zu tief . Wo man befehlen soll , muß man nicht schmeicheln müssen . Da war ich neulich bei unserer Excellenz , dem Intendanten , und sehe ein charmantes Mädchen über den Hof gehen . Prächtiger Wuchs , eine Staatsjungfer ! Die könnte mir schon gefallen , sagt ' ich zur Frau Geheimräthin , als sie mich neckte , daß ich noch immer keine Anstalt machte . Und wie ich in ihrem Garten eine Wasserleitung revidirt hatte und komme zurück und will mich empfehlen , sagt die alte Dame , die schon viele Jahre bei der Geheimräthin Alles in Allem ist : Mangold , das hübsche Mädchen ist meine Nichte ! Wenn sie Ihnen gefällt - dabei zog ich die Mütze und sagte : Madame Ludmer , die nähm ' ich gleich mit nach Buchau , aber man muß sie doch sprechen und rasch müßt ' es auch gehen , ich habe bis zum siebenundvierzigsten Jahre gewartet und nun aber kein langes Besinnen mehr ! Da warf sie einen Blick auf die Geheimräthin , so einen von ihren Blicken , die mehr sagen , als man gleich verstehen kann . Die Geheimräthin zog die Lippen ein Bischen verächtlich und lachte . Das ärgerte mich fast und ich sagte : Ist sie zu jung für mich ? Nein , nein , sagte die schwarzäugige Alte , die Ludmer . Wenn es Ihr Ernst ist , Mongold , muß man Das nur richtig anfassen - zweckmäßig - arrangiren .... Gut , sagt ' ich , arrangiren Sie ' s. Und da sah ich das Mädchen auf einem Ball - die Bedienten der Geheimräthin führten mich immer um sie herum ... sie war auch nur wegen meiner da - ging auch gleich fort , das war Alles abgemacht - vorher besprochen ... ich sah sie wieder ... ich sprach mich dann aus - sie lachte zwar , sie war schnöde und schnippisch - sie wollte von dem Buchau nichts wissen - will auch noch nicht heran und spottet und neckt - aber sie gefällt mir ... ich schenkte ihr Dies und Jenes - ich denke doch , wenn nichts dazwischen kommt - und die Tante noch einmal recht vernünftig mit ihr spräche - so - Heirathen Sie diese - ... Der Name erstarb Dankmarn auf den Lippen ... Himmel ! dachte er während der Erzählung des unschuldigen immer von den Städten entfernt lebenden Mannes , welche Intrigue steckt hinter dieser abscheulichen Täuschung ! Und eben wollte er offen mit seiner Warnung hervortreten , den einfachen , harmlosen Mann bei Seite nehmen , schildern , welchen Gefahren er seine Ehre aussetze , als Louis , der der Erzählung nicht den gleichen Antheil gewidmet hatte , weil er unverwandt die Augen auf das Schloß richtete , rief : Da kommt Egon ! Dankmar wandte sich und erblickte Drommeldey mit Egon und den Bedienten niedersteigen . Auch Siegbert kam mit Olga und den Kindern ... Es war Dankmarn jetzt nicht möglich , das Gespräch mit Mangold fortzusetzen . Nur noch die Worte rief er ihm , als er bei Seite trat , zu : Können Sie mir keinen Gruß an Ihre Braut auftragen ? Braut ? So weit ist ' s noch nicht ! Aber ich danke Ihnen , sagte Mangold herzlich . Heut Abend komm ' ich noch in die Stadt . Wenn Einer sein letztes Feuer noch einmal zusammennimmt , gibt ' s einen Brand . Ich gehe gern auf das Café Richter . Kennen Sie Das ? In der Königsstraße ? Gewiß ! Gewiß ! sagte Dankmar . Ich komme dahin . In der bestimmten Absicht , Alles aufzubieten , was Mangold über die Gefahr , in die er sich sorglos begab , aufklären konnte , trat Dankmar dem Prinzen entgegen , voll Spannung , was dieser über seine Erlebnisse im Schlosse würde zu erzählen haben ... Es schlug nun eben sechs Uhr vom Schloß Solitüde , als sich an der großen Eingangspforte des Gartens ein Gewirr und Durcheinander von Menschen , Rossen und Wagen verwickelte . Von der aufwärtssteigenden verlängerten Allée kamen vom Schlosse herab erst einige zweispännige , dann vierspännige Wagen , zuletzt ein sechsspänniges Gefährt mit den königlichen Herrschaften selbst . Alles , was bisher im Park zerstreut gewesen war , lief und drängte sich zu der Hauptpforte , um noch diese Abfahrt mit anzusehen . Auch die kleine runde Dame , die sich hier beinahe schon wieder verspätet hätte , kam spornstreichs von der Terrasse gelaufen , in einiger Entfernung von der jungen Begleiterin mit den blonden Locken , die nur in raschen Schritten ging , nicht lief . Ob die freundliche Verbeugung der jungen Königin diesen huldigungsbeflissenen Damen vorzugsweise galt , ist schwer zu sagen . Die Damen hielten mitten in ihrer Eile auf und verneigten sich tief mit holdseligen Gebehrden , indem sie mit einer Hand gleichsam eine die andere näher heranziehen und dem Hofe mit der andern sagen wollten : Wir sind Beide da ! Endlich waren die Herrschaften abgefahren und die kleine runde Dame , in der Sanitätsrath Drommeldey sogleich Frau von Trompetta erkannte , hatte nun Gelegenheit , die minder bedeutenden Menschenkinder zu betrachten , die sie hier versammelt fand . Drommeldey lobte ihre rasche Beweglichkeit , tadelte sie aber an Fräulein von Flottwitz . Ihnen , liebe Trompetta , sagte er , kann ein solcher Wettlauf mit sechs Pferden einmal nichts schaden ; aber Sie , mein liebes Fräulein , bedürfen Schonung und verlangen keine Amazonenkur . Die Trompetta sprach nur von ihrem unglücklichen » Guignon « auf der Terrasse ... Wollten Sie , sagte Drommeldey , die Herrschaften an Ihr Gethsemane erinnern ? Ach , antwortete die Trompetta , es liegt allerdings noch auf dem Nähtische der Königin ! Man blättert darin und kann sich nicht entschließen , eine Summe daran zu wagen , die mich der Weitläufigkeiten einer Lotterie überhebt . Ich bin für die Lotterie , Frau von Trompetta , sagte Drommeldey schon im Einsteigen . Warum sind Sie für