« sagte er , indem er ihm nachschaute . Douglas hatte den Weggejagten in seine Dienste genommen , wie einer der Tagelöhner zu erzählen wußte , und als der Vater davon erfuhr , lachte er auf und sagte : » Das sieht dem Schleicher ähnlich , der wird was Schönes gegen mich zusammenbrauen . « Er war fest überzeugt , das Douglas die Sache dem Staatsanwalt übergeben habe , ja er fand eine gewisse Wollust in dem Gedanken , verurteilt zu werden - » ungerecht , « wie selbstverständlich - , und da die Anklage von einem Tage zum anderen auf sich warten ließ , meinte er höhnisch : » Der gnädige Herr lieben die Galgenfristen . « - Aber Douglas schien Willens , die ihm angetane Schmach gänzlich zu ignorieren , nicht einmal die Kündigung des entliehenen Kapitals traf ein . - Pauls Seele war übervoll von Dankbarkeit , und je weniger er ein Mittel fand , sie kund zu tun , desto heißer wühlte in ihm die Scham , desto wilder trieb ihn die Unruhe umher . So stand er eines Nachts wiederum vor dem Gartenzaun von Helenental . Frühherbstnebel lagen über der Erde , und das welkende Gras schauerte leise . - Das » weiße Haus « verschwand in den Schatten der Nacht , nur aus einem der Fenster schimmerte ein trübes , dunkelrotes Licht . » Hier wacht sie bei der kranken Mutter , « dachte Paul . Und da er kein anderes Mittel fand , sie zu rufen , so fing er zu pfeifen an . - - Zwei- , dreimal hielt er inne , um zu lauschen . - Niemand kam , und in seiner Seele stieg die Angst . - - Mit tastender Hand suchte er nach der lockeren Stakete , die Elsbeth ihm damals gezeigt hatte , und als er sie gefunden , drang er in das Innere . - Das Geästel zerzauste seine Kleider , wie in einer Wildnis kroch er am Fußboden dahin , einen Pfad zu finden . Endlich kam er ins Freie . Der weiße Kies verbreitete einen ungewissen Dämmerschein , heller leuchtete das Lämpchen aus dem Krankenzimmer . Er setzte sich auf eine Bank und starrte dorthin . Ihm war , als ob ein Schatten hinter der Gardine sich bewegte . Dann mit einem Male wurde es heller rings um ihn herum ... Die Rosenstöcke traten aus der Nacht hervor ... ... Der Kies glänzte , und der Giebel des Wohnhauses , der noch eben in schwarzen Massen sich erhoben , strahlte in dunkelrötlichem Lichte , als sei der Strahl des Morgenrots darauf gefallen . Verwundert wandte er sich um - das Blut erstarrte in seinen Adern - , hoch an dem mächtigen Himmel erhob sich ein blutiger Feuerschein . Die schwarzen Wolken umsäumten sich mit flammenden Rändern , weißliche Lohe wirbelte dazwischen empor , und hochauf schossen feurige Strahlen , als stände ein Nordlicht am Himmel . » Dein Vaterhaus brennt ! « - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Schwer fiel sein Kopf gegen das Geländer der Bank - im nächsten Augenblicke raffte er sich empor - seine Knie wankten , das Blut siedete in seinen Schläfen - » Vorwärts , rette , was zu retten ist , « so schrie es in ihm - und in wildem Jagen drang er durch das Gebüsch , erkletterte den Gartenzaun und sank jenseits desselben im Graben nieder . Wie die aufgehende Sonne überstrahlte das brennende Gehöft die weite Heide . Die Stoppeln leuchteten , und der schwarze Wald tauchte sich in rötliche Glut . - Noch stand das Wohnhaus unversehrt - seine Mauern schimmerten wie Marmor , seine Fenster blitzten wie Karfunkelstein . - Taghell lag der Hof . - Die Scheune war es , die da brannte , die Scheune , vollgepfropft bis zum First von Erntesegen . Seine Arbeit , sein Glück , sein Hoffen , so ging es in Rauch und Flammen auf . - - Wieder raffte er sich auf - - - in wilder Hast ging ' s über die Heide . - Als er am Walde vorübereilte , war es ihm , als sähe er einen Schatten an sich vorüberhuschen , der bei seinem Nahen platt auf die Erde sank . Er achtete kaum darauf . Weiter - rette , was zu retten ist ! - Vom Hofe her drang wirres Geschrei ihm entgegen . - Die Knechte liefen wild durcheinander , die Mägde rangen die Hände - die Schwestern liefen umher und schrien seinen Namen . - Das Dorf war eben erwacht ... Die Landstraße füllte sich mit Menschen ... Wasserkiewen wurden herangeschleppt , auch eine morsche Spritze kam dahergewackelt . - » Wo ist der Herr ? « schrie er den Knechten entgegen . » Wird eben ' reingetragen - hat ' n Bein gebrochen , « lautete die Antwort . - Unglück über Unglück ! » Laßt die Scheune brennen ! - « schrie er anderen zu , die gänzlich kopflos ein paar winzige Eimer Wasser in die Glut hineingossen . » Rettet das Vieh - gebt acht , daß sie nicht in die Flammen rennen ! « Drei , vier Mann eilten in den Stall . » Ihr andern ans Wohnhaus - tragt nichts heraus . « » Nichts heraustragen ! « wiederholte er , ein paar Fremden die Sachen aus der Hand reißend , die sie eben aus dem Innern schleppten . » Aber wir wollen retten . « » Rettet das Haus ! « - - - Er eilte die Treppe hinan . Im Vorübereilen sah er die Mutter stumm und tränenlos neben dem Vater sitzen , der wimmernd auf dem Sofa lag . Durch eine Luke sprang er auf das Dach . » Den Schlauch her ! « Auf eine