armselige Geschöpfe hier so ohne Weiteres allein stehen ließ . Ich bin begierig , was uns Egon von dieser sonderbaren Überraschung erzählen wird . Einstweilen gehen wir ! Die Suite mit Egon war im Schlosse verschwunden . Paulowna und Rurik sprangen herbei und faßten Dankmar ' s Hand , um sich von ihm führen zu lassen . Dieser gab Egon ' s Bedienten die Weisung , sie sollten dem Fürsten , wenn er wiederkäme , als gemeinschaftliches Rendezvous das Ausgangsportal des Gartens bezeichnen . Als Dankmar und Louis mit den Kindern den Weg einschlugen , wo sie hoffen konnten , Siegbert und Olga wiederzufinden , geschah ihnen eine seltsame Begegnung . Ein sonderbares Paar , das sich in dem Eifer , die königlichen Herrschaften zu sehen , verspätet zu haben schien , rannte , man kann wohl sagen wie besessen , auf sie zu ... Voran , keuchend , glühend vor Erhitzung , eine elegante dicke kleine Frau mit ceriserothem Shawl . Hinter ihr in gemesseneren , aber doch ebenso beflügelten Schritten ein junges Mädchen mit langen blonden Locken und einer von den Landesfarben gemischten Toilette . Dankmar kannte beide Damen nicht , aber die Kinder sagten , sie hätten unten am Teiche , wo die Schwäne wären , schon mit Siegbert und Olga gesprochen und sie kennten sie Beide wohl , da sie auch zur Mutter kämen . Den Namen wußten die Kinder nicht , sprachen aber von einem großen wunderschönen Buche , das die eine Dame , die so schrecklich lief , einmal mitgebracht und ihnen die darin enthaltenen herrlichen Bilder gezeigt hätte . Es wäre ganz in Gold eingebunden gewesen , sagte Rurik und Paulowna fügte noch Sammet und Seide hinzu . Und die herrlichen Bilder ! Aber das schönste hätte doch Siegbert gemacht ! Dankmar lächelnd und erfreut über die schöne Parteilichkeit der Liebe , sagte sich : Sollte Das vielleicht Frau von Trompetta gewesen sein ? Er sah sich noch einmal nach den beiden Damen um . Er konnte noch deutlich bemerken , wie sie an dem von den Lakaien wieder geschlossenen Gitter standen und wahrhaft schmachteten und sich verzweifelnd den Schweiß trockneten und tiefbekümmerte Blicke nach dem Schlosse hinüberwarfen . Es schien ihnen zuviel entgangen zu sein ! Aber auch zuviel ! Sie hatten etwas versäumt , was ihnen unwiederbringlich vorkommen mußte . An den lebhaften Gestikulationen mit Egon ' s Bedienten sah Dankmar , wie schrecklich Frau von Trompetta , wenn sie es war , unter dieser Versäumniß litt . Die von der Erhitzung rosig angeglühte Blondine zuckte hoheitsvoller die Achseln und schien sich mit einer gewissen imposanten Ruhe zu ergeben . Die Kinder zeigten inzwischen auf den Lichtschimmer , der das Ende einer dunklen hochgewölbten Allee , die sie einschlugen , begrenzte . Dort läge , wie die Dame im rothen Shawl gesagt hätte , der Schwanenteich . Springt nur vorauf ! erinnerte Dankmar die Kinder . Wir kommen nach ! Louis kam , da die Kinder liefen , als ging ' es um die Wette , auf das wunderlich eben Erlebte zurück . Dies Zusammentreffen mit dem Hofe schien ihm so gefährlich , daß er in seiner ohnehin schon angeregten Besorgniß davon die schlimmsten Folgen erwartete . Dankmar stellte seine Befürchtungen in Abrede . Ich wette , sagte er , der Fürst wird uns , wenn wir noch vor einem Unwetter nach Hause fahren , Unterhaltendes erzählen . Unwillkürlich schlugen die beiden Wanderer , um mehr nach dem drohenden Himmel sehen zu können , einen weniger grün beschatteten Seitenweg ein . Jetzt bemerkten sie erst , welche gewaltige Menge von Wagen fern an der Pforte hielt . Die königlichen Sechsspänner waren höher hinauf dem Schlosse zugefahren , aber außer dem ihrigen stand nun noch der des Sanitätsrathes , der der Fürstin Wäsämskoi und der Frau von Trompetta an der Pforte . Wie einer dieser Kutscher von fern Dankmarn eifrigst grüßte , konnte er sich kaum besinnen , warum der betreßte Mann in seiner Ehrerbietung so eifrig war . So zerstreut war Dankmar , daß er fast vergessen hatte , wie der Kutscher der Fürstin Wäsämskoi Niemand anders als sein alter Freund Peters sein konnte . Peters , den er selbst nach dem vergeblichen Versuche bei Schlurck durch seinen Bruder bei der Fürstin Wäsämskoi empfohlen hatte , Peters erschien ihm heute zum ersten male in seiner geschmacklos überladenen Livree , und des Bellens eines ihm wohlbekannten Hundes bedurfte es wirklich , um aus jenem geputzten Pagoden seinen alten Freund Peters , den Vertrödler seines Schreins , den unglücklichen Kellner vom Fortunaball herauszufinden . Ei , Bello ! rief Dankmar sich bald orientirend schon in der Ferne , thronst du da oben wie ein gnädiger Pascha von zwei Roßschweifen , an denen du wieder deine Freude hast ! Guten Tag , Peters ! Guten Tag , Bello ! Ihr seid da ! Im Staat ! So in Gold und Silber und wohlgenährt , daß Ihr ganz stolz ausseht und Einer vor Euch und Euren Pferden Respekt haben muß . Peters warf sich in der That ganz behaglich in die Brust . Machen wir Ihnen denn nun Ehre ? sagte er . Sie und der Herr Bruder haben ja für uns Beide gutgesagt . Wie ein Kartenkönig haltet Ihr Euch Peters ! lachte Dankmar . Und dem Bello , dem fehlt nur noch ein rothes Halsband und man hält ihn für einen verwunschenen Kammerherrn oder den Schooshund einer holländischen Millionairin . Und doch haben wir wieder was Schlimmes begangen ! sagte Peters und schüttelte bedenklich den Kopf , was ihm bei der neuen Tresse seines Halskragens etwas schwer wurde . Das Teufelsmädchen Das ! Wie so denn ? Wer denn ? Teufelsmädchen ? Die kleine Comtesse oder Prinzeß , was sie ist - die Olga ! Nicht wahr ? Das ist ein Geniestreich , daß Ihr hier seid ? Sie mag ' s verantworten , sagte Peters . Wir sollten nach Tempelheide zu dem alten Methusalem - Sie kennen ihn ja - Dem Präsidenten