nur an die Guineasche Kompagnie zu verkaufen « . Die Errichtung der Glashütte erfolgte bald darauf an der nordöstlichen Seite der Insel dicht am Ufer . Er erbaute besondere Öfen , um die beste Art der Kondensierung des Feuers zu ermitteln , kein Fremder durfte die Insel betreten , nur der Kurfürst besuchte ihn wiederholt , um die Anlage des Ganzen , sowie den Kunstbetrieb kennenzulernen . Dabei wurde , über die Glasfabrikation hinaus , viel experimentiert . Worauf diese Bemühungen gerichtet waren , ist nicht mit Sicherheit festzustellen . Daß es sich um Goldmachekunst und um Entdeckung des Steins der Weisen gehandelt habe , ist sehr unwahrscheinlich . Nachweisbar verhielt sich Kunckel gegen solche Versuche , wenigstens wenn sie von andern ausgingen , sehr ablehnend . So entzog ihm denn auch der Große Kurfürst nie seine Gnade , wiewohl die Erfolglosigkeit , auch die wissenschaftliche , aller der damals unternommenen Experimente so ziemlich feststeht . Friedrich Wilhelm rechnete , wie Kunckel ihn selbst sagen läßt , die daran gewendeten Summen zu solchen , die er verspielt oder im Feuerwerk verpufft habe . Da er jetzt weniger spiele , so dürfe er das dadurch Gesparte an Forschungen in der Wissenschaft setzen . Mit dem Hinscheiden des Kurfürsten schied aber auch Kunckels Ansehen , wenigstens innerhalb der Mark Brandenburg . Man machte ihm den Prozeß auf Veruntreuung und Unterschleif und wenn auch nichts bewiesen werden konnte , weil eben nichts zu beweisen war , 23 so mochte er dennoch von Glück sagen , durch eine Aufforderung König Karls XI. von Schweden seiner alten Umgebung entrissen zu werden . Dies war 1692 . Er ging nach Stockholm , wurde schwedischer Bergrat und unter dem Namen Kunckel von Löwenstern in den Adelsstand erhoben . Er starb wahrscheinlich 1703 . Sein Laboratorium auf dem Kaninchenwerder hatte nur allerkürzesten Bestand gehabt . Noch vor seiner Übersiedlung nach Schweden brannten die Baulichkeiten nieder ; – am östlichen Ufer der Insel finden sich bis heute einzelne verstreute Schlackenreste , die ungefähr die Stelle angeben , wo die alchimistische » Hütte « stand . Mehr als ein Jahrhundert verging , bevor die Zaubererinsel zu einer Zauberinsel wurde . 3. Die Pfaueninsel unter Friedrich Wilhelm III 3. Die Pfaueninsel unter Friedrich Wilhelm III. 1797 – 1840 Mein Herr ist König im Land , Ich herrsch ' im Garten der Rosen . Uhland Die Anfänge dazu ( zur Zauberinsel ) fallen bereits in die Regierungszeit Friedrich Wilhelms II. Der Schilfgürtel , der die Insel vor jedem Zutritt zu bergen schien , wurde mittelbar die Ursache , daß sich ihre Schönheit zu erschließen begann . In diesem Schilfe nisteten nämlich , wie schon angedeutet , Tausende von Schnepfen und Enten , die den jagdlustigen König , als er davon vernommen , erst bis an den Rand der Insel , dann auf diese selber führten . Einmal bekannt geworden mit dieser Waldesstille , die ihm bald wohler tat als die Aufregungen der Jagd , lockte es ihn öfter , vom nahen Marmorpalais , zu Kahn herüber . Aus dem Heiligensee in die Havel , an Sakrow vorüber , steuerte er an heiteren Nachmittagen , umgeben von den Damen seines Hofes , der ihm lieb gewordenen Insel zu , auf deren schönster Waldwiese die reichen orientalischen Zelte , die ihm irgendein Selim oder Mahmud geschenkt hatte , bereits vorher ausgespannt worden waren . Die Musik schmetterte ; Tänze und ländliche Spiele wechselten ab ; so vergingen die Stunden . Erst mit der sinkenden Sonne kehrte man nach dem Marmorpalais zurück . Solche Lust gewährten dem Könige diese Fahrten nach der stillen , nahe gelegenen Waldinsel , daß er sich im Jahre 1793 entschloß , dieselbe vom Potsdamer Waisenhause , dem sie durch eine Schenkung Friedrich Wilhelms I. zugefallen war , zu kaufen . Dies geschah und schon vor Ablauf von drei Jahren war das Eiland zu einem gefälligen Park umgeschaffen , mit Gartenhaus und Meierei , mit Jagdschirm und Federviehhaus und einem Lustschloß an der Nordwestspitze . Die Zeichnung zu diesem Lustschloß , so wird erzählt , rührte von der Gräfin Lichtenau her , die das Motiv dazu , während ihrer Reise in Italien , einem verfallenen Schloß entnahm , das zwei , oben mit einer Brücke verbundene Türme , unten aber , zwischen den beiden Türmen , ein großes Bogentor zeigte . Wir halten diese Erzählung für glaubhaft , trotzdem Kopisch sie bezweifelt . Die Lichtenau dilettierte in Kunstsachen und nicht ganz ohne Talent . Esprit und Geschmack zählen bekanntlich zu den Vorrechten aller Damen aus der Schule der Laïs . Der Bau des Schlosses begann ; aber noch ehe dieses und anderes seinen Abschluß gefunden hatte , starb der König und die Annahme lag nahe , daß auch die nun zurückliegenden zehn Jahre unter Friedrich Wilhelm II. , genau wie die sieben Jahre unter Kunckel , zu einer bloßen Episode im Leben der Pfaueninsel werden würden . Es kam indessen anders . Friedrich Wilhelm III. , in allem gegensätzlich gegen seinen Vorgänger und diesen Gegensatz betonend , machte doch mit Rücksicht auf die Pfaueninsel eine Ausnahme und wandte ihr von Anfang an eine Gunst zu , die , bis zur Katastrophe von 1806 , alles daselbst Vorhandene liebevoll pflegte , nach dem Niedergange der Napoleonischen Herrschaft aber diesen Fleck Erde zu einem ganz besonders bevorzugten machte . Ohnehin zu einem kontemplativen Leben geneigt , fand der König , aus den Stürmen des Krieges heimgekehrt , die Einsamkeit dieser Insel anziehender denn zuvor . Was ihm Paretz zu Anfang seiner Regierungszeit gewesen war , das wurde ihm die Pfaueninsel gegen den Schluß hin . Man schritt zu neuen Anlagen und war bemüht , den Aufenthalt immer behaglicher zu gestalten . Viele Anpflanzungen von Gesträuchen und Bäumen , darunter Rottannen und Laubhölzer aller Art , fanden statt . Wildfliegende Fasanen machten sich heimisch auf der Insel ; neue Bauten wurden aufgeführt . Eine mit Kupfer beschlagene » Fregatte « traf ein , die der Prinzregent dem Könige Friedrich Wilhelm III. zum Geschenk gemacht