des indischen Nabobs zu dem Schauspielhause , in dem ein Schauspiel von dem fein gekleideten Inder aufgeführt wird , der so fein von der Empfindlichkeit und der Qual aller Gebildeten zu sprechen wußte - und den Battany auch nicht verstand ... Den Gästen wird mit Riesenfächern kühle Luft zugewedelt . Ein Festzug bewegt sich zum Schauspielhause hin - prächtige dicke Elephanten schreiten würdevoll voran . Und die goldenen und silbernen Gewänder der Inder glitzern im Fackelschein . Die Waffen der Araber glitzern ebenfalls . Ein fürstlicher Kleiderprunk macht sich protzig breit . Die Blumenmädchen leuchten mit ihren Fackeln . Die Sängerinnen singen . Der Vollmond steht am Himmel in trüben Dunstwolken dicht über Benares , in dem die Pest wütet , der stündlich Hunderte von Menschen zum Opfer fallen . Der heilige Ganges fließt langsam und träge auch an den Gärten des großen Nabobs vorbei , in dessen Reich die Pest nicht eindringt . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Kodama jedoch - der sitzt in Mekka und freut sich anders seines Lebens als der Battany . Kodama ißt Mekkas beste Rindskeulen auf und trinkt roten Wein dazu - eimerweise . Dem dicken Geographen ist in Mekka so recht behaglich zu Mute . In jedem Weinkeller ist der Dicke Stammgast . Und es gibt sehr viele Weinkeller in Mekka . Die christlichen und jüdischen Weinwirte sprechen von Kodama mit einer Hochachtung - fast mit derselben , mit der Battany vom griechischen Dionysos spricht . Der gemütliche Dicke geht auch gern auf Abenteuer aus - denn den ganzen Tag und die ganze Nacht nichts Anderes tun als Trinken , Schlafen und Essen - das geht ja nicht . Und wenn der große Herr aus Bagdad mit den schönen schwarzen Pluderhosen , mit dem kurzen Sammetrock und dem gelben Turban - mit seinem ganzen schweren Leibe und mit dem glänzenden braunen Mondgesicht auf Abenteuer ausgehen will , so wendet er sich zunächst in die große Moschee , in der einst der Prophet so gern zu weilen beliebte . In der Moschee befinden sich nämlich stets einige hübsche Mädchen , die vor Liebesgram vergehen möchten . Diese Mädchen liebt der dicke Kodama . Er mag sie nämlich so gern trösten . Um das zu können , nimmt er sie mit in den tiefen Weinkeller , der nicht allzuweit ab von der Kaaba liegt . Und beim Weine müssen ihm die Mädchen alle ihre Liebesgeschichten erzählen - wie sie verführt , verraten , belogen , betrogen und verlassen wurden - Alles ganz genau . Diese Geschichten sammelt der Dicke . Bei Allah - das macht ihm Spaß - darüber kann er ordentlich lachen . Siegelringe und bunte Glasfläschchen sammelt der Dicke auch . Der verstehts , sich die Zeit zu vertreiben . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Der alte Jakuby sammelt natürlich auf seinen Reisen derartige Nichtigkeiten durchaus nicht - der macht sich nur überall Notizen über die wichtigeren Zustände und Angelegenheiten der Länder und Städte , durch die ihn sein Pfad führt . - Bereits ist der Alte wieder durch ganz Nordafrika gewandert bis zu den Ruinen von Carthago . Er hat diesmal verschiedene Kriegszüge mitgemacht - und dabei auch mit großer Unerschrockenheit seine Notizen niedergeschrieben - mitten im Krachen der Damascenerklingen beim Wiehern der Rosse und beim Fluchen der arabischen Hauptleute , die mit den störrischen Wüstensöhnen Nordafrikas sehr grausam umgingen . Doch das Blutfließensehen ist der alte Geograph nun müde geworden . Er segelt mit einem Seeräuberschiff nach Sizilien . Vorzüglich hat ers verstanden , vor den Seeräubern arm und gebrechlich zu erscheinen . Jakuby ist ein kühner und gewandter Mann . Er begibt sich gleich nach Palermo , schließt Freundschaft mit den dort lebenden arabischen Gelehrten , denen er von Bagdad wie von einem Weltwunder erzählt und - beobachtet dann mit seinen neuen Freunden den Ätna-Ausbruch , der stattfand , als die Christen das Jahr 894 schrieben . Von der Gesellschaft der lauteren Brüder erzählt Jakuby natürlich so viel , daß sich verschiedene seiner Freunde schließlich auch als lautere Brüder betrachten . Jakuby ist ein ganz vorzüglicher Apostel , wenn auch zuweilen seine Einzelheiten recht lächerlich wirken . Er weiß immer alles schnell zu erklären . Aber was er sagt - ist fast immer falsch - oft reiner Unsinn . » Hör nur dieses ! « meint an einem Abend einer seiner neuen Freunde , als wieder ein gewaltiger dunkelroter Feuerstrom wie eine Riesensäule in den Himmel hinaufspritzt , » hör nur dieses , Jakuby ! Wo kommt all das Feuer her ? « Und auf diese Frage weiß Jakuby zunächst gar keine Antwort zu finden , zuletzt behauptet er , daß sich im Innern des Kraters Wasserdampf mit Schwefel mische und sich dadurch entzünde ... Diese Behauptung fördert natürlich gleich einen kräftigen gelehrten Zank zu Tage - denn die Gelehrten von Palermo kennen die Stoffe der Erde viel besser als Jakuby . Der Alte ärgert sich , daß man ihn widerlegt und ganz unverhohlen zu verspotten wagt . Ja - Jeder hat so sein Leid zu tragen . Und der feuerspeiende Ätna war doch so berauschend großartig - die Erde zitterte , der Himmel füllte sich mit mächtigen Rauchwolken , glühende Felsen stürzten aus dem Himmel heraus ins Meer und versanken dort mit fürchterlichem Gezisch . Die Feuersäule des Kraters erleuchtete ganz Sizilien - Funkenasche fiel dabei langsam herunter . Zum Donner in der Tiefe gesellte sich der Donner in den Lüften , die von grellen Blitzen fortwährend durchzuckt wurden . Die Rauchwolken verdunkelten zuweilen die Feuersäule - die kam jedoch immer wieder zum Vorschein - was sehr unheimlich wirkte , da sonst nur Blitze die Gegend erhellten . Jakuby machte sich viele Notizen - er ging dem feuerspeienden Berge so nahe auf den Leib , daß ihn seine Freunde