geworden . Schon im vorigen Säkulo war die Familie so angesehen , daß sich ihre Töchter nach Sanssouci hin mit Hofgärtnern und Hofbauräten vermählten . Die Fähr-Müllers von Nedlitz waren reiche Leute ; in Bornstädt hatten sie ein Erbbegräbnis , das größte , was der Kirchhof bis diese Stunde noch aufzuweisen hat . Die Fähre ist nicht mehr . An ihre Stelle ist die imposante Bogenbrücke getreten ; aber noch im Ausscheiden aus ihrer alten dynastischen Herrlichkeit hielt das Glück bei den Müllers aus . Die Ablösungssumme entsprach nicht nur der Fähreinnahme , die sie aufgaben , sondern vielmehr noch der historischen Macht , die sie niederlegten . An das Haus Müller kamen liegende Gründe , Geld , zuletzt auch der Brückenpalast , der auf ihrem alten Territorium , wie als Wahrzeichen ihrer früheren Herrlichkeit , ihnen errichtet worden ist . Selten wohl hat eine Fährstelle im Leben und Sterben so gute Tage gesehen . Der Königswall Der Königswall Von der Mitte der Brücke aus hat man ein ansprechendes Bild in die genannten drei Wasserflächen und die zwischenliegende Landschaft hinein . Nach rechts hin , wo die Krampnitz und der Jungfernsee ein Eck bilden , zieht sich dammartig ein Erdwerk zwischen Wald und Wasser . Dieses Erdwerk ist der Königswall , im Munde des Volks , wie all dergleichen primitive Festungswerke , die Römer- oder Räuber- oder Schwedenschanze geheißen . Ausdrücke , die historisch gar keinen Anhalt geben . Die Bezeichnung » Königswall « ist übrigens kaum besser . Drei Seiten der Umwallung , welche sich zwanzig Fuß vom Boden erheben , sind mit geräumigen Eingängen versehen , von denen zwei dem Wasser , der dritte dem Lande zugewandt liegen . Die vierte Seite des Walles – wahrscheinlich eine von der Natur gebildete Hügelwand – fällt aus einer Höhe von mindestens fünfzig Fuß steil zum Seeufer ab , und scheint auch darum keinen Zugang zu haben . Die ganze Umwallung , soweit sie künstlich ist , mißt siebenhundert Schritt , und muß viel Hände und viel Zeit erfordert haben . Es ist wohl unzweifelhaft ein alter Kamp , ein wendischer Lager-oder Verteidigungsplatz aus jenem Jahrhundert her , wo sich Christen- und Heidentum hier bekämpften . Die Deutschen hatten das Westhavelland inne ; hier in dem Waldterrain des Osthavellandes , auf der » Insel Potsdam « , von allen Seiten her durch Fluß und See und Sumpf geschützt , saßen noch die Wenden . Hier hatten sie ihre letzten Stätten , ihre ausgedehntesten Begräbnisplätze ; einzelne Striche sind mit Waffen und Totenurnen wie besäet . Das Heinenholz und der Kirchberg Das Heinenholz und der Kirchberg Eine kaum minder interessante Wegstrecke bildet das Gehölz , in das die Fahrlander Straße , unmittelbar nach Passierung der Brücke , einmündet . Dies Wäldchen führt den Namen des » Heinenholzes « und aus seiner Mitte hervor steigt der höchste Berg dieser Gegenden , der » Kirchberg « . Es verlohnt sich durchaus , ihn zu besteigen . Seine Höhe ist zweihundertundsiebzig Fuß . Das landschaftliche Bild , das sich von seiner Kuppe aus dem Auge darstellt , ist sehr schön und würde noch schöner sein , wenn nicht die Bäume , die den oberen Abhang umstehen , mit ihren Kronen allmählich über die Kuppe des Berges hinausgewachsen und dadurch einem Umblick hinderlich geworden wären . Wo er sich indessen bietet , ist er von großem Reiz und dem Wald- und Wasserpanorama nah verwandt , das ein Blick von den Müggelbergen gewährt . Wie der » Königswall « unten , so ist die » Kirchbergskuppe « hier oben ein ergiebiges Feld für die Konjekturalhistorie ; wie jener als ein Kamp der Wenden , so wird dieser als eine Opferstätte bezeichnet . Sehr leicht möglich , aber sehr schwer nachweisbar ! Was man jetzt noch auf der Kuppe des Kirchberges findet , deutet auf viel spätere Zeiten hin . Man begegnet Feldsteinfundamenten , dazu zerkrümelten Ziegel-und Mörtelresten , die , so gering sie sind , doch keinen Zweifel darüber lassen , daß hier ein Backsteinbau gestanden habe . Auch ist es noch keine dreißig Jahre , daß hier , zehn Fuß hoch , ein Mauerwerk aufragte , das unverkennbar einem christlichen Gotteshause zugehörte . Es befand sich also hier , ganz wie auf dem Kapellenberge bei Blankensee , dessen Bautrümmer überhaupt sehr lehrreich sind , eine jener weit ins Land hinausschauenden , zugleich als Wegweiser dienenden kirchlichen Warten , die symbolisch von allem Umherliegenden Besitz nahmen und der Bevölkerung verkündeten : » So weit diese Kapelle blickt , ist alles dem Christengotte untertan . « So war es unmittelbar nach der Christianisierung . Später wurden Pilgerstationen und Wallfahrtskapellen daraus , die , in der Spätgotik , die sie unverkennbar zeigen , einer verhältnismäßig neuen Zeit , oft erst , wie die Blankenseer Kapelle , dem Schluß des fünfzehnten Jahrhunderts angehören mögen . Denn die gotische Bauweise hielt sich in der Mark bis in die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts hinein . Dorf Fahrland , sein Amtshaus , seine Kirche und Pfarre Dorf Fahrland , sein Amtshaus , seine Kirche und Pfarre Drüben Fahrlands Turm , aus dessen Luke Hörbar kaum die Abendglocke singt ! Sieh die Hirtenfrau , die Napf und Kruke Ihrem Mann nach jener Hutung bringt ; Sieh den Waldrand , wo trotz härnen Schleifen Unbesorgt die Sommerdrosseln pfeifen , – Rings Wacholdersträuche , bunt zerstreut , Deren Frucht die Julisonne bläut . Schmidt von Werneuchen Eine offene Stelle , wo nur Hagebutten und verzwergte wilde Kirschen stehen , gestattet uns auf der sonst in ihrer Aussicht beschränkten Kuppe einen vollen Blick nach Nordwesten zu . Der nächste Punkt ist Fahrland . Wir steigen , um uns den Weg zu kürzen , den steileren Abhang des Berges hinunter und nach zehn Minuten haben wir rechts und links , flach wie die Tenne , die Fahrlander Feldmark . Pappeln und Elsen fassen die zahlreichen Wege ein ; Schlickmühlen stehen an den Gräben hin , bereit um die Regenzeit , wenn alle Felder zu Inseln geworden sind ,