun juckte es in der Faust , aber ich bezwang mich , und gestattete es , daß die Gerufene sich völlig hinter mir verbarg . Der rothköpfige Knecht starrte mich einen Augenblick an , wich aber auf mein rauhes : Wer geht da ? scheu zurück , und näherte sich dem Gewühle der Löschenden , immer den Namen des Mädchens rufend . Wir schlüpften alsdann in die menschenleere Straße , und gelangten unter freundlichem Kosen an Esther ' s Haus . Die Schatten des Hausganges nahmen uns auf . Hier fragte mich Esther , ob sie