der Wald ertönt , es bebt die Flur ! Und Blitze sagen ' s Blitzen wieder ; Gott ist der Herrscher der Natur ... ... u , wat een harten Slag ok doch ! Klaus , ik bitt di üm allens inne Wilt , stoh doch up ! Kiek doch mol , wat dat lücht ! De ganze Heben steiht in Für un Flammen ! « Störtebeker aber , der im Bett lag , sagte mürrisch : » Lot mi doch slopen , Mudder , ik bün so so meud ! « Und er machte die Augen wieder zu . Sie las mit bebender Stimme im Gesangbuch weiter und fuhr bei den harten Donnerschlägen ängstlich zusammen . Der warme Sommertag hatte ein Gewitter gebraut , das gegen Abend in einer dunkelblauen , schweren Wolkenwand mit den unheilvollen , weißen Flecken auf der Elbe stand . Es wetterleuchtete schon in der Dämmerung : nun es Nacht geworden war , griff es mit Riesenhänden über den Heben und brach mit Regen-und Windflagen herein . Ununterbrochen blitzte es an allen Ecken , und der Donner rollte in einem fort , bis zuzeiten ein scharfer Knall alles Grollen übertönte . Überall am Deich hatten die Frauen sich erhoben , die Kinder notdürftig angekleidet und saßen nun in Angst und Bangnis bei dicht verhängten Fenstern , laut betend . Denn die Gewitter sind schwer auf der Elbe , sehr schwer : sie liegen wie verankert über dem Eiland und sitzen wie in einer Mausefalle , die von den Blankeneser und Harburger Bergen und den Häusern und Türmen von Hamburg gebildet wird . Sie können weder vorwärts noch seitwärts : wie wirbeln sie da hin und her ; wie gefangene Tiere toben sie und bleiben stundenlang liegen . Sie müssen sich über dem Eiland austoben , das flach wie ein Teller und naß wie ein Keller ist und keinerlei Ausstrahlungspunkte hat . Der Wind vermag sie nicht zu vertreiben , sie liegen steinfest , ja , sie ziehen mitunter trotzig gegen die Luft . Nur die Flut hat Gewalt über sie : die nimmt sie mit und drängt sie mit Gewalt über Hamburg hin : aber bis es Flut ist , oft stundenlang , wankt und weicht selten ein Gewitter . Licht auf Licht fiel vom Heben , der Regen rauschte auf dem Wasser , wenn die Donner einen Augenblick schwiegen , der Gewitterwind brauste durch die Bäume , und die Fenster klirrten bei den harten Schlägen . Oft bebte das Haus in seinen Grundfesten . Gesa saß in der Küche , bei dicht zugezogenem Fenster , damit sie die grellen Blitze nicht so scharf sehen konnte , und las laut , denn sie war bange vor Gewittern . Sie war angekleidet und trug ihr Geld , ihre Papiere und ihr Sparkassenbuch in der großen Tasche unter der Schürze , damit sie wenigstens etwas rette , wenn es einschlüge . Störtebeker blieb geruhig im Bett liegen , denn Gewitterfurcht hatte sein Vater ihm ausgeredet . Ein furchtbarer , blauer Blitz , ein kurzer , entsetzlich knallender Schlag : es mußte in der Nähe eingeschlagen haben ! » Klaus , nu steihst du batz up ! « Gesa lief in die Schlafkammer und holte den Widerstrebenden aus den Federn , suchte sein Zeug her und drängte ihn in die Küche . Da konnte es denn nicht helfen , er mußte sich unter Blitz und Donner anziehen : er nahm aber die Gelegenheit wahr und holte seine Siebenmeilenstiefel her , damit er draußen waten könne , wenn es einschlüge , wie er sagte . Recht war es ihm nicht , er hätte lieber geschlafen . So sah es ja aus , als wenn er bange wäre , er konnte ja morgen nicht zu den Jungen sagen : » Ik bün beliggen bleben ! « » Hür doch mol , Klaus , wat dat innen Schosteen pultert ! « » Jo , dat is meist , as wenn de Schosteenfeger dor togangen is « , sagte der Junge in schläfrigem Ton , » lot mi man wedder to Koi gohn ! Vadder geiht bit Gewidder ok uppen Bitt , seggt he ! « » Non , un wat dien grote Vadder deit , dat müßt du ok dohn , ne ? « » Jo , dat is gewiß , Mudder ! « » Wat een Slag ! « » Junge , jo « , sagte Klaus anerkennend , » dat wür een eulichen ! Petrus hett alle Negen smeeten bit Kegeln ! « » Junge , lot den droken Snack ! « » Err , - hett Vadder ober seggt ! « » Jo , neem dien Vadder woll klüst bi düt Wedder . « » De , Mudder ? De is up See un hett all de Seils dolsmeten un ligt inne Koi un slöppt ! « » Dat gläuf man ne ! « » Dat gläuf man jo ! He hett mi dat sülben seggt . Büst du denn fix bang , Mudder ? « » Och , Junge , ik zitter un beef annen ganzen Lief . « » Wat kann dat angohn : ik bün gor keen beten bang , Mudder ! « » Wennt obers insleit , Klaus ? « » Sleit ne in , Mudder ! « Wieder knallte der Donner . » Wees still , Junge ! Wat ut di un dien Vadder noch mol wardn schall , weet de lebe Gott : ji sünd beid veel to driest ! « Du un dien Vadder , - das hörte Störtebeker am liebsten ... Das Gewitter stand nun steil über ihnen , und die Blitze jagten einander . » Nu hett dat inslogen ! Nu hett dat gewiß inslogen « , rief Gesa bei jedem Knall , bis Störtebeker es zuviel wurde . » Wennt jedesmol inslogen harr , müß ganz Finkwarder woll all upfluckert wesen « , sagte er , schlug die Vorhänge zurück und guckte in die Nacht hinaus . Gesa