Sonne steigt alle Morgen auf . Ich beneide die Ecken-Sonne . Neidisch bin ich wie ein Geizhals , Haben möcht ich tausend bunte Edelsteine . Und ich möchte friedlich schlafen , Rechts und links die bunten Edelsteine . Ich liege und kann nicht auf . Schwefelhölzchen mit rotem Kopf tanzen auf dem Wellensee - wie Menschen - wie stockdumme Menschen , die Nichts zu tun haben . Die großen Ratten kommen wieder - sie fressen die Schwefelhölzchen auf und platzen entzwei wie Seifenblasen . Es knallte - es knallte ! Endlich ist der Mops getötet , Und die Wellen sind gerötet . Ärgre Dich , tiefernster Tor , Über alle krausen Kringel . Seifenblasen kommen aber nicht noch einmal - und sie sind so wichtig am Strande des Ulks . Bäume wachsen im Wellensee - Wunderbäume - aber ich seh sie nicht - die sind unten auf ' m Meeresboden - ja - warum sind sie unten ? Ach ja ! Robinson ! Ist das Robinson , der da vor mir steht ? Er ist so alt , wackelt mit dem Kopf , streicht sich den weißen Schnurrbart nach unten und deutet mit dem Zeigefinger nach oben . Oben ist der Himmel offen , und die hellgrünen Engel , die ich so verehre , machen da oben Musik . Die Musik ist so sanft , daß ich die Augen schließe , um besser hören zu können . Da sagt Einer zu mir : » Du bist ein alter Faulpelz ! « War das Robinson ? Es klang doch so sanft . Ich träume , und sanfte Krokodile schreien : » Wie schön ist die Welt ! « » Wie schön ist die Welt ! « Ein nasser Leinwandlappen fällt auf mein Haupt . Nach Beendigung der Vorlesung brüllten alle die dürren Kerle , als wenn ihnen die Haare einzeln ausgerissen würden ; die Dürren hatten sehr lange blonde Haare . Und ich hörte aus dem Gebrüll heraus , daß sie » moderne Zeit « spielen wollten . Die Nilpferdchen schnitten ruhig ihre zierlichen Bogen auf dem Eise weiter . Aber die Dürren spielten vor mir » moderne Zeit « . Es war ein unbeschreiblicher Spaß . Nicht Alles konnte ich deutlich erkennen . Ich sah nur , daß die Dürren unten auf dem Eise immer wieder neue Rankengruppen bildeten und die dann immer wieder mit Gebrülle umwarfen , so daß es viele blutende Nasen gab . Doch die blutigen Nasen störten die Heiterkeit durchaus nicht ; auch die Nilpferdchen mit ihrem unermüdlichen Bogenschneiden störten die Heiterkeit keineswegs . Die Gesichter der Dürren bekamen oft einen Ausdruck , der mich an bekannte Persönlichkeiten erinnerte , die vielleicht heute noch auf der Erdrinde eine Rolle zu spielen sich einbilden . An unglaublichen Hohnspäßen fehlte es nicht - und es wurde furchtbar viel geredet - und ich habe niemals in so kurzer Zeit so viel dummes Zeug gehört . » Das charakterisiert ! « sagten die Dürren nach jeder dummen Redewendung . Es hörte sich an , als wollte sich Jeder bloß blamieren - durch Albernheit , Unwissenheit und Dünkel . » Vortreffliches Bild der modernen Zeit ! « Das riefen sie wohl hundert Mal dazwischen . Während es nun so aussah , als wenn auf dem Eise ein Heer verrückt gewordener Akrobaten und Schlangenmenschen sich herumbalgte , hörte ich plötzlich wieder die Stimme des mir schon bekannten Vorlesers . » Meine Herren , « rief sie , » hier habe ich ein Manuskript , das die Borniertheit der modernen Zeit in klassischer Weise symbolisiert . Es ist der Monolog des verrückten Mastodons . « Die Nilpferdchen standen plötzlich still und waren ganz starr ; sie staunten den Vorleser mit offenem Maule an . Ich war empört und rief wütend : » Das ist ja eine längst veraltete Geschichte - die zählt nicht mit . « Aber die Dürren bildeten wieder im Nu ein paar Dutzend Leibersäulen - und vereinten sich dann so , daß sie zusammen einer ägyptischen Pyramide glichen . Auf diese Pyramide kletterte der Mann mit dem Monologe rauf - und las oben vor - mit furchtbar ernstem Tonfall : Monolog des verrückten Mastodons Zépke ! Zépke ! Mekkimápsi - muschibróps . Okosni ! Mamimûne ... Ekakróllu róndima sêka , inti ... windi ... nakki ; pakki salône hepperéppe - hepperéppe ! ! Lakku - Zakku - Wakku - Quakku - - - muschibróps . Mamimûne - lesebesebimbera - roxróx - roxróx ! ! ! Quilliwaûke ? Lesebesebimbera - surû - huhû ... Was hierauf folgte , weiß ich nicht mehr . Ich weiß nur , daß ich später in einem sehr schönen Schlafzimmer aufwachte . Ich lag in einem sauberen Bett , und mit taten alle Glieder weh . Und eine ganz alte Dame trat in mein Zimmer und sagte freundlich : » Dir ist wahrscheinlich so zu Mut , als wenn Du Kater hättest . Nun - da paßt ja wohl das Märchen vom blauen Hund in Deine Stimmung hinein . Gestattest Du , daß ich die Geschichte den Herren vom Nil bringe ? « » Ich gestatte ! « sagte ich . Und die alte Dame ging mit dem Märchen davon . Mir war so wüst im Kopf . Und die Herren vom Nil lasen im Nebenzimmer mein altes Manuskript . Das Märchen vom blauen Hund Der Ritter Knut Lemcke von Bullerstein hat endlich ausgeschlafen , hat gleich sein Panzerhemd angezogen , Stahlhaube auf den Brummschädel gestülpt und sein Schwert in die Hand genommen . Mit dem rechten Fuß stößt er die Tür zum Altan grimmig auf und saugt die frische Abendluft in langen Zügen schmunzelnd ein . Da steht er nun auf seinem Altan . Die Sonne geht drüben über ' m Birkenwäldchen grade unter . » Lange geschlafen ! « sagt der Knappe und setzt den Morgenimbiß auf den Tisch - Eier , Schinken , Butter , Brot , sauren Aal und eine Kanne Moselwein . Der Ritter ißt und trinkt und denkt an die