wunderlicher Kinder , die ihrem Großvater ähnlich sehn , und nach ihm genannt sind . Geflügelt wie ihr Vater begleiten sie ihn beständig , und plagen die Armen , die sein Pfeil trifft . Doch da kömmt der fröliche Zug . Ich muß fort ; lebe wohl , süßes Kind . Sei [ ne ] Nähe erregt meine Leidenschaft . Sey glücklich in deinem Vorhaben . - Eros zog weiter , ohne Ginnistan , die auf ihn zueilte , einen zärtlichen Blick zu gönnen . Aber zu Fabel wandte er sich freundlich , und seine kleinen Begleiter tanzten fröhlich um sie her . Fabel freute sich , ihren Milchbruder wieder zu sehn , und sang zu ihrer Leyer ein munteres Lied . Eros schien sich besinnen zu wollen und ließ den Bogen fallen . Die Kleinen entschliefen auf dem Rasen . Ginnistan konnte ihn fassen , und er litt ihre zärtlichen Liebkosungen . Endlich fing Eros auch an zu nicken , schmiegte sich an Ginnistans Schooß , und schlummerte ein , indem er seine Flügel über sie ausbreitete . Unendlich froh war die müde Ginnistan , und verwandte kein Auge von dem holden Schläfer . Während des Gesanges waren von allen Seiten Taranteln zum Vorschein gekommen , die über die Grashalme ein glänzendes Netz zogen , und lebhaft nach dem Takte sich an ihren Fäden bewegten . Fabel tröstete nun ihre Mutter , und versprach ihr baldige Hülfe . Vom Felsen tönte der sanfte Wiederhall der Musik , und wiegte die Schläfer ein . Ginnistan sprengte aus dem wohlverwahrten Gefäß einige Tropfen in die Luft , und die anmuthigsten Träume fielen auf sie nieder . Fabel nahm das Gefäß mit und setzte ihre Reise fort . Ihre Saiten ruhten nicht , und die Taranteln folgten auf schnellgesponnenen Fäden den bezaubernden Tönen . Sie sah bald von weitem die hohe Flamme des Scheiterhaufens , die über den grünen Wald emporstieg . Traurig sah sie gen Himmel , und freute sich , wie sie Sophieens blauen Schleyer erblickte , der wallend über der Erde schwebte , und auf ewig die ungeheure Gruft bedeckte . Die Sonne stand feuerroth vor Zorn am Himmel , die gewaltige Flamme sog an ihrem geraubten Lichte , und so heftig sie es auch an sich zu halten schien , so ward sie doch immer bleicher und fleckiger . Die Flamme ward weißer und mächtiger , je fahler die Sonne ward . Sie sog das Licht immer stärker in sich und bald war die Glorie um das Gestirn des Tages verzehrt und nur als eine matte , glänzende Scheibe stand es noch da , indem jede neue Regung des Neides und der Wuth den Ausbruch der entfliehenden Lichtwellen vermehrte . Endlich war nichts von der Sonne mehr übrig , als eine schwarze ausgebrannte Schlacke , die herunter ins Meer fiel . Die Flamme war über allen Ausdruck glänzend geworden . Der Scheiterhaufen war verzehrt . Sie hob sich langsam in die Höhe und zog nach Norden . Fabel trat in den Hof , der verödet aussah ; das Haus war unterdeß verfallen . Dornsträuche wuchsen in den Ritzen der Fenstergesimse und Ungeziefer aller Art kribbelte auf den zerbrochenen Stiegen . Sie hörte im Zimmer einen entsetzlichen Lärm ; der Schreiber und seine Gesellen hatten sich an dem Flammentode der . Mutter geweidet , waren aber gewaltig erschrocken , wie sie den Untergang der Sonne wahrgenommen hatten . Sie hatten sich vergeblich angestrengt , die Flamme zu löschen , und waren bey dieser Gelegenheit nicht ohne Beschädigungen geblieben . Der Schmerz und die Angst preßte ihnen entsetzliche Verwünschungen und Klagen aus . Sie erschraken noch mehr , als Fabel ins Zimmer trat , und stürmten mit wüthendem Geschrey auf sie ein , um an ihr den Grimm auszulassen . Fabel schlüpfte hinter die Wiege , und ihre Verfolger traten ungestüm in das Gewebe der Taranteln , die sich durch unzählige Bisse an ihnen rächten . Der ganze Haufen fing nun toll an zu tanzen , wozu Fabel ein lustiges Lied spielte . Mit vielem Lachen über ihre possierlichen Fratzen ging sie auf die Trümmer des Altars zu , und räumte sie weg , um die verborgene Treppe zu finden , auf der sie mit ihrem Tarantelgefolge hinunter stieg . Die Sphinx fragte : Was kommt plötzlicher , als der Blitz ? - Die Rache , sagte Fabel . - Was ist am vergänglichsten ? - Unrechter Besitz . - Wer kennt die Welt ? - Wer sich selbst kennt . - Was ist das ewige Geheimniß ? - Die Liebe . - Bey wem ruht es ? - Bey Sophieen . Die Sphinx krümmte sich kläglich , und Fabel trat in die Höhle . Hier bringe ich euch Taranteln , sagte sie zu den Alten , die ihre Lampe wieder angezündet hatten und sehr ämsig arbeiteten . Sie erschraken , und die eine lief mit der Scheere auf sie zu , um sie zu erstechen . Unversehens trat sie auf eine Tarantel , und diese stach sie in den Fuß . Sie schrie erbärmlich . Die andern wollten ihr zu Hülfe kommen und wurden ebenfalls von den erzürnten Taranteln gestochen . Sie konnten sich nun nicht an Fabel vergreifen , und sprangen wild umher . Spinn ' uns gleich , riefen sie grimmig der Kleinen zu , leichte Tanzkleider . Wir können uns in den steifen Röcken nicht rühren , und vergehn fast vor Hitze , aber mit Spinnensaft mußt du den Faden einweichen , daß er nicht reißt , und wirke Blumen hinein , die im Feuer gewachsen sind , sonst bist du des Todes . - Recht gern , sagte Fabel und ging in die Nebenkammer . Ich will euch drey tüchtige Fliegen verschaffen , sagte sie zu den Kreuzspinnen , die ihre luftigen Gewebe rund um an der Decke und den Wänden angeheftet hatten , aber ihr müßt mir gleich drey hübsche , leichte Kleider spinnen . Die Blumen , die hinein gewirkt werden sollen ,