ihm herauszufragen . « Die erwähnten Einwürfe waren mir von dem Pedehr gemacht worden . Jetzt schien der Ustad sich auf etwas zu besinnen . Er richtete die Frage an ihn : » Wie war es doch mit jenem fremden Perser , den wir hier pflegten , bis sein verstauchter Fuß heil geworden war ? Aus welchem Grunde hatte er das Mauerwerk erstiegen ? « » Um nach Altertümern zu suchen , « antwortete der Gefragte . » Er war aus Teheran und hatte dort einen Laden , in welchem solche Sachen verkauft werden . Es war an einem Dienstag früh , als wir ihn fanden . « » Und da denke ich auch noch an jenen Arzt aus Hamadan , der an einem Montage sich so lange weigerte , bei uns zu bleiben . « » Der hatte sich verirrt . Man traf ihn , als es schon dunkel war , und führte ihn zu uns herauf . Er wollte sich gar nicht halten lassen , obwohl er keinen wirklich triftigen Grund dazu angeben konnte . Diese beiden Personen kommen hier gar nicht in Betracht . Sie waren ehrliche Leute , aber keine Sillan . Dagegen fiel mir soeben etwas anderes ein . Erinnerst du dich der Peitsche , welche Tifl fand , als er hinüber auf die Mauern stieg , um nach wildem Kekik otu17 für seine Küche zu suchen ? « » Natürlich weiß ich das . Es ist noch gar nicht lange her , und die Peitsche liegt dort hinter meinen Büchern . Ich schrieb den Tag , an welchem sie gefunden wurde , auf einen Zettel dazu , um dadurch vielleicht auf den Verlierer zu kommen . Sie gehörte keinem Dschamiki . Das fiel mir damals nicht auf . Jetzt aber beginne ich , bedenklich zu werden . Fällt dir sonst noch etwas ein ? « » Nein . « » Mir auch nicht . « Da rief ich aus : » Es ist auch genug , vollständig genug ! Was seid ihr doch für liebe , gute , unbefangene Menschen ! « » Siehst du auch hier einen Grund , Verdacht zu hegen ? « fragte der Ustad . » Einen nur ? Zehn , zwanzig Gründe habe ich ! Bitte , zeige mir zunächst die Peitsche ! « Er holte sie . Es war eine Reitpeitsche . Am Griffe hing ein Zettel . Darauf stand : Dienstag den 9ten Ssäfär . Dieser Griff war schwarz lakiert . An einer Stelle , wo der Lack abgesprungen war , sah ich helles Blech . Er war also hohl . Der ebenso schwarze Knauf war dick und schwer , jedenfalls mit Blei ausgegossen . Ich versuchte , ihn zu drehen . Es gelang . Als ich ihn heruntergeschraubt hatte , war die Höhlung offen . Es steckte etwas Dunkles darin . Ich zog es heraus . Es war ein Stück schwarzer , dichter , zusammengerollter Seidenstoff , den ich auseinanderzog . Drei Löcher ! Für Mund und Augen ! Vier Schnuren , um über den Ohren und hinten am Halse zusammengebunden zu werden . » Was ist das ? « fragte ich , indem ich mir die Seide vor das Gesicht hielt . » Eine Larve ! « rief der Pedehr . » Ja , eine Larve ! « bestätigte der Ustad . » Und von wem habe ich vermutet , daß er jedenfalls maskiert vor die Pädärahn trete ? « » Von dem Aemir-i-Sillan , « antwortete der letztere . » Am Dienstag gefunden ! Wann aber ist der Tag des Soldes , von welchem der Pädär-i-Baharat sprach ? « » Des Montags . « » An was für einem Tage wollte sich der Arzt aus Hamadan nicht bei euch halten lassen ? « » Eines Montag abends . « » An was für einem Tage wurde der Altertümerhändler mit verstauchtem Fuße angetroffen ? « » Dienstags früh . « » Ustad ! Pedehr ! Seid ihr auch jetzt noch blind ? « Sie antworteten nicht . Sie sahen mir , vor Erstaunen starr , in das Gesicht . » Glaubt ihr noch immer , daß kein Sill bei euch gewesen sei ? « fuhr ich fort . » O , es ist sogar noch schlimmer , als ich dachte ! « » Noch , noch schlimmer ? ! « wiederholte der Ustad meine Worte . » Ja ! Leider ! Drei Montage , drei Montage ! Bedenkt es doch ! « » Sprich deutlicher ! « forderte er mich auf . » Noch deutlicher ? Der Montag ist doch der Versammlungstag der Pädärahn ! « » Chodeh ! Chodeh ! « rief er da fast schreiend aus . » Auf was für einen Gedanken willst du mich bringen ! Es ist unmöglich , ihn zu fassen , und es wäre Wahnsinn , ihn auszusprechen ! « » Und er muß , muß , und muß aber dennoch ausgesprochen werden ! Wenn ihr es nicht wagt , so werde ich es thun : Es sind nicht nur Sillan bei euch gewesen , sondern sie verkehren ganz regelmäßig hier . Ja , die Obersten der Sillan , die man Pädärahn nennt , halten an den Montagen des Soldes ihre Zusammenkünfte hier auf euerem Gebiete , wahrscheinlich in den Ruinen , in denen diese Peitsche gefunden worden ist ! « Der Eindruck dieser meiner Worte ist gar nicht zu beschreiben ! Es war , als ob die Beiden , zu denen ich sie gesagt hatte , vollständig sprachlos geworden seien . » Und in diesen Versammlungen pflegt der Fürst der Schatten persönlich zu erscheinen ! « fuhr ich fort . » Er ist hier gewesen . Er läßt sein Gesicht niemals sehen . Er hat diese Larve getragen . Diese Reitpeitsche ist die seinige . Ob er sie verloren oder vergessen hat , das ist mir gleich . Er fand sie der Dunkelheit wegen nicht wieder , und bis zum hellen Tage konnte er nicht verweilen ,